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Allgemeines

Alle Frauenspiele verschoben: FSA trifft eine kontroverse Entscheidung

Aus dem Verband +++ Warum die Fußballerinnen am Wochenende ungeplant zusehen müssen

von Kevin Gehring · 20.11.2025, 20:15 Uhr · 0 Leser
– Foto: Anne Weimer

In der Humanas-Verbandsliga sollte u.A. der Hallesche FC (2.) die U23 des 1. FC Magdeburg (1.) zum Gipfeltreffen empfangen. In der Landesliga Nord hätte Tabellenführer SV Eintracht Walsleben bei Verbandsliga-Absteiger Germania Wernigerode gastiert. Oder in der Regionalklasse 3 hätten sich beispielsweise der SV Fortuna Brücken und der ESV Merseburg zum Spitzenspiel getroffen. Doch zu all diesen Paarungen kommt es nicht - zumindest nicht an diesem Wochenende.

Der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) hat alle Frauenspiele für das bevorstehende Wochenende verschoben. Die meisten Partien sind stattdessen nun für das letzte März-Wochenende angesetzt. Begründet hat der FSA diesen Schritt mit dem "außergewöhnlich hohen Bedarf" an Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern.

Die Tatsache, dass sich alle Ansetzungen im Herren-, Frauen- und Nachwuchsbereich an diesem Wochenende aufgrund des Totensonntags auf zwei statt drei Tage beschränken müssen, sorge für einen "massiven Engpass im Schiedsrichterwesen, der eine sichere und ordnungsgemäße Durchführung aller Partien unmöglich" mache, schreibt der Verband auf seiner Homepage.

FSA setze "ein klares Zeichen gegen den Frauenfußball"

Unter den Vereinen wird jener Schritt, über den die Clubs via DFB-net informiert wurden, kontrovers diskutiert. "Es wurde - so lange ich den Frauenfußball kenne - noch nie an den Wochenenden vom Totensonntag und Volkstrauertag gespielt. Das hat der Verband wohl verpeilt", wundert sich ein Vereinsfunktionär aus der Verbandsliga gegenüber FuPa über die Spielansetzungen und ergänzt: "Warum werden denn keine Herrenspiele aus unteren Ligen verschoben?" Noch deutlicher wird der SV Eintracht Walsleben auf Social Media: "Der Fußballverband Sachsen-Anhalt setzt ein klares Zeichen gegen den Frauenfußball im Land."

Wenig nachvollziehbar ist die Entscheidung auch deshalb, weil die Spielordnung des Landesverbandes unter Paragraf 17 eine Spielklasseneinteilung vorgibt, "die zugleich eine Rangfolge bei der Spieldurchführung darstellen" solle. Demnach wären zumindest die Frauen-Verbandsliga und -Landesligen etwa über der Herren-Landesklasse einsortiert. Doch während bei den Landesklasse-Fußballern am Wochenende der Ball rollt, müssen die Fußballerinnen zusehen. Und das ausgerechnet wenige Tage, nachdem der FSA das "Fokusjahr 2026 für den Frauen- und Mädchenfußball ausgerufen hatte, um den weiblichen Spielbetrieb in den Mittelpunkt zu rücken.

– Foto: FSA-Spielordnung

FSA-Vizepräsident versichert bessere Planung in der Zukunft

Robin Seitenglanz, seit September Vizepräsident Frauen- und Nachwuchsspielbetrieb, versucht die Wogen zu glätten. "Die kurzfristige Verlegung des gesamten Frauenspieltags an diesem Wochenende ist uns alles andere als leichtgefallen", wird Seitenglanz im Verbands-Statement zitiert. "Der durch den Totensonntag bedingte Schiedsrichtermangel, an dem keine Spiele ausgetragen werden dürfen, ließ jedoch keine verantwortbare Alternative zu", so der 39-Jährige.

Fraglich ist, warum in diesem Jahr überhaupt ein regulärer Spieltag der Frauen, die für gewöhnlich an den Sonntagen spielen, an diesem Wochenende angesetzt wurde. "Vergleichbare Konstellationen werden in den kommenden Rahmenterminplänen nicht mehr vorkommen", versicherte Seitenglanz: "In der Vergangenheit wurde diesem Punkt offenkundig nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet – das werden wir nun konsequent ändern."

Landesverband bittet um Verständnis für die Entscheidung

Zwar biete der Rahmenterminplan der Frauen "grundsätzlich die Möglichkeit einer solchen Verlegung auf ein anderes Datum, doch dies ist keineswegs die ideale Lösung", betonte der FSA-Vize: "Insbesondere vor dem Hintergrund unseres klaren Ziels, den Frauen- und Mädchenfußball weiter zu stärken."

Der Verband bitte "alle Vereine, Spielerinnen, Trainerteams und Fans um Verständnis für die erforderliche Maßnahme" und danke "allen Beteiligten für ihre Flexibilität", hieß es im Statement des FSA abschließend. Ziel bleibe es, "den Frauen- und Mädchenfußball nachhaltig zu stärken und organisatorische Rahmenbedingungen weiter zu verbessern." Die Entscheidung zur Verschiebung des gesamten Frauen-Spieltags dürfte dahingehend ein Rückschritt sein.

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