
Mit gerade mal 19 Jahren ist Alessandro Hochbaum beim SV Budberg nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Der Sommer-Neuzugang aus Oberhausen hat sich zur festen Größe in der Landesliga-Mannschaft von Trainer Tim Wilke entwickelt. Als dribbelstarker, wendiger Sechser oder Achter stimmt die Harmonie im Zusammenspiel mit Fynn Eckhardt, Mike Terfloth, Ole Egging oder Lennart Hahn.
„Das Zentrum ist schon meine Position“, sagt der Moerser, der am Ende seiner Jugendzeit vor einer wegweisenden Entscheidung stand. Nach der Rückrunde in der U19 von Rot-Weiß Oberhausen stellte sich die Frage: Oberliga oder Landesliga? Hochbaum entschied sich bewusst für Budberg und bereut diesen Schritt nicht. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem ersten Herren-Jahr. Mir war wichtig, dass auf mich gesetzt wird und ich direkt viel Spielzeit bekomme.“
Dass er sich so schnell zur tragenden Säule entwickelte, kommt nicht von ungefähr. So wurde er in den Nachwuchsleistungszentren von Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen ausgebildet Bei RWO trainierte der 19-Jährige sogar einige Male in der Regionalliga-Mannschaft mit, die im Niederrheinpokal im Herbst noch beim SVB zu Gast war.
Dennoch brauchte es die nötige Eingewöhnungszeit. „Am Anfang bin ich persönlich nicht ganz so gut reingekommen, aber mit der Zeit wurde es immer besser. Ich fühle mich hier richtig wohl“, sagt der Youngster. Seine fußballerischen Wurzeln liegen beim TV Asberg, von wo aus es zu Bayer Uerdingen ging. Der Kontakt nach Budberg kam über mehrere Wege zustande: Schulfreund und Mitspieler Fynn Jansen stellte den ersten Draht her, Niklas Ueberfeld lieferte Videomaterial an, und Teammanager Henrik Lerch sowie Wilke leisteten letztlich die finale Überzeugungsarbeit.
Hochbaum überzeugt als Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive und hat im Laufe der Saison auch seine Torgefahr entdeckt. In 23 Einsätzen erzielte stehen vier Treffer zu Buche. Im jüngsten Spitzenspiel gegen den SV Scherpenberg blieben die Budberger allerdings erstmals seit dem Hinspiel in Moers ohne eigenen Treffer. Die bittere 0:1-Derbyniederlage gegen den Rivalen wurde inzwischen intensiv aufgearbeitet.
„Die ersten 10 bis 15 Minuten waren richtig gut von uns“, blickt Hochbaum zurück. „Nach dem Spiel haben wir viel gesprochen und wussten gar nicht genau, wo der Moment war, in dem wir es aus der Hand gegeben haben.“ Die zuvor starke Serie von sieben Siegen in Folge ist damit gerissen. Doch es gebe kein Grund, den Fokus zu verlieren. „Wir lassen uns davon nicht umwerfen und haben noch genug Topspiele vor der Brust, in denen wir es besser machen wollen.“
Ohnehin überwiegt an der Rheinkamper Straße das Positive: Der starke Start ins neue Jahr ist laut Hochbaum vor allem der neuen „Abgezocktheit“ zu verdanken. „Die hat uns in der Hinrunde noch ein bisschen gefehlt. Wir spielen erwachsener und bleiben öfter ohne Gegentor – das war vorher ein Manko.“
Einen kurzen Schreckmoment gab es am 22. Februar im Heimspiel gegen Niederwenigern: Hochbaum riss sich die Außenbänder im Sprunggelenk an. Doch der Heilungsprozess verlief schnell. Tapes inklusive Physiotherapie ermöglichten die zügige Rückkehr. Die Schmerzen sind weg.
Die Chance zur Wiedergutmachung nach der Derby-Pleite bietet sich bereits am Sonntag (15.15 Uhr) bei den Sportfreunden Katernberg, die als Aufsteiger einen soliden siebten Rang belegen. „Das wird, wie gegen jeden Essener Gegner, ein ekliges Spiel.“, warnt Hochbaum und will sich vom hohen 5:0-Hinspielsieg nicht täuschen lassen.
Abseits des Platzes absolviert der Sohn eines Halb-Italieners ein duales Studium bei der Polizei. Klar ist schon jetzt: Seine Zusage für die kommende Saison hat er gegeben. Mit 19 Jahren könnte Budbergs Mittelfeldstratege im engen Aufstiegsrennen noch zu einem entscheidenden Faktor werden.