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Alemannia Straß: "Die neue Liga wird uns alles abverlangen"

Die Frauen des SC Alemannia Straß peilen den Klassenerhalt in der Mittelrheinliga an

von red · 31.07.2025, 17:57 Uhr · 0 Leser
19 Siege, 3 Remis, keine Niederlage: Die Frauen SC Alemannia Straß hatten allen Grund zu feiern.
19 Siege, 3 Remis, keine Niederlage: Die Frauen SC Alemannia Straß hatten allen Grund zu feiern. – Foto: Verein

Ein Jahr ohne Niederlage, 60 von 66 möglichen Punkten und eine Tordifferenz von +60: Die Frauenmannschaft des SC Alemannia Straß hat in der vergangenen Spielzeit die Landesliga Staffel 2 dominiert – und steigt absolut verdient in die Mittelrheinliga auf. Für Trainer Sascha Schmitz (47) beginnt damit ein neues Kapitel, das er mit Respekt, aber auch mit klaren Ambitionen angeht.

„Wir sind mit der vergangenen Saison rundum zufrieden“, sagt Schmitz rückblickend. „Als ungeschlagener Meister haben wir nicht nur konstant starke Leistungen gezeigt, sondern auch als Team überzeugt – auf und neben dem Platz.“ Besonders stolz sei man darauf, „dass wir sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga stellen konnten.“ Auch die Torschützenkrone – Lynn Eisenbach traf 24 mal – blieb im Verein: „Dass mit unserer Spielerin auch die erfolgreichste Torschützin der Saison aus unseren Reihen kommt, rundet das Gesamtbild perfekt ab.“

Frühe Vorbereitung, Probleme mit Spielabsagen

Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit startete am 28. Juli – mit ehrgeizigem Programm. „Schon in der Sommerpause haben sich alle Spielerinnen mit einem individuellen Laufplan fit gehalten – das zeigt den Ehrgeiz und die Eigenverantwortung im Team“, berichtet Schmitz. Organisatorisch sei nicht alles reibungslos verlaufen: „Kurzfristige Spielabsagen bei Freundschaftsspielen sind eine Herausforderung, aber wir arbeiten engagiert daran, passenden Ersatz zu finden.“

– Foto: Verein

Sportlich stellt sich das Team auf ein anderes Niveau ein. „Die kommende Saison wird uns alles abverlangen – umso mehr freuen wir uns auf die neuen Aufgaben und wollen mit Einsatz, Teamgeist und Leidenschaft wieder das Beste aus uns herausholen.“

Vom Umbruch zur Struktur

Die Erfolgsgeschichte der Vorsaison sei nicht nur sportlich, sondern auch strukturell gewachsen. „In der vergangenen Saison haben wir als Team einen spürbaren Umbruch vollzogen – sowohl sportlich als auch kulturell“, so Schmitz. „Wir haben grundlegende Prinzipien unseres Spiels geschärft, intensiv an unserem Spielsystem gearbeitet und das Training auf drei Einheiten pro Woche erhöht.“

Einzelne Spielerinnen will der Trainer nicht hervorheben – der Fokus liegt auf dem Gesamtkonstrukt: „Besonders hervorheben möchte ich die Bereitschaft der Mannschaft, sich stetig weiterzuentwickeln – sowohl im kollektiven als auch im individuellen Bereich.“

Klassenerhalt als Etappenziel

Für die Mittelrheinliga-Saison gibt der Trainer ein klares Ziel aus: „Unser vorrangiges Ziel ist es, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern und uns als Aufsteiger in der neuen Liga sportlich zu behaupten.“ Gleichzeitig betont er die strukturelle Ausrichtung des Vereins: „Mit der neu gegründeten 2. Frauenmannschaft möchten wir einen nachhaltigen Unterbau schaffen, der mittelfristig zu einer festen Größe im Verein wird.“

Neue Gesichter, klare Entscheidungen

Zur neuen Saison wurde der Kader auf 21 Spielerinnen reduziert – „um die Trainings- und Spielbelastung besser steuern zu können.“ Verabschieden musste man sich von Anne Biergans, Lea Frings, Kira Braun und Denise Schumacher, die ihre Laufbahn beendet haben, sowie von Jessica Breuer, die zum Ligakonkurrenten TuS Jüngersdorf wechselte.

Drei Neuzugänge verstärken das Team: Lilly Koch (Derichsweiler), Lara Bohnen und Nadine Pohlen (beide TuS Jüngersdorf). „Durch ihre Vielseitigkeit und ihre positive Art bringen sie sportlich wie menschlich neuen Schwung ins Team.“

Kritik an Entscheidung zum 1. FC Köln III

Sascha Schmitz äußert sich auch zu Entwicklungen im Verband. Vor allem die Entscheidung, die dritte Frauenmannschaft des 1. FC Köln ohne Wertung in der Liga starten zu lassen, stößt ihm auf: „Pflichtspiele ohne sportliche Relevanz werfen nicht nur Fragen zur Fairness auf, sondern beeinflussen auch den Wettbewerbscharakter.“ Die Einführung einer 3. Liga im Frauenbereich sieht er grundsätzlich positiv – aber mit einem klaren Appell: „Insbesondere für kleinere Vereine stellt das eine erhebliche finanzielle und organisatorische Herausforderung dar. Dieses Thema gehört in einen offenen, ehrlichen Austausch – idealerweise im Dialog mit den betroffenen Vereinen auf Augenhöhe.“