
Obwohl die erste Mannschaft von Viktoria Goch mittlerweile in der Landesliga für Furore sorgt, muss man in der Weberstadt auch in dieser Saison nicht auf das Nachbarschaftsduell mit Alemannia Pfalzdorf verzichten. Aufsteiger Viktoria Goch II erkämpfte sich im „kleinen“ Gocher Bezirksliga-Derby ein Unentschieden gegen den Lokalrivalen, der in den vergangenen Jahren immer mal wieder die erste Mannschaft der Viktoria geärgert hatte. Vor gut gefüllten Rängen im Hubert-Houben-Stadion einigten sich die Teams auf ein 1:1 (0:1).
Von „einigen“ kann jedoch nur sprichwörtlich die Rede sein. Eine Szene vor dem Gocher Ausgleichstreffer tief in der Nachspielzeit (90.+5) sorgte im Lager der Alemannia für erhitzte Gemüter. Nach einem Zweikampf hatte der Schiedsrichter den Gastgebern einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen. Weil Levi Eckermann im Pfalzdorfer Tor im entscheidenden Moment einen Schritt in Richtung Mauer machte, konnte der eingewechselte Jiro Großhans den Ball im Torwarteck unterbringen.
Alemannia-Coach Raphael Erps hatte beim Zweikampf im Vorfeld jedoch ein Foulspiel an seinem Spieler gesehen. Er machte seinen Unmut über die Leistung des Unparteiischen nach dem Abpfiff Luft. „In unseren Auswärtsspielen waren die Schiedsrichter bisher immer unterste Schublade. Mit welcher Arroganz der Herr da aufgetreten ist – das war schon unglaublich. Er hat zunächst arg kleinlich angefangen und im Laufe der Partie dann komplett die Kontrolle verloren. Ein Schiedsrichter soll das Spiel leiten und nicht entscheiden“, sagte der Pfalzdorfer Trainer.
Sein Team verzeichnete während der 90 Minuten leichte Feldvorteile und hätte die frühe Führung durch Dominik van Baal (20.) durchaus ausbauen können. Van Baal hatte einen Halbfeld-Freistoß von Nick Helmus frei stehend ins Tor geköpft. Der Vorlagengeber musste noch vor der Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. „In den 20 Minuten nach der Pause müssen wir trotzdem das zweite und das dritte Tor nachlegen“, sagte Raphael Erps. Auf der anderen Seite hatte die Alemannia in der 77. Minute noch Glück, als Gochs Robert Nafin mit seinem Foulelfmeter an Eckermann scheiterte. Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Viktoria-Coach Ernes Tiganj war mit dem Resultat zufrieden. „Es war kein überragendes Spiel, ein klassisches Derby mit vielen Zweikämpfen. Besonders in der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht. In den letzten 20 Minuten waren wir sehr dominant. Insofern wäre es bitter, wenn wir mit null Punkten rausgegangen wären“, sagte Tiganj.
In einer Woche winkt seinem Team, das mit nun zehn Zählern weiter einen der hinteren Plätze belegt, die schwere Auswärtsfahrt zu Tabellenführer VfL Rhede. Alemannia Pfalzdorf bewegt sich indes weiter im Tabellenmittelfeld und empfängt am Sonntag, 15.30 Uhr, die Sportfreunde Broekhuysen.