Alemannias U17 ist Bundesligist: Es jubeln Miguel El Jamal (hinten von links), Marwin Ailiesei, Lukas Schäfer, Florentin Guncati, Timo Kondziella, Luis Simon, Luca Bini, Lorik Islami, Co-Trainer Ben Eller, Betreuer Max Beckers, Philippe Rombach, Koordinator Aimen Demai, Ayyoub Charabi (vorne von links), Rayan El Amraoui, Max Herbst, Daniel Sopo, Jonas Beckers,Trainer Sascha Eller, Hagen Blohm, Fra
Alemannias U17 ist Bundesligist: Es jubeln Miguel El Jamal (hinten von links), Marwin Ailiesei, Lukas Schäfer, Florentin Guncati, Timo Kondziella, Luis Simon, Luca Bini, Lorik Islami, Co-Trainer Ben Eller, Betreuer Max Beckers, Philippe Rombach, Koordinator Aimen Demai, Ayyoub Charabi (vorne von links), Rayan El Amraoui, Max Herbst, Daniel Sopo, Jonas Beckers,Trainer Sascha Eller, Hagen Blohm, Fra
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Bei der Alemannia entwickelt sich etwas

Die Aachener U 17 feiert den Aufstieg in die Bundesliga. Sascha Eller folgt Aimen Demai als Koordinator nach.

„Da entwickelt sich etwas.“ Aimen Demai sieht es mit Freude, denn der Ex-Profi setzt auf Kontinuität und Nachhaltigkeit im Jugendbereich von Alemannia Aachen. In dieser Saison trug das Früchte: Die A-Junioren sicherten den Klassenerhalt in der Bundesliga, die U 17 feierte den Aufstieg in die Bundesliga, die U 16 den Aufstieg in die Mittelrheinliga, und in letzter Minute gelang auch den C-Junioren der Klassenerhalt in der Regionalliga, der höchsten Liga dieser Altersklasse. Eine positive Bilanz – und das ohne Nachwuchsleistungszentrum (NLZ), das 2017 geschlossen wurde.

„Finanziell sind wir nicht auf Rosen gebettet. Das alles war nur durch ein unglaubliches Engagement aller – Trainer und Spieler – möglich. Ihnen allen und auch Herbert Meys, der die U 19 in die Bundesliga geführt hat, möchte ich einmal danken“, sagt Demai, und seine Worten klingen neben dem Dank auch nach Abschied. Aus beruflichen Gründen wollte der Ex-Profi, der aktuell ein duales Studum macht, sich von der Alemannia verabschieden. Wollte – denn buchstäblich in letzter Minute überzeugte Aachens Cheftrainer Fuat Kilic den 36-Jährigen doch, weiter ein Schwarz-Gelber zu bleiben. Demai gibt zwar sein Amt als Koordinator ab, übernimmt aber als Trainer die U 17 – jene Altersklasse, die er vor zwei Jahren selbst schon einmal in die Bundesliga geführt hatte.

„Eigentlich halte ich nichts von der Rolle rückwärts, wenn man mal eine Entscheidung gefällt hat. Aber ich wollte gerne wieder als Trainer auf dem Platz stehen, und als Fuat mir die U 17 angeboten hat, habe ich meine Meinung doch noch revidiert“, ließ der Ex-Profi, der 2009 zur Alemannia, damals in die 2. Bundesliga, gekommen war, sich vom Chefcoach überzeugen. 2016 hatte er seine aktive Karriere beendet.

Nach einem Jahr als Coach der U 17 hatte er aus besagten beruflichen Gründen die Koordination des Leistungsbereichs U 16 bis U 19 übernommen. Sein Nachfolger als Koordinator wird Sascha Eller, bisher Trainer der U 17, der kommende Saison zudem als U 19-Coach einen Großteil seiner bisherigen Schützlinge weiter betreuen wird.

„Mich freut es sehr, dass ich Aimen überzeugen konnte, wieder die B-Junioren in der Bundesliga zu trainieren. Und das, obwohl er sich eigentlich beruflich umorientieren wollte,“ sagt Kilic. „Uns ist es wichtig, dass wir im Jugend- und Seniorenbereich nachhaltig arbeiten. Wir wollen auch im Unterbau der ersten Mannschaft Kontinuität und eine größere Durchlässigkeit nach oben schaffen. Mit Aimen und Sascha haben wir zwei Trainer, die bisher sehr gute Arbeit geleistet haben. Daher ist es umso wichtiger, dass wir beide binden konnten.“

Sascha Eller stieß im Sommer 2018 zur Alemannia. „Ich glaube, es bewegt sich hier was, daher wollte ich ein Teil davon sein“, sagt der 43-Jährige, der vor 25 Jahren an der Seite von Torsten Frings in Aachens A-Jugend spielte. Bevor es ihn vor zwei Jahren mit seiner Familie nach Aachen zurückzog, war der gebürtige Wormser unter anderem drei Saisons Trainer des Südwest-Regionalligisten Wormatia Worms.

Der Aufstieg der U 17 war nicht eingeplant, Ziel war „die Entwicklung der Mannschaft. Aber ich habe schon bei den ersten Gesprächen festgestellt, dass die Jungs wollten“, berichtet Eller. Nach einem Fehlstart stand man in der Winterpause an der Spitze – „einfach weil die Jungs an sich geglaubt haben. Auch danach haben sie sich nicht auf Platz eins ausgeruht.“ Trotz einer dünnen Personaldecke von 19 Akteuren in der Rückrunde. „In der Schlussphase hatte ich 13 Spieler an Bord“, so Eller, der nach der Verletzung beider Stürmer zu einer eher ungewöhnlichen Maßnahme griff. „Ich habe in den letzten beiden Partien zwei Sechser als Stürmer aufgestellt, die die gegnerische Innenverteidigung müde machen sollten. Nach der Pause kamen für sie zwei Offensivkräfte – und wir haben 6:0 bzw. 4:0 gewonnen“, sagt Eller und lacht. „Alle haben diese Entscheidung mitgetragen, auch die beiden Sechser, die wussten, dass sie nur 45 Minuten spielen würden. Und das ist die Stärke dieser U 17: Fußballerisch gibt es sicher bessere Mannschaften, aber sie ist ein echtes Team.“

Das wird auch in der U 19 größtenteils zusammenbleiben. Zehn Akteure gehen mit in die U 19, aus der – altersbedingt – nur zwei Spieler bleiben. Eller: „Nur vier waren aus dem jüngeren Jahrgang, zwei davon wechseln zu Fortuna Düsseldorf.“ Mit Frederik Baum und Muja Arifi schafften zwei Akteure den Sprung in die Regionalliga-Mannschaft.

Zeitgleich mit der U 17 machte die von Dede Sasa trainierte U 16 den Aufstieg in die Mittelrheinliga perfekt. „Das ist sehr gut für den Verein, dadurch werden wir für viele Talente attraktiv“, freut sich Eller, dessen Whatsapp-Konto derzeit mit Anfragen überquillt.

Auch aus der U 16 werden zehn Akteure hochgehen, Probetrainings und Gespräche laufen nach den Aufstiegen derzeit auf Hochtouren. Denn die beiden Bundesliga-Mannschaften werden bereits am 17. Juni wieder ins Training einsteigen, da die Saison bereits am 11. August beginnt.

Aufrufe: 04.6.2019, 10:00 Uhr
Helga Raue | AZ/ANAutor

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