
Der TSV Buchbach verliert seinen Erfolgscoach an die 2. Liga. Aleksandro Petrovic wechselt zu Greuther Fürth und erhält einen Vertrag bis 2028.
Buchbach/Fürth – Schwerer Schlag für den TSV Buchbach in der Fußball-Regionalliga: Urgestein und Erfolgscoach Aleksandro Petrovic hat zum 1. Dezember den Kultverein verlassen und ist ab sofort Co-Trainer beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth, der am Montag seinen Trainerstab um Chefcoach Thomas Kleine entlassen hat. Ein äußerst turbulenter Start erwartet Petrovic bei seinem neuen Arbeitgeber, dessen Engagement aber nichts mit der aktuellen Entwicklung zu tun hat.
„Das ist eine einmalige Chance für mich, auch wenn der Abschied nach fast 15 Jahren in Buchbach unglaublich weh tut“, ringt der 37-jährige A-Lizenz-Inhaber mit seinen Emotionen. Die Fürther Offerte traf schon vor einigen Wochen bei Petrovic und den Rot-Weißen ein, doch wollte der amtierende Vizemeister in den letzten Spielen des Jahres für keine Unruhe im Verein sorgen. Natürlich mussten auch Vertragsdetails geklärt werden.
„Für uns ist das ein Riesenverlust, Ali ist seit 2011 im Verein, aber wir wollen ihm auf seinem Weg natürlich keine Steine in den Weg legen. Mit Fürth ist alles sauber abgelaufen“, wünscht TSV-Abteilungsleiter Georg Hanslmaier Petrovic „alles erdenklich Gute im Haifischbecken Profi-Fußball“ und erklärt: „Uns fällt das schon sehr schwer.“

Einen Nachfolger für den ehemaligen Rekordspieler der Liga, der bis Sommer nächsten Jahres Vertrag hatte, gibt es noch nicht, wenngleich die Gespräche bereits laufen. Hanslmaier: „Wir stehen nicht unter Zugzwang, sind gut aufgestellt und werden uns die Zeit nehmen, um einen Nachfolger zu finden, mit dem wir dann auch in die nächste Regionalliga-Saison gehen können. Da werden wir sicher nichts überstürzen.“
Die 3:4-Niederlage vor Wochenfrist gegen den FC Bayern München II war das finale Heimspiel für Petrovic, der seinen Herzensverein auch am Freitag beim 0:1 in Würzburg ein letztes Mal gecoacht hat. „Auch wenn es vertraglich noch nicht feststand, habe ich es meinen Jungs natürlich gesagt. Ich wollte, dass sie es aus meinem Mund erfahren, und ich habe ihnen auch gesagt, dass es ihr Verdienst sei, dass ich diese Chance bekomme.“ O-Ton der Kabinenansprache: „Alles, was ich erreicht habe, habt Ihr geschaffen.“
Beim Kleeblatt erhält Petrovic einen Vertrag bis Sommer 2028 und wird dort Co-Trainer. Das Engagement beim renommierten Zweitligisten erhöht die Chance, möglichst schnell einen Platz für die begehrte Ausbildung zum Fußball-Lehrer zu bekommen.
Dass die sensationelle Rettungsaktion in der Saison 2023/24, als Buchbach mit zehn Punkten überwinterte, und die anschließende Vizemeistermeisterschaft in der Spielzeit darauf nicht unbemerkt bleiben würden, war eigentlich klar und auch Buchbachs Sportlichem Leiter Andreas Bichlmaier bewusst: „Ali hat sich das verdient. Es wird nicht leicht, jemanden zu finden, der in seine Fußstapfen treten kann. Aber der Boden ist bestellt, man hat gesehen, was möglich ist.“
„Die wichtigste Botschaft ist, immer Mensch zu bleiben, das habe ich in Buchbach gelernt.“
Coach Aleksandro Petrovic über die Zeit beim Fußball-Regionalligisten TSV Buchbach.
Aus seiner Verbundenheit mit den Rot-Weißen hat Petrovic noch nie ein Hehl gemacht: „Mir liegt der Verein unfassbar am Herzen. Und mir ist es wichtig, dass ich Buchbach zu einem Zeitpunkt verlassen kann, in dem der Verein besser dasteht als es vor 15 Jahren war. Ich bin als Stadtmensch gekommen und bin auf dem Dorf angekommen. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte. Ich habe so viele schöne Momente hier erlebt, aber auch Tage, die nicht so schön waren. Für beides bin ich dankbar, für die Freude und für die Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich mich aber viel gelehrt haben. Die wichtigste Botschaft ist, immer Mensch zu bleiben, das habe ich in Buchbach gelernt.“
Als werdender Vater, der demnächst ein Töchterchen erwartet, wird der gebürtige Serbe, der in Giesing groß geworden ist, erst einmal im Hotel wohnen und sich dann nach einer Wohnung in Fürth umschauen. Die Ereignisse haben sich auch für Petrovic überschlagen.