2026-05-15T09:36:57.455Z

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AfD will Concordia Goch vertreiben: „Eine absolute Frechheit“

Die AfD-Fraktion stellt einen Antrag auf Umwidmung des Sportplatzes.

von RP / Jürgen Loosen · Gestern, 22:30 Uhr · 0 Leser
Die AfD stellt den Sportplatz von Concordia Goch in Frage.
Die AfD stellt den Sportplatz von Concordia Goch in Frage. – Foto: Sylwia Kopeć

Noch ist das erste Wort in der sechsten Sitzung des Gocher Stadtrates nicht gefallen, da sorgt ein Thema vor allem in Sportler-Kreisen der alten Weberstadt für Aufregung: Die AfD-Fraktion stellt am Dienstag, 19. Mai, um 18 Uhr, einen „Antrag auf Prüfung der Umwidmung und Erschließung der Fläche des Sportplatzes an der Vulkeskuhle zu Bauland“.

Heimat von Concordia Goch in Gefahr

Genau dort ist freilich die angestammte Heimat des 1919 gegründeten FC Concordia Goch. Der müsste nach Vorstellung der fünfköpfigen Fraktion das Gelände verlassen und zum Nachbar-Rivalen SV Viktoria Goch ins Hubert-Houben-Stadion umziehen.

In der Begründung des vom Fraktionschef Klaus Haefs und Stellvertreter Benedikt Thüs unterzeichneten Antrags heißt es, die Verwaltung solle zunächst prüfen und bewerten, ob die Nutzung des Stadions durch zwei Vereine mit der bestehenden Infrastruktur möglich sei. Dann kommt der Vorschlag, auf dem 31.000 Quadratmeter großen Grundstück der Vulkeskuhle Wohnhäuser aller Art zu errichten. Da kalkulieren die Politiker mit einem Einnahmepotenzial von 7,75 Millionen Euro bei einem angenommenen Quadratmeter-Verkaufspreis von 250 Euro.

Von Wohngebiet umgeben

Die Vulkeskuhle sei ohnehin von Wohnbebauung umgeben, für das Gebiet gehen die Antragsteller von 70 bis 100 Wohnhäusern mit bis zu 500 Menschen aus. Eine ergebnisoffene Prüfung hält man für sachgerecht. Kaum war der Antrag öffentlich, war er Gesprächsstoff Nummer eins in Goch, nicht nur an Theken und öffentlichen Plätzen, sondern auch in allen betroffenen (und sportlich interessierten) Familien. Und die sozialen Medien explodierten förmlich.

Auf Facebook hat die Concordia mit einer ausführlichen Stellungnahme reagiert, im Gespräch mit unserer Redaktion nahm der Vorsitzende des derzeit 467 Mitglieder großen Vereins, Christian Rothgang, eindeutig Stellung: „Das ist eine absolute Frechheit. Ohne mit uns irgendwie Kontakt aufzunehmen, haben die den Prüfantrag gestellt, der eigentlich keiner ist, weil da schon ganz konkrete Vorstellungen entwickelt werden, um uns zu vertreiben. Das würde uns die Existenz kosten.“

Der Antrag sei „völlig daneben und schief, und alles, ohne mit uns zu reden. Das ist unglaublich“. Als er von dem Schreiben für den Rat erfuhr, sei er „sauer und traurig zugleich über das miese Vorgehen“ gewesen, sagt der Mann, der 2019 Prinz Karneval vom KCC Goch war. Der Verein hat bereits eine Unterschriftenaktion in Goch ins Leben gerufen, für den Dienstag ist eine kleine Demo mit Kindern und Eltern vor Beginn der Ratssitzung auf dem Markt geplant.