
Auch im niederklassigen Amateurfußball geht es immer schnelllebiger zu. Umso bemerkenswerter ist, dass Admir Hodzic den FC Labertal schon seit achteinhalb Jahren anleitet. Im Sommer 2017 übernahm er das Spielertraineramt gemeinsam mit Sinisa Rudan. Mit Erfolg. Unter des Leitung des gleichberechtigten Trainerduos schaffte der FC im Jahr 2019 nach zehnjähriger Abstinenz die Rückkehr in die Kreisklasse – wo der Dorfverein heute noch spielt. Seit der vergangenen Saison ist der 41-jährige Regensburger alleine für die Mannschaft verantwortlich. Doch die Ära neigt sich dem Ende zu, denn Hodzic wird die Labertaler nach neun Jahren am Ende der Saison verlassen.
Hauptausschlaggebend für die Trennung war schlicht und einfach die lange gemeinsame Zeit: „Heutzutage ist nicht normal, acht oder neun Jahre irgendwo Trainer zu sein. Meist tut ja ein Wechsel nach drei, vier Jahren gut“, weiß Hodzic, der sich beim FC Labertal „von Anfang an sehr wohlgefühlt“ hat. „Die ersten sieben Jahre coachte ich das Team gemeinsam mit Sinisa Rudan, meinem besten Freund und Trauzeugen. Das hat Spaß gemacht. Dann habe ich geschaut, wie es ist, alleine Verantwortung zu tragen. Nach neun Jahren ist nun Schluss.“ Der Abschied hängt auch ein Stück weit mit der Fahrstrecke zusammen. Hodzic wohnt in Prüfening, nach Riekofen ist es doch ein ganzes Stück.
Die vergangenen Jahre möchte der Defensiv-Allrounder, der früher für Thalmassing und Obertraubling in der Bezirksliga kickte, auf keinen Fall missen. „Das ist ein toller, familiärer und sehr gut geführter Verein. Die Fußballplätze sind gepflegt ohne Ende, im Regensburger Kreis habe ich selten solche Plätze gehen. Auch Vereinsheim und Kabine sind top. Mein Nachfolger kann sich auf eine intakte und coole Mannschaft sowie auf eine top Anlage freuen. Verein und ich sind beide glücklich mit der Entscheidung. Nach dem Saisonende feiern wir ein Fest – hoffentlich mit dem geschafftem Klassenerhalt“, schmunzelt Hodzic.
Zur Winterpause rangiert der FC Labertal in der Kreisklasse 1 mit 18 Punkten auf Platz neun. Der Vorsprung auf die Abstiegs-Relegationszone beträgt zwar fünf Punkte, doch die direkte Konkurrenz hat ein bis zwei Spiele weniger absolviert. „Mit Sünching, Wiesent, Illkofen und Brennberg haben wir in der Restsaison brutale Brocken vor der Brust. Es wird zwar harte Arbeit, aber wenn wir komplett sind, werden wir den Klassenerhalt schaffen. Dafür werden wir alles tun“, erklärt Hodzic, dessen ehemaliger Trainerpartner Sinisa Rudan weiterhin für den FC spielt und sich aktuell fit macht für die Restrückrunde.
Wie geht es mit Admir Hodzic nach dieser Saison weiter? „Ich habe Lust, ab Sommer etwas Neues zu machen. Es muss halt passen. Ob wieder als Spielertrainer oder nur als Spieler, ist beides möglich. Ich bin offen für alles, habe mich schon mit zwei, drei Vereinen unterhalten“, so der Familienvater und Vollblutfußballer.
