
Gerade einmal gut acht Kilometer trennen die beiden Heimspielstätten – und nach einem Jahr Abstinenz in der Thüringenliga ist das prestigeträchtige Derby zurück in der Landesklasse. Die Fans dürfen sich auf ein intensives und emotionales Aufeinandertreffen freuen.
Der VfL Meiningen ist nach drei Spielen noch ungeschlagen und steht mit sieben Punkten hervorragend da. Trainer Marcel Kißling zieht ein insgesamt positives Fazit: "Mit unserem Ligastart bin ich insgesamt recht zufrieden. Man merkt allerdings, dass wir uns noch an die Liga gewöhnen müssen – das Spiel ist doch ein anderes, wenn man als Absteiger selbst gefordert ist. Positiv ist, dass wir schon gute Ansätze gezeigt haben. Gleichzeitig liegt unser Potenzial vor allem in der Effizienz und im Spieltempo, da wollen wir uns klar verbessern."
Auch der SV Walldorf kann mit seinem Start zufrieden sein. Nach zwei Heimsiegen und einer Niederlage stehen sechs Punkte zu Buche. Trainer Daniele "Ele"Angrisani, der gemeinsam mit Steven Abe die Mannschaft betreut, zeigt sich erleichtert: "Nach der durchwachsenen Vorbereitung wussten wir nicht wirklich, wo wir stehen. Das Pokalaus im Derby gegen Herpf wurmt uns natürlich, aber mit den 6 Punkten aus 3 Spielen sind wir zufrieden. Positiv ist die Stimmung und der Zusammenhalt in der jungen Mannschaft und im Verein."
Auf dem Papier geht der VfL als klarer Favorit ins Duell. Das letzte Landesklasse-Aufeinandertreffen im Maßfeld zu Meiningen im April 2024 entschieden die Theaterstädter mit 5:1 deutlich für sich. Doch gerade Derbys folgen oft ihren eigenen Gesetzen – ein Umstand, den auch VfL-Coach Kißling betont: "Derbys haben immer ihren eigenen Charakter. Ich erwarte viel Emotionalität und Leidenschaft von beiden Seiten. Am Ende wird das Spiel über klassische Tugenden entschieden – wer diese mehr auf den Platz bringt, wird als Sieger vom Feld gehen."

Walldorfs Trainer Angrisani weiß um die Schwere der Aufgabe, gibt sich aber kämpferisch: "Es wird für uns ein sehr schweres Spiel. Der VfL ist aus der Verbandsliga abgestiegen, konnte den guten Kader weitestgehend halten und hat auch an der Linie einen Trainer, der sein Handwerk versteht. Die Favoritenrolle liegt klar bei Meiningen, aber in einem Stadtderby ist alles möglich. Wir werden alles versuchen, um etwas Zählbares auf die kurze Heimreise mitzunehmen."
Für die Fans und Vereine hat dieses Derby große Bedeutung – für beide Trainer jedoch auch einen besonderen, aber unterschiedlichen Stellenwert. Walldorfs Angrisani erklärt: "Wir freuen uns natürlich auf die Spiele gegen den VfL. Die Spieler kennen sich, und die Rivalität ist nicht mehr so, wie sie früher mal war. Es gibt auch für dieses Spiel 'nur' drei Punkte, dennoch sind wir uns der Brisanz bewusst und wollen alles daran setzen, dass es ein interessantes und faires Derby wird."
Auch VfL-Coach Kißling blickt voller Vorfreude auf die Partie: "Für den Verein hat das Derby gegen Walldorf aufgrund der Geschichte eine sehr große Bedeutung, und auch für die Spieler ist es etwas Besonderes. Für mich persönlich ist es etwas weniger brisant, da ich durch meine regionalen Verbindungen einen sehr guten Draht nach Walldorf habe. Trotzdem überwiegt natürlich die Vorfreude auf dieses Spiel."
Mit zwei gut gestarteten Teams, leidenschaftlichen Fans und viel Prestige auf dem Spiel sind die Zutaten für ein packendes Derby angerichtet. Während Meiningen die Favoritenrolle annehmen muss, wird Walldorf alles daransetzen, dem großen Nachbarn ein Bein zu stellen.
Eines ist sicher: Am Ende werden nicht nur spielerische Qualität, sondern auch Kampfgeist und Nervenstärke darüber entscheiden, wer das Wochenende mit drei Punkten in der Fußballtasche starten darf...
