
Vor Jahresfrist nahm der AC Italia Hilden die neue Saison in der Kreisliga B gleichermaßen zuversichtlich wie erwartungsvoll in Angriff. 32 Spieltage weiter erfüllten sich die Aufstiegshoffnungen, ging der AC als souveräner Spitzenreiter der Gruppe 2 (83 Punkte, 127:52 Tore) durchs Ziel. Italia war nach zwölfjähriger Abwesenheit zurück in der Kreisliga A. Vorausgegangen waren viele Jahre nicht nur in der B-Klasse, selbst das Abrutschen in die Kreisliga C zählt zum eher unrühmlichen Kapitel der sportlichen Vergangenheit.
Dazu gehört aber auch ein seinerzeit prominenter Übungsleiter. Von Ende 2014 bis November 2016 trainierte der einst bekannte Bundesliga-Stürmer Richard Cyron (60 Jahre – zwei Länderspiele für Polen), der in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Fußballstiefel für den Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiß Essen schnürte, den Klub von der Schützenstraße. Eine Momentaufnahme aus der Vereinshistorie. Aktuell will das Trainerduo Thomas Priebke und Patrick Loewenau, nach der Trennung vom erfahrenen Erwin Althoff im vergangenen November, mit dem umformierten Aufstiegskader das Abenteuer Kreisliga A meistern.
Gleichwohl: Bevor der Anpfiff zum ersten Meisterschaftsspiel erfolgt, quittierte der Aufsteiger bereits einen Dämpfer. Das vorgezogene Erstrunden-Kreispokalspiel bei Kreisliga A-Absteiger SV Oberbilk 09 Düsseldorf ging mit 1:2 (0:1) verloren. Den Pausenrückstand (13.) durch Yassin Zennati egalisierte AC-Kapitän Louis Loewenau per Foulelfmeter (49.). Der Treffer von Declan Kelly acht Minuten darauf bedeutete bereits die frühe Entscheidung und den Pokal-K.o. der ersatzgeschwächt angetretenen Gäste. Die müssen sich jetzt kurz schütteln und das Augenmerk auf den Punktspielauftakt am Sonntag (15 Uhr, Sportplatz Schützenstraße) gegen Bezirksligaabsteiger TSV Urdenbach richten.
Der Kader des Aufsteigers hat sich in Teilen geändert. Offen bleibt, wie die Mannschaft den Wechsel von Torben Tiedemann kompensiert, den es, wie seinen Bruder Luca, offensichtlich aus privaten Gründen zum C-Kreisligisten SSV Erkrath II zog. Immerhin wurden für den 24-jährigen Mittelfeldspieler am Saisonende 29 Tore und 24 Assists notiert. Zunächst einmal ein Handicap, das die beiden Coaches angesichts der Zugänge aber in den Griff bekommen sollten.
„Vorweg, wir haben alle wichtigen Leistungsträger halten können. Dazu haben wir uns gut verstärkt, unseren Kader etwas breiter aufgestellt, um Ausfälle im Verlauf der Saison besser auffangen zu können“, betont Thomas Priebke. Der 33-jährige Coach ergänzt: „Als Aufsteiger ist für uns der Klassenerhalt das erste Ziel. Wir müssen allerdings noch an diversen Baustellen arbeiten. 52 Gegentore in der Aufstiegssaison, das war einfach zu viel. Da gilt es in Zukunft defensiv stabiler aufzutreten und auch schneller von Angriff auf Abwehr umzuschalten. Diese Automatismen müssen aber erst noch greifen.“
Priebke und Loewenau wissen demnach, was zu tun ist. Von der Qualität ihrer Stammkräfte wie Torhüter Lucas Schröder, Spielführer Louis Loewenau, Marvin Kucznierz, Sascha Hofrath, Phillip Geißler, Jeremy Dykoff, Dominik Cikac, Ramazan Kocak, Robin Bondorf, Khalid Boyraoua oder Torjäger Jannis Remhof (28 Tore in 32 Spielen) sind die Trainer ohnehin überzeugt. Dass die Etablierten und die Zugänge schnellstmöglich eine kompakte Einheit bilden, das ist der Plan.
Die Neuen, das sind Torhüter Dominik Schillings (27, zuletzt SV Hilden-Ost) sowie die Offensivkräfte Mirkan Demirkaya (36, TSV Neviges), Abderrahman Elmajjaoui (23, TuSpo Richrath II), Kevin Nassen (25, GSV Langenfeld) und Mohamed Galil (24, SSVg Haan). Im Mittelfeld sollen Harun Gür (FC Türkspor Hilden), Michel Konstantin Bursie und Devrim Acil (beide 1. FC Monheim, A-Junioren) Akzente setzen. Direkt aus der FCM-Jugend kommt auch Abwehrspieler Kaan Kara, während Kaan Sezek (26, zuletzt SV Hilden-Ost) und Abdelkarim Faci (24, FC St. Augustin, SC Schiefbahn) bereits über Kreisliga A-Erfahrung verfügen.
Vorerst fehlt mit Philipp Schottke (26 Spiele, 31 Tore) eine absolute Stammkraft. Der 37-jährige Offensivmann zog sich vier, fünf Wochen vor Saisonende einen Achillerssehnenriss zu. Auch Abwehrmann Martin Kanke (Knieprobleme) fehlt vorerst. Bemerkenswert: Durch die Ausfälle von Tiedemann und Schottke brechen dem AC Italia gleich mal 60 Tore weg. Dennoch nimmt der Neuling die Aufgabe „Kreisliga A“ gerne an.
Mario Tassone sagt: „Der Ligaerhalt hat für uns oberste Priorität. Von daher wäre ein einstelliger Tabellenplatz schon eine tolle Sache. Wir haben uns gut verstärkt und auch in der Breite ergänzt. Dadurch bietet sich unseren Trainern personell und auch taktisch mehr Spielraum.“ Der 1. Vorsitzende des AC Italia fügt hinzu: „Das für uns neue Umfeld ist eine Herausforderung, die wir aber mit Selbstvertrauen und großem Engagement angehen. Die höhere Liga und die fußballerisch bessere Qualität der Gegner, es kommt da einiges auf uns zu. Wichtig ist, dass wir gleich zu Beginn Punkte sammeln, erst gar nicht in die untere Tabellenregion rutschen.“