
Vorrundenfinale in der Kreisliga Nord: Die am oberen Rand des Klassements platzierten Teams stehen allesamt vor Hausaufgaben, die man - um den Ambitionen weitere Nahrung zu geben - einfach erfolgreich lösen muss. Herbstmeister SV 08 Auerbach (1./32 - im Derby gegen Eschenbach), das punktgleiche Duo aus Grafenwöhr (2./26 - zur Kirwa gegen Erbendorf) und Trabitz (3./26 - gegen Kirchenthumbach) und schließlich der TSV Eslarn (4./23 - ebenfalls Kirwamatch gegen Reuth) schlüpfen in ihren Partien in die Favoritenrolle und wollen dieser auch gerecht werden.
Betrachten wir noch die Herausforderungen, vor denen die Teams auf den Abstiegsrängen und in unmittelbarer Nähe dieser stehen. Da stehen in Kohlberg (14./4) mit dem gastgebenden Schlußlicht und dem Gast aus Oberfranken, dem ASV Haidenaab (10./11) zwei Teams vor einer richtungsweisenden Partie, in der aufgrund der Tabellenkonstellation mehr als nur drei Punkte vergeben werden. Für die beiden "Schleudersitzinhaber" SC Kirchenthumbach (13./8 - in Trabitz) und SC Eschenbach (12./10 - in Auerbach), vier bzw. sechs Punkte vor den Kohlbergern, baut sich am Wochenende bei Spitzenteams eine megahohe Mauer auf, da bedarf es schon einer Überraschung, könnten beide Zählbares ins Heimgepäck schnüren. Schließlich werfen wir noch einen Blick auf den FC Vorbach (9./12), mit nur zwei Punkten vor Rang 12 ebenfalls zum Kreis der Gefährdeten gehörend. Der steht vor dem schon immer brisanten Nachbarderby gegen den nur neun Kilometer entfernt beheimateten FC Tremmersdorf (6./19). Da tritt das Prestige, welches bei solchen Duellen immer eine Rolle spielt, in den Hintergrund. Hüben geht es um lebenswichtiges Punktegut im Abstiegskampf, drüben will man den bestiegenen "Aufzug nach oben" nicht verlassen.
Im Überblick die Vorschau auf die Ansetzungen der Runde 13:
Die Grenzlandelf gehört sicherlich zu den positiven Überraschungen der bisherigen Spielzeit, schnuppert sie doch nach zuletzt zwei Auswärtsdreiern unverändert Höhenluft. Um die Kirwastimmung noch zusätzlich anzuheizen, hat die Rackl-Elf selbstverständlich den achten Saisondreier auf der Agenda. Zudem fühlt man sich im Kreise der Topfavoriten sehr wohl. Die Gäste aus Reuth reisen als Außenseiter an die Landesgrenze. Mit 15 Zählern auf der Habenseite ist der Puffer zum ersten Relegationsplatz nicht allzu dick, deshalb wird man alles in die Waagschale werfen - wohlwissend, dass eine extrem schwere Aufgabe wartet - um nicht ohne Zählbares den Platz verlassen zu müssen.
"Bereits am Samstag geht es zuhause gegen den TSV Reuth - nach zuletzt zwei Auswärtspartien in Folge. Zum Abschluss der Hinrunde haben wir in Eslarn Kirwa und wollen zuhause richtig gut performen. Wir haben nur gegen den Spitzenreiter eine Niederlage hinnehmen müssen, das soll auch nach dem Wochenende so bleiben. Spielerisch werden wir versuchen, an die letzten Partien anzuknüpfen, wo wir sehr viel Ballbesitz hatten. Ein Hauptaugenmerk legen wir weiterhin auf das Abstellen unserer individuellen Fehler, die uns leider immer wieder unnötige Gegentore bescheren", so TSV-Spielertrainer Peter Rackl.
"Am Samstag geht es zum Kirwaspiel nach Eslarn. Wir haben leider aus den letzten drei Partien nichts Zählbares ernten können. Umso größer ist die Sehnsucht, wieder als Sieger vom Platz zu gehen. Dass das alles andere als leicht wird, versteht sich von selbst. Eslarn spielt eine herrvoragende Saison und ist gut drauf", sagt der Spielercoach der Gäste, Tom Wildenauer.
Sechs Punkte hinter Auerbach, punktgleich mit Grafenwöhr, Eslarn im Nacken, ohne Wenn und Aber darf für die SpVgg nichts anderes zählen, als ein Heimdreier. Da der Gast jedoch mit dem Rücken zur Wand steht, wird er kämpferisch alles auspacken, was er im Tank hat. So wird die Partie für die Baier-Elf sicherlich kein Selbstläufer, denn die Gäste werden um jeden Zentimeter des grünen Geläufs fighten. Dass der SCK als krasser Außenseiter antritt ist klar, dennoch wird er versuchen, dem favorisierten Gastgeber so gut es geht Paroli zu bieten. Wozu es reicht, wird man sehen.
"Die Ausgangslage ist klar, wir spielen gegen einen Gegner, der auf einem der hinteren Tabellenplätze rangiert. Trotzdem gilt für uns das oberste Prinzip: Wir unterschätzen absolut niemanden! Meine Mannschaft hat die Trainingswoche sehr fokussiert genutzt, um sich optimal auf diese Partie einzustellen. Der klare Fokus lag darauf, unsere eigenen Stärken zu festigen und uns nur auf das zu konzentrieren, was wir selbst beeinflussen können - nämlich unsere Leistung und unseren Einsatz. Wir wissen, dass Teams in dieser Phase oft mit besonders viel Leidenschaft und Einsatzbereitschaft agieren. Deshalb erwarte ich von meiner Mannschaft höchste Konzentration und Disziplin über die vollen 90 Minuten. Wir müssen den Kampf von der ersten Sekunde an entschlossen annehmen und zeigen, wer Herr im Haus ist. So verhindern wir, dass unnötige Spannung aufkommt. Unser Ziel ist es, die Hinrunde mit einem Heimsieg abzuschließen und die drei Punkte unbedingt hier zu behalten. Diesen Erfolg wollen wir durch unser starkes Spiel erzwingen - mit unserem bekannt hohen Tempo, konsequenter Defensivarbeit und entschlossenem Zug zum Tor", lässt SpVgg-Coach keinen Zweifel am Vorhaben der Seinen.
"Im letzten Hinrundenspiel geht es nun gegen den letzten der Top 3 der Liga. Wie schon in den letzten beiden Wochen werden wir erneut als Underdog antreten. Auch wenn wir gegen Auerbach deutlich unterlegen waren, haben wir einiges gut gemacht, worauf wir den Fokus legen wollen. In Vorbereitung auf das Spiel gegen Trabitz haben wir die Trainingseinheiten entsprechend angepasst, wir werden sehen, ob dies Früchte trägt und wir wenigstens einen Punkt mitnehmen können. Die Kaderstärke ist weiterhin angespannt, da jahreszeitbedingt zusätzlich noch krankheitsbedingte Ausfälle hinzukommen", sagt Gästetrainer Andreas Freiberger.
Zehn Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage (gegen Rothenstadt), dazu ein Torverhältnis von 42:8, eine imposante Bilanz, die der SVA vor dem Vorrundenfinale vorweist. Der Weg in Richtung Bezirksliga scheint vorgezeichnet, auch wenn noch vierzehn Spieltage zu absolvieren sind. Dass man im siebten Heimspiel im "Cermak-Reisen-Sportpark" den sechsten Dreier anvisiert, ist eigentlich logisch, wohlwissend, dass Derbys immer eine Eigendynamik entwickeln können. Die Rußweiherstädter reisen in die Bergstadt als "Underdog", doch verleiht die Tatsache, dass sie neun ihrer zehn bislang eingefahrenen Zähler tatsächlich in der Fremde holten, zusätzliche Motivation, eine Überraschung in Form eines Teilerfolgs zu schaffen.
"Zum Abschluss der Hinrunde haben wir nochmal ein interessantes und nicht einfaches Derby vor uns. Analog letzter Woche gilt, über 90 Minuten die Konzentration hochzuhalten, den Kampf anzunehmen und die Torchancen auszunutzen. Eschenbach wird uns alles abverlangen. Unser Ziel ist es, die gut verlaufende Hinrunde auch entsprechend positiv zu beenden", sagt Dani Maier, Coach des Herbstmeisters.
"Wir fahren sicherlich als Aussenseiter nach Auerbach, verfolgen aber dennoch - wie in jedem Spiel - das Ziel, etwas mitzunehmen. Personell ist es eng, fehlen doch am Sonntag sicher Arthur und Reinhold Quast, Andreas Höller und Daniel Hütter. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Christian Schmiga und Valentin Schieder", so der Übungsleiter des SCE.
Im Kirwaheimspiel gegen die Steinwaldelf steht für die SVG natürlich nichts anderes, als ein Dreier auf dem Plan. Man liegt gut im Rennen, ist gut drauf und fühlt sich in der Rolle des Jägers sehr wohl. Für die Gäste geht es darum, eine doch sehr durchwachsen verlaufende bisherige Vorrunde möglichst positiv zu beenden. Da man allerdings in der Fremde bislang nur wenig "Angst und Schrecken" verbreitet hat - nur ein Sieg steht zu Buche - muss die Scheidler-Elf in der Garnisonsstadt schon zurückfinden, zu der Stärke, die sie in der letzten Saison auswärts ausgezeichnet hat. Ein Punkt dürfte das Mindestziel sein.
"Der Sieg in Eschenbach hat gezeigt, dass wir auch Spiele, in denen wir nicht unbedingt überzeugen, gewinnen können - die Mannschaft ist gefestigt genug. Was bleibt, sind die Probleme bei der Chancenverwertung, die bleibt einfach ausbaufähig, obwohl wir schon 28 Tore erzielt haben. Auf der anderen Seite sind wir gut dabei, sind punktgleich mit Trabitz und sind damit auch weiter ein Jäger der Auerbacher. Vor uns stehen jetzt zwei Heimspiele gegen Erbendorf und Kulmain, in denen wir vor eigenem Publikum natürlich auf Sieg spielen wollen. Dennoch - im Kirwamatch wartet jetzt mit Erbendorf keine leichte Aufgabe, der TSV hat sich nach zwischenzeitlichem Tief wieder gefangen, zudem merkt man, dass zuletzt Verletzte wieder auf dem Platz stehen. Doch wir sind gewappnet, bis auf meinen Kapitän, der eventuell ausfällt, sind alle an Bord. Erklärtes Ziel zur Kirwa sind drei Punkte, wir gehen optimistisch an die Hausaufgabe heran und wollen in der Spur bleiben", so SVG-Coach Bobby Bafra.
"Wir gehen hochmotiviert ins Spiel gegen Grafenwöhr und nehmen die Außenseiterrolle sehr gerne an. Sie haben im Offensivbereich viel Tempo und da gilt es für uns natürlich, die nötigen Mittel dagegen zu finden. Wenn wir es schaffen, die unnötigen Ballverluste zu minimieren und unsere Angriffe sauber zu Ende spielen ist, auf jeden Fall was möglich. Es wird eine brutale Aufgabe werden, aber mit der richtigen Einstellung glaube ich schon, das wir dort bestehen können", gibt sich Gästetrainer Benny Scheidler vorsichtig optimistisch.
Schon fast tragisch: Da bietet der VfB den Erbendorfern zuletzt über die gesamte Distanz bestens Paroli, ist eigentlich die bessere Mannschaft, um in der Schlußphase durch zwei Gegentreffer innerhalb von 120 Sekunden doch den Knockout zu kassieren. Die Erkenntnis, dass man auch mit favorisierten Teams bestens mithalten kann, soll nun gegen den Rangfünften helfen, zum Vorrundenende den ersten Dreier als neuformiertes Team einzufahren. Der würde im Abstiegskampf natürlich helfen und das Selbstbewußstein vor Beginn der Rückrunde steigern. Dreizehn Punkte aus den letzten fünf Matches haben den SVK in eine Tabellenregion gehievt, in der er sich wohlfühlt und in der er sich festbeissen will. So geht die Reise in den Vorort von Weiden, um die Serie des Ungeschlagenseins fortzusetzen. Will man Rang 5 halten, müssen die Zeichen auf Sieg stehen.
"Wir gehen zwar als Außenseiter in die Partie, werden jedoch alles daransetzen, Kulmain zu fordern und versuchen, Punkte in Rothenstadt zu behalten", so das kurze Statement von VfB-Coach Manuel Funk.
"In Rothenstadt wollen wir unsere Serie - sind seit sechs Partien ungeschlagen - fortsetzen. Positiv ist auch, dass unser Kader unverändert bleibt, ich also auf die Spieler zugreifen kann, die am letzten Wochenende zur Verfügung standen. Haben in dieser Woche auch richtig gut trainiert, wollen deshalb in Rothenstadt mindestens einen Punkt, bestenfalls drei mitnehmen. Mit 21 oder 23 Punkten die Vorrunde abzuschliessen, wäre natürlich top. Dann können wir mit Schwung in die nächsten Spiele gehen, wo wir die ersten Vier der Tabelle nacheinander haben und wo wir versuchen, den ein oder anderen zu ärgern", sagt Oliver Drechsler, der Trainer der Gäste.
"Spätestens jetzt geht es für uns nur noch um den Klassenerhalt und um nichts anderes", so FCV-Coach Peter Schramm nach der bitteren Niederlage in Kulmain zuletzt. So steht das mit Spannung erwartete Derby gegen den Nachbarrivalen auch ganz im Zeichen des Daseinskampfs für die Heimelf, die dringend Punkte benötigt, um den Keil zur Abstiegszone vor dem Start in Teil 2 der Saison dicker werden zu lassen. Dass man gegen den sich im Aufwind befindenden Gast sein gesamtes Potenzial auf den Platz bringen muss, ist jedem im Vorbacher Trikot klar - hochmotiviert dürfte ein jeder sein. Auch wenn der FC am letzten Wochenende gegen Kohlberg die ein oder andere Phase im Spiel hatte, die weniger zufriedenstellte, am Ende behielt er die Punkte und nur das zählt. Dass in Vorbach ein heißer Tanz wartet, ist klar, mit dem Schwung, den die letzten Wochen erzeugt haben, geht man ins Derby und will den nächsten vollen Ertrag.
"Am Sonntag steht das zuschauerträchtige Derby gegen Tremmersdorf an. Beide Mannschaften kennen sich gut, so dass es sich gegenseitig kaum überraschen kann. Wir stecken im Abstiegskampf und treten nach der Niederlage in Kulmain aktuell auf der Stelle. Tremmersdorf dagegen hat einen Lauf. Nichtsdestotrotz werden wir - gerade zu Hause - versuchen, Tremmersdorf zu schlagen. Unsere Heimstärke ist seit dieser Saison zurück (zehn unserer zwölf Punkte haben wir zu Hause geholt). Die personelle Situation hat sich seit letzter Woche auch wieder gebessert (vier Urlauber und zwei Verletzte sind wieder zurück), so dass uns aktuell "nur" noch unsere fünf Langzeitverletzten fehlen. Aufgrund der Tabelle und der letzten Ergebnisse ist Tremmersdorf auf dem Papier favorisiert, aber das wird im Derby keine Rolle spielen. Unser Gegner wird sicher nicht ohne Respekt nach Vorbach fahren. Letztendlich werden Tagesform, Wille und Spielglück entscheiden", so der Vorbacher Übungsleiter Peter Schramm.
"Der FC Vorbach gegen den FC Tremmersdorf: Fußballherz, was willst du mehr! Nachdem das letzte Derby am Saisonende 24/25 eher zur Rubrik "Sommerfußball" gehörte - schließlich ging es für beide Teams um nichts mehr - freut man sich nun auf beiden Seiten wieder auf ein richtiges und rassiges Nachbarschaftsduell. Im Lager des FCT hofft man natürlich, dass der Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigt wird. Allerdings werden sich die Jungs von Trainer Robert Schäffler diesmal keine "Auszeiten" wie letzte Woche gegen Kohlberg leisten können, wenn man mit einem Sieg die Heimreise antreten will", sagt der erste Vorsitzende der Gäste, Wolfgang Seitz.
Nach der Rückkehr von der Kreisliga Süd in den Norden und dem Verlust mehrerer, verdienter Stammkräfte, steckt der SVK sein Saisonbeginn tief im Abstiegssumpf. Kein Sieg, nur vier Unentschieden, die Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Nun beträgt der Abstand zu Relegationsplatz 13 nur vier Punkte, ein erster Dreier würde die vorrangige Absicht, den einzigen Direktabstiegsplatz möglichst bald zu verlassen, natürlich befeuern. An Aufgabe denkt in Kohlberg trotz der prekären Situation noch keiner, immerhin sind noch vierzehn Spieltage zu absolvieren. Der letzte Sieg der Gäste aus Oberfranken liegt lange - am 22. August schlug man Eschenbach mit 6:2 - zurück. Das Abdriften in eine nicht ungefährliche Region der Tabelle ist die logische Konsequenz daraus. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, spielen aber am Sonntag um 15 Uhr keine Rolle mehr. "Richtungsweisende Partie" oder auch "Sechs-Punkte-Spiel", beides trifft für die Kaufmann-Elf zu, wenn das eminent wichtige Match in Kohlberg angepfiffen ist. Alles andere, als der erst zweite Auswärtssieg darf nicht zählen.
"Sonntag kommt der ASV Haidenaab zu uns. Ein Gegner, der auch schon lange Kreisligaerfahrung hat. Sie werden uns das Leben schwer machen, denn auch sie wollen, ja müssen punkten, um zu verhindern, ebenfalls hinten reinzurutschen. Für uns geht's natürlich auch um viel, es wird ein hart umkämpftes Spiel werden von beiden Seiten. Wir müssen den Kampf von der ersten Sekunde an annehmen und über 90 Minuten fortsetzen. Wir haben ein Heimspiel, das wir endlich gewinnen wollen, so heißt es, alles in die Waagschale zu werfen. Ich glaube an die Mannschaft, denn sie arbeitet seit ich hier bin sehr hart und gut", so der neue SVK-Coach Eugenio Wild.
"Wie immer wird es auch diese Woche wieder verletzungs- und krankheitsbedingt einige Änderungen in der Startelf geben müssen. Trotzdem zählt am Sonntag nur eins: Drei Punkte für den ASV! Wir stellen uns entsprechend auf einen harten Kampf ein", so das kurze Statement von Gästetrainer Michael Kaufmann.
