2026-04-23T13:43:33.969Z

Allgemeines

Abstiegskampf in der Oberliga spitzt sich zu

Zwischenzeitlich sah es richtig gut aus für die beiden Aufsteiger, doch die jüngsten Ergebnisse haben die Spieler aus Jüchen und Holzheim zurückgeworfen im Rennen um den Klassenverbleib. Vor allem die HSG steht am Sonntag unter Zugzwang.

von RP / David Beineke · Heute, 08:15 Uhr · 0 Leser
Die HSG benötigt wieder einen Sieg
Die HSG benötigt wieder einen Sieg – Foto: Jens Terhardt

Was waren das für Big Points, die die Holzheimer SG nach der Derby-Niederlage im Februar gegen Jüchen geholt hat. Elf Zähler aus fünf Partien mit dem emotionalen Höhepunkt des Heimsieges gegen den KFC Uerdingen. Doch danach erfolgte dann ein Einbruch mit null Punkten und 1:12 Toren aus drei Spielen, der mächtig auf die Stimmung drückt bei der HSG. Und auch wenn der Kreisrivale und Mitaufsteiger VfL Jüchen/Garzweiler mit vier Punkten mehr auf dem Konto noch besser dasteht, ist es dort um die Laune nicht zum Besten bestellt. Die anvisierte 40-Punkte-Marke will gefühlt einfach nicht näher rücken, gerade die jüngsten Pleiten in Kleve (0:1) und beim TSV Meerbusch (0:4) haben wehgetan. Betrug der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz davor noch zehn Punkte, so ist er nun auf sechs geschrumpft. Kein Zweifel, sechs Spieltage vor Ende der Saison spitzt sich die Lage im Abstiegskampf zu, und die beiden heimischen Oberligisten sind mittendrin.

Klar ist aber auch, in dieser Konstellation stehen die Holzheimer mehr unter Zugzwang, zumal ihnen ihr Restprogramm an den nächsten beiden Wochenenden Duelle gegen direkte Konkurrenten im Tabellenkeller beschert, ehe dann die nur schwer zu lösenden Aufgaben beim Tabellenzweiten Hilden und daheim gegen Primus Ratingen anstehen. Los geht’s am Sonntag mit dem Sechs-Punkte-Spiel beim Mitaufsteiger DJK Frintrop, ehe dann daheim die nicht minder brisante Partie gegen Monheim ansteht. Klar, dass die Ausgangslage mit drei bitteren Niederlagen im Rücken nicht die beste ist, zumal sie in einer Phase zustande kamen, in der personelle Entscheidungen im Verein für Unruhe gesorgt haben. Die Abteilungsleitung und der Trainerstab stellen sich neu auf, zudem deuten sich große Veränderungen in der Kaderstruktur an.

Das Ding gemeinsam bis zum Schluss durchziehen

„Natürlich lassen sich für jede einzelne Niederlage Gründe finden, seien es nun die Personalien vor oder während der Spiele oder Begleitumstände im Verein“, sagt der nach der Saison scheidende HSG-Coach Jesco Neumann, „aber die Gespräche, die wir direkt nach der Niederlage in St. Tönis und unter der Woche geführt haben, haben einen Tenor: Wir ziehen das Ding gemeinsam bis zum Schluss durch und wollen uns vernünftig verabschieden.“ Eine wichtige Erkenntnis aus der jüngsten Pleite: Auch wenn die Führungsspieler fehlen, darf das kein Grund sein, das für die Holzheimer SG typische Auftreten als starkes Kollektiv nicht auf den Platz zu bringen.

„Die Mannschaft ist sich bewusst, dass sie so was von in der Pflicht ist in Frintrop“, betont Neumann, der aber auch hofft, dass mit Blick auf Sonntag weitere Störgeräusche ausbleiben, um sich in Ruhe und konzentriert vorbereiten zu können. Immerhin gibt es Hoffnung aus personeller Sicht. Zwar ist Torwart Johannes Kultscher nach seiner unglücklichen Roten Karte gegen Homberg noch einmal gesperrt, doch in Abdelkarim Afkir, Oguz Ayan und Robert Wilschrey sind drei absolute Führungskräfte aus dem Mannschaftsrat nach Verletzungen auf dem Weg der Besserung, das gilt auch für den wichtigen Jonas Theuerzeit. „Wer nun wirklich für einen Einsatz in Frage kommt, wird sich zeigen. Aber wenn diese Spieler auch nur auf der Bank sitzen und dort ihren Teil beitragen, ist das schon ein ganz wichtiges Signal“, meint Jesco Neumann, der sowohl personell als auch taktisch Sonntag etwas Neues plant: „Da stehen auch wir als Trainerteam nach drei verlorenen Spielen in der Pflicht.“

Jüchen geht personell auf dem Zahnfleisch

Für die Jüchener sind es „nur“ zwei Niederlagen in Folge, allerdings mit unangenehmen Folgen mit Blick auf den Abstand zur Abstiegszone. Und nun geht es am Sonntag zum formstarken SC St. Tönis, der mit fünf Punkten hinter Primus Ratingen sogar noch Titelchancen hat. Gut möglich also, dass vor den danach folgenden drei Partien gegen Teams, die von hinten Druck machen (Baumberg, Sonsbeck, Biemenhorst), eine weitere Pleite in den ohnehin schon schweren Rucksack kommt. „Wir gehen aktuell nicht so ans Limit wie noch in der Hinrunde“, stellt VfL-Coach Daniel Klinger fest, der dabei einen physischen und mentalen Kräfteverschleiß gegen Ende einer anstrengenden Saison nicht gelten lassen möchte. „Wir trainieren hier ja nicht jeden Tag.“ Auch dass Spieler gedanklich nicht mehr voll bei der Sache sind, weil sie schon andere Pläne im Kopf haben, mag er sich nicht vorstellen: „Hier will sich doch keiner mit einem Abstieg verabschieden.“ Deshalb betont Klinger: „Das ist eine Einstellungssache. Habe ich Bock, mich die letzten Spiele noch mal reinzuhängen oder nicht.“

Was der VfL-Coach zugesteht, ist, dass seine Truppe aktuell personell auf dem Zahnfleisch geht. Nach dem Saisonaus von Ex-Profi Tim Heubach hat nun auch Justin Francis dasselbe Schicksal mit einem Innenbandriss im Knie ereilt. Zudem fallen für Sonntag zusätzlich noch die erkrankten Matteo Matz und Merveil Tekadiomona aus. Ein großes Fragezeichen steht noch hinter der Verfassung der Gastgeber am Sonntag. Denn die befinden sich in Schockstarre, nachdem die Mannschaft am Donnerstag vom plötzlichen Tod ihres Sportlichen Leiters Markus Hagedorn erfuhr.