Die vom Kreisssportgericht getroffene Entscheidung stößt den FC Poppenberg sauer auf
Die vom Kreisssportgericht getroffene Entscheidung stößt den FC Poppenberg sauer auf – Foto: Thomas Rinke

»Absoluter Wahnsinn«: Poppenberg tobt über Neuansetzung

Das wegen einer schweren Verletzung abgebrochene Kreisklassen-Match zwischen dem FC Moos und dem FC Poppenberg soll wiederholt werden

Der Rückrundenauftakt der Kreisklasse Deggendorf wurde vor zweieinhalb Wochen von einer schweren Verletzung überschattet. Matthias Karl vom FC Moos verletzte sich im Heimspiel gegen den FC Poppenberg in der 50. Spielminute so schwer, dass das Spiel wegen eines Notarzt-Einsatzes zunächst eine halbe Stunde unterbrochen und dann abgebrochen wurde. Die Gäste führten zum Zeitpunkt mit 1:0. Das Kreissportgericht hat mittlerweile entschieden, dass die Partie neu angesetzt werden muss. Der FC Poppenberg hat gegen diese Entscheidung Protest eingelegt.

Der Klub aus der Marktgemeinde Schöllnach beruft sich dabei, auf die von Schiedsrichter Armin Veitl verfasste Meldung, in welcher der Abbruch begründet wird. In dem FuPa vorliegenden Schreiben heißt es unter anderem, dass der Kapitän des FC Moos auf dem Schiedsrichter zukam und um einen Abbruch bat, da sich die Mannschaft wegen der schweren Verletzung des Mitspielers - auch aus moralischen Gründen - nicht mehr in der Lage fühlte, das Spiel zu beenden. Der FC Poppenberg hingegen wollte die Partie weiterführen. "Aufgrund des tatsächlich vorliegenden schweren Verletzungsbildes war der Schockzustand der Spieler des Heimvereins nachvollziehbar. Deshalb brach ich als Schiedsrichter die Partie in der 50. Spielminute vom Stand von 0:1 ab", heißt es in der von Veitl gemachten Meldung, die an den zuständigen Spielleiter, das Kreissportgericht und die beiden betroffenen Vereine ging.


Das Kreissportgerichts hat zusätzlich zur Schiedsrichter-Meldung Stellungnahmen von beiden Klubs eingeholt und das Spiel neu angesetzt. "Der Schiedsrichter brach das Spiel zur Überzeugung des Kreissportgerichts aufgrund eigenen Entschlusses ab. Zwar geht aus der Meldung wie den Stellungnahmen der beiden Vereine hervor, dass ursächlich für die Entscheidung des Schiedsrichters der Schockzustand des Spielers des Heimvereins war, bei der gebotenen formalen Betrachtung kommt es jedoch darauf an, wer das Spiel abbricht und warum dies geschieht. Unstreitig brach nicht die Heimmannschaft das Spiel ab, sondern der Schiedsrichter. Der Schiedsrichter gibt auch an, dass er dies nicht ausschließlich auf Bitten des Heimvereins tat, sondern die Meldung ergibt, dass er das Spiel gerade deshalb abbrach, weil seine eigene Wahrnehmung diejenige war, dass sich die Spieler des Heimvereins teilweise in einem Schockzustand befanden und deshalb das Spiel für ihn nicht mehr regulär zu Ende führen war. Jedenfalls ist dies die Überzeugung des Kreissportgerichts nach Bewertung aller Stellungnahmen", lautet die exakte Urteilsbegründung.









Der FC Poppenberg ist über die Neuansetzung fassungslos. "Das ist ein absoluter Wahnsinn. Der Schiedsrichter hat auf Drängen des FC Moos das Spiel abgebrochen und nun werden die Fakten komplett verdreht. Wir bedauern die Verletzung des Mooser Spielers sehr und das war zweifellos schlimm, aber so etwas passiert halt leider auch immer wieder mal und deshalb braucht man nicht gleich ein Spiel abbrechen. Wir haben deshalb gegen das Urteil Protest eingelegt, weil der Abbruch ganz klar nur auf Wunsch des FC Moos passiert ist", sagt FCP-Vorstand Manfred Jakob.



"Wir können den Poppenberger Ärger verstehen, weil es umgekehrt wahrscheinlich genau so wäre. Es ist aber nicht so, dass wir eine Neuansetzung gefordert haben, wir hätten auch eine Spielwertung akzeptiert. Fakt ist, dass nach der Verletzung fast eine Stunde vergangen ist, bis der Notarzt vor Ort war und unser Spieler versorgt war. Wir haben dann die Mannschaft zusammengeholt und ein paar Spieler waren dermaßen geschockt, dass sie sich nicht in der Lage sahen, weiterzuspielen. Daraufhin haben wir den Schiedsrichter gebeten, die Partie abzubrechen. Im ersten Moment sind wir auch davon ausgegangen, dass das Spiel dann für Poppenberg gewertet wird. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich die Spieler bei einer Fortsetzung wieder aufwärmen hätten müssen und wir die gesamte Partie gar nicht mehr über die Bühne bringen hätten können, weil an diesem Tag die Zeit umgestellt wurde und wir kein Flutlicht auf unserem Hauptplatz haben. Zudem ist es auch so, dass noch fast eine komplette Halbzeit zu absolvieren gewesen wäre und wir das Spiel also durchaus noch drehen hätten können. Unabhängig von den ganzen Szenarien wäre es uns aber viel, viel lieber gewesen, wenn diese schlimme Verletzung nicht passiert wäre, dann hätten die Punkte auch ruhig nach Poppenberg gehen dürfen. Unser Spieler hat sich unter anderem das Wadenbein gebrochen und Syndesmoseband gerissen. Er kann längere Zeit nicht arbeiten und vermutlich ein Jahr nicht Fußball spielen. So etwas ist dramatisch", seufzt Roland Kübeck, Klubboss des FC Moos.


Aufrufe: 016.11.2022, 10:20 Uhr
Thomas SeidlAutor

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