2026-04-29T13:32:52.058Z

Ligavorschau

»Absolut verrückte Liga«: Vierkampf um den Thron startet in das Finale

A-Klasse Osterhofen: Beutelsbach, Aidenbach, Alkofen und Pleinting im Zentimeter-Duell +++ Direkte Vergleiche bringen die Entscheidung +++ Wer behält in der Crunchtime die Nerven?

von Marco Baumgartner · Heute, 07:00 Uhr · 0 Leser
Fällt die Entscheidung um die Meisterschaft der A-Klasse Osterhofen am letzten Spieltag, im Rückspiel des FC Alkofen um Goalgetter Timo Eineder (2. von links) gegen den SV Beutelsbach?
Fällt die Entscheidung um die Meisterschaft der A-Klasse Osterhofen am letzten Spieltag, im Rückspiel des FC Alkofen um Goalgetter Timo Eineder (2. von links) gegen den SV Beutelsbach? – Foto: Sophia Dimen

Drei Spieltage vor dem Ende der Saison gleicht das Aufstiegsrennen in der A-Klasse Osterhofen einem sportlichen Krimi. Mit dem SV Beutelsbach, dem TSV Aidenbach, dem FC Alkofen und der SpVgg Pleinting kämpfen vier Mannschaften auf Augenhöhe um den Thron, die lediglich ein einziger Punkt voneinander trennt. Bevor es an den letzten beiden Spieltagen zu den alles entscheidenden direkten Duellen kommt, blicken die Verantwortlichen der Top-Teams mit einer Mischung aus Stolz und höchster Anspannung auf die bevorstehende „Crunchtime“. Wer behält in diesem nervenaufreibenden Vierkampf die Oberhand?

Die Ausgangslage vor den entscheidenden Partien ist an Dramatik kaum zu überbieten. Der SV Beutelsbach und der TSV Aidenbach führen das Feld mit jeweils 54 Punkten an, dicht gefolgt vom FC Alkofen und der SpVgg Pleinting mit 53 Zählern. Besonders im Fokus steht an diesem Wochenende das direkte Gipfeltreffen zwischen Pleinting und dem Tabellenführer aus Beutelsbach. Für Pleintings Coach Andreas Spiegl ist die Situation trotz der jüngsten Rückschläge klar: „Natürlich waren die letzten beiden Niederlagen für uns schmerzhaft, aber es ist nach wie vor nur ein Punkt Abstand zur Tabellenführung und nun sind wir wieder in der Jäger-Rolle. Zuletzt sind die oberen 4 Mannschaften im Allgemeinen etwas ins Straucheln geraten; zudem duellieren sich alle noch gegenseitig, so dass sich bis zum letzten Spieltag die Tabelle noch mehrmals drehen kann – eine absolut verrückte Liga.“ Die Vorfreude bei der SpVgg auf das Duell mit dem Primus ist trotz personeller Engpässe ungebrochen. „Die Jungs freuen sich auf das nächste Highlight-Spiel und der Rahmen wird vor unseren Fans auch wieder stimmen. Wir glauben absolut an uns und müssen es in unserer Personalsituation erneut über das Kollektiv regeln. Es herrscht nach wie vor Aufbruchstimmung“, so Spiegl weiter.

Vom „Söldner-Stempel“ zum stolzen Tabellenführer

Auf der anderen Seite reist der SV Beutelsbach mit einer beeindruckenden Entwicklung im Rücken an. Wilfried Frankiw, der sportliche Leiter des SVB, blickt zufrieden auf die bisherige Spielzeit zurück: „Unsere Erwartungen, die wir vor der Saison hatten, wurden schon weit übertroffen. Wir haben wirklich nicht damit gerechnet, dass wir schon in der ersten Saison nach dem ‚Neustart‘ um den Aufstieg mitspielen.“ Dabei war der Weg an die Spitze steinig und von externer Kritik begleitet. „Am Anfang war unser Weg alles andere als einfach. Wir sahen uns mit viel Gegenwind konfrontiert – sowohl auf Social Media als auch auf dem Platz. Begriffe wie ‚zusammengekaufter Haufen‘ oder ‚Söldnertruppe‘ waren dabei nur ein Teil dessen, was uns entgegengebracht wurde. Doch genau diese Herausforderungen haben uns enger zusammengeschweißt“, erklärt Frankiw. Für ihn zählt nun nur noch die volle Konzentration: „Jetzt gilt es, für die letzten drei Spieltage noch einmal den vollen Fokus zu bündeln und alles in die Waagschale zu werfen. Wer weiß – vielleicht stehen wir am Ende tatsächlich ganz oben. Das Potenzial dazu haben wir ohne Zweifel.“

Aidenbach kämpft mit den Kräften – Alkofen lauert auf Big Points

Auch der TSV Aidenbach steht punktgleich auf Rang zwei, scheint jedoch mit dem Kräfteverschleiß zu kämpfen. Trainer Robert Seidl gibt offen zu: „Wir haben in der Rückrunde speziell nach dem Winter nicht mehr unser volles Potenzial abrufen können. Gefühlt kann in dieser Klasse jeder gegen jeden was liegen lassen. Nach der langen Saison sind einige Leistungsträger schon ziemlich kaputt. Wir schauen nur noch von Spiel zu Spiel und wenn sich die Möglichkeit ergibt, wollen wir da sein und endlich den Aufstieg realisieren.“ Das anstehende Duell gegen die SpVgg Aicha stuft er als Reifeprüfung ein: „Aicha ist eine kompakte Einheit, die sehr robust Fußball spielt. Wir werden bestimmt besser spielen müssen als zuletzt, vor allem sollten wir unsere Torchancen endlich wieder nutzen.“

Der FC Alkofen auf Rang drei hat zwar einen Zähler Rückstand, verfügt aber theoretisch über die beste Ausgangslage, da man an den letzten beiden Spieltagen sowohl Aidenbach als auch Beutelsbach im eigenen Stadion empfängt. Matthias Knogler, sportlicher Leiter in Alkofen, sieht sein Team trotz der jüngsten Niederlage gegen Aicha bereit für den Endspurt: „Wir sind definitiv in der entscheidenden Phase der Saison angekommen. Die Tabelle ist extrem eng, und wir sind voll dabei. Die Mannschaft zeigt eine richtig gute Entwicklung, die Stimmung ist sehr geschlossen. Vor den direkten Duellen mit Aidenbach und Beutelsbach steht für uns zunächst das Spiel gegen Forsthart an, das wir im Titelrennen unbedingt gewinnen müssen. Danach kommen zwei absolute Topspiele, in denen wir es dann selbst in der Hand haben.“ Für Knogler steht fest: „Wer die Nerven behält und konstant punktet, wird ganz oben stehen. Wir werden auf jeden Fall alles daransetzen, dass wir bis zum Schluss ein Wörtchen mitreden.“

Angesichts dieser Konstellation und des Restprogramms ist klar: In dieser Liga wird wohl erst am letzten Drücker abgerechnet. Wenn man sich die Tabelle und die anstehenden Duelle vor Augen führt, scheint es fast unmöglich, dass hier jemand ohne weiteren Punktverlust durchmarschiert – zu ausgeglichen und unberechenbar haben sich die Top-Vier zuletzt präsentiert. Man darf gespannt sein, ob Beutelsbach den Thron über die Ziellinie rettet, oder ob am Ende doch noch Alkofen oder Aidenbach die lachenden Dritten sind, während Pleinting aus der Jäger-Rolle heraus alles auf eine Karte setzt. Eines scheint jedenfalls sicher: Wer in diesen drei verbleibenden Partien die wenigsten Fehler macht, wird sich am 17. Mai wohl den verdienten Lohn abholen.

Der 24. Spieltag in der A-Klasse Osterhofen:

So., 03.05.2026, 15:00 Uhr