2026-03-25T14:09:28.761Z

Spielbericht

Abgeknickte Acht

von Jörn Kutschmann · Heute, 20:59 Uhr · 0 Leser

SV Schmöckwitz-Eichwalde – Hertha BSC Ama Zwee 4:3

16.Spieltag Kreisliga A Berlin Staffel 1 Saison 2025/2026

Freitag, 27.03.2026 19:00 Uhr

Sportanlage Hirtenfließ KR

62 Zuschauer

Abgeknickte Acht

Als vor der Saison die Kreisliga-Staffeln veröffentlicht wurden, freute ich mich am meisten auf das Spiel gegen TeBe II. Endlich mal wieder ein kleines Derby mit den Eichkamp-Veilchen.

Leider dauerte es nicht lange und es war klar, dass aus diesem Spiel nichts wird.

Tennis Borussia zog die zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurück.

Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die zweite Mannschaft kein sinnvoller Unterbau für die erste Herren darstellte.

Ein befreundeter TeBe-Fan äußerte mir gegenüber, dass das auch kein Wunder sei, da die zweite Mannschaft am langen Arm verhungert war und vom Verein so gut wie keinen Support erhalten hatte – also so wie die Amateurmannschaften bei Hertha.

Nun musste aber der fehlende Platz in der Staffel aufgefüllt werden.

Also wurde der SV Schmöckwitz-Eichwalde nachträglich zum Aufsteiger.

Schmöckwitz-Eichwalde … das war immer mein Top-Beispiel dafür, wie weit man im Berliner Fußball fahren muss. Denn dieser Verein liegt noch hinter dem Flughafen Schönefeld.

Der Anzeigenhauptmeister und ich verabredeten uns daher eine knappe Stunde vor dem Anstoß, um gemeinsam die lange Reise anzutreten.

Am frühen Nachmittag schickte er mir dann einen Link, der zu einem Artikel führte, der von einem brennenden Auto auf der A100 berichtete. Man solle die Strecke lieber umfahren und ordentlich Zeit einplanen.

Also trafen wir uns doch etwas früher und versuchten, mit Hilfe des Navis hinter die Sperrung auf der Autobahn zu kommen. Natürlich hatten noch mehrere Leute diesen Plan und da das Navi irgendwie nicht alle innerstädtischen Baustellen kannte, musste ich, als wir dann auf der Autobahn waren, etwas schneller fahren als erlaubt.

Kurz hinter dem Flughafen ging es von der Bahn runter und einmal quer durch die Pampa.

Sieben Minuten vor dem Anstoß parkten wir das Auto und wollten schnellen Fußes zum Platz. Dabei bekam der Anzeigenhauptmeister fast einen Herzkasper, weil plötzlich eine schwarze Katze an ihm vorbeischoss.

Vielleicht schon ein schlechtes Vorzeichen für das Spiel.

Was ganz lustig war: Wir waren auf dem Weg aus Berlin herausgefahren. Um jetzt zum Platz des SV Schmöckwitz-Eichwalde zu gelangen, musste man in eine kleine Gasse hineinlaufen, an deren Anfang das Ortseingangsschild von Berlin steht.

Am Platz angekommen stellten wir fest, dass wir uns gar nicht hätten abhetzen müssen, denn der Schiri war noch nicht da und der Anstoß verzögerte sich um zehn Minuten.

Also wurde entspannt mit dem bereits anwesenden Teilzeit-Assi das Equipment aufgebaut und sich des Stadionsprechers erfreut. Der hatte sein Pult direkt neben dem Grill aufgebaut (leckere Wurst, by the way) und wechselte zwischen Gassenhauern und lustigen Sprüchen.

Er nannte seinen Verein dabei immer nur „Schmöcke“ und ich würde das für den Rest des Berichts einfach übernehmen.

Während die landenden Flugzeuge auf ihrem Weg zum BER über den Platz flogen, pfiff der Schiri das Spiel an und es dauerte nicht mal zwei Minuten, bis Schmöcke in Führung ging.

Eigentlich spielten die Ama Zwee danach gut mit, kassierten aber zwischen der 33. und 38. Minute einen Doppelschlag.

Gut, dass der Anzeigenhauptmeister uns davon ablenkte und erzählte, dass er vor kurzem auf einem Fußballplatz den Begriff „abknickende Acht“ gehört hatte. Das war uns allen neu und wir versuchten, diese Begrifflichkeit zu verstehen. Weit kamen wir mit unseren Gedanken aber nicht, denn Hertha verkürzte nach 43 Minuten, bekam aber im direkten Gegenzug das 4:1. Damit durften wir zum vierten Mal an diesem Abend das „Gute-Laune-Lied“ hören. Das war hier nämlich die Torhymne und der DJ/Stadionsprecher zelebrierte damit jeden Treffer seines Teams.

Ich liebe das ja eigentlich, wenn Vereine solche Originale haben. Ist halt nur manchmal schwer zu ertragen, wenn es gegen Hertha geht.

Im zweiten Abschnitt gab es noch eine Wurst und ein eigentlich ganz gutes Spiel der Ama Zwee. Wir hatten berechtigte Angst, dass Schmöcke uns jetzt abschlachten würde.

Aber Hertha spielte ruhig weiter, kam in der 86. Minute zum 4:2. Das 4:3 in der 91. Minute kam dann zu spät, um noch etwas Zählbares mitzunehmen. Auch wenn Musti direkt nach dem Wiederanpfiff mit einem lauten „ATTACKE!“ nach vorne stürmte.

Mit dem Abpfiff machten wir uns vom Acker und vor lauter Fachsimpeln nahm ich direkt die falsche Auffahrt zur Autobahn. Über 2 € für den Liter Benzin und ich fahre erst mal sechs Kilometer in die falsche Richtung.

An der Messe verabschiedete sich der Anzeigenhauptmeister und ich fuhr nach Hause.

Schmöcke ist wirklich ein sympathischer Verein, bei dem es Spaß macht, Fußball zu gucken. Einen Punkt hätte ich trotzdem gerne mitgenommen.

Ha Ho He Amateure Zwee

Der Kutten König