
Die Oberligisten aus Württemberg waren am gestrigen Samstag wieder aktiv und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Während es für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen immer dünner wird, durfte die TSG Backnang etwas aufatmen.
Der VfR Aalen bleibt trotz der überraschenden Heimniederlage an der Spitze, doch der Vorsprung ist vor dem direkten Duell mit dem VfR Mannheim auf nur noch zwei Punkte geschmolzen. Gerade deshalb bekommt dieses 2:3 gegen den TSV Essingen ein größeres Gewicht, als es ein einzelner Rückschlag im März zunächst vermuten lässt.
Essingen wiederum unterstrich mit dem Auswärtssieg, dass die Mannschaft in dieser Saison zu den stabilsten Erscheinungen der Liga zählt und sich mit nun 42 Punkten in der erweiterten Spitzengruppe festgesetzt hat. Für Aalen ist die Lage weiterhin komfortabel, aber nicht mehr sorglos, weil der Verfolger aus Mannheim nun den unmittelbaren Zugriff auf Platz eins hat. Der kommende Spieltag verspricht damit ein Gipfeltreffen, in dem es nicht nur um drei Punkte, sondern womöglich um eine erste Richtungsentscheidung im Aufstiegsrennen geht.
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Für den 1. Göppinger SV wird die Lage im Tabellenkeller nach der 1:3-Niederlage gegen den VfR Mannheim heikler. Mit 26 Punkten bleibt der Aufsteiger auf Rang 14 hängen und kann sich im engen unteren Tabellendrittel keine längeren Schwächephasen erlauben.
Mannheim dagegen zeigte, warum die Mannschaft seit Wochen zur ersten Verfolgergruppe gehört und als Tabellenzweiter weiter massiven Druck auf Spitzenreiter Aalen ausübt. Gerade die Mischung aus Ergebnisstabilität und klarer Zielrichtung macht den Traditionsklub derzeit zu einem ernsthaften Anwärter im Titelrennen. Für Göppingen richtet sich der Blick nun auf das Kellerduell in Hollenbach, das im Kampf um den Klassenverbleib fast schon den Charakter eines Schlüsselspiels trägt.
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Die TSG Backnang hat sich mit dem knappen Heimsieg etwas Luft verschafft und den Abstand auf die ganz gefährlichen Plätze vergrößert. Mit jetzt 29 Punkten steht die Mannschaft zwar weiterhin im unteren Mittelfeld, doch in dieser Tabellenregion zählt derzeit vor allem die Fähigkeit, enge Spiele auf die eigene Seite zu ziehen.
Für Türkspor Neckarsulm ist die Niederlage schmerzhaft, weil der Aufsteiger bei 27 Punkten stehen bleibt und damit mitten im Sog des Abstiegskampfes verharrt. Die Partie war deshalb weniger wegen ihres Verlaufs bedeutend als wegen ihrer Wirkung auf die Statik der Tabelle. Backnang reist nun mit etwas mehr Ruhe nach Pforzheim, während Neckarsulm gegen Denzlingen vor einem Spiel steht, das im Kampf um den Klassenverbleib kaum an Bedeutung zu überbieten ist.
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Das torlose Remis hilft beiden Mannschaften nur bedingt, sagt über ihre aktuelle Lage aber dennoch einiges aus. Reutlingen bleibt mit 28 Punkten in einer Zone, in der jeder Zähler wertvoll ist, ohne dass man sich bereits zurücklehnen dürfte. Ravensburg wiederum behauptet mit nun 39 Punkten seinen Platz in der oberen Tabellenhälfte, verpasst es aber, den Abstand zur Spitzengruppe spürbar zu verkürzen.
Für den SSV ist das 0:0 vor allem ein Resultat der Vorsicht und des Bemühens, im engen Tabellenbild nicht weiter nach unten zu rutschen. Am kommenden Spieltag in Nöttingen wird sich zeigen, ob dieser Punktgewinn ein Fundament für mehr war oder nur ein kleiner Aufschub im nervösen Ringen um Sicherheit.
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Im direkten Duell zweier gefährdeter Mannschaften hat das 2:2 vor allem eines gezeigt: Keiner konnte sich entscheidend befreien. Normannia Gmünd bleibt mit 24 Punkten auf Rang 15 und damit unmittelbar über beziehungsweise in Schlagdistanz zur Abstiegszone, Hollenbach folgt punktgleich auf Platz 16. Solche Unentschieden wirken im Frühjahr oft doppeldeutig, weil sie einerseits das Verlieren verhindern, andererseits aber den großen Befreiungsschlag vertagen. Für beide Klubs bleibt die Ausgangslage prekär, zumal die Konkurrenz im Tabellenkeller kaum entscheidend abreißen lässt. Das nächste Wochenende verschärft die Brisanz sogar noch, weil Hollenbach gegen Göppingen ein weiteres Kellerduell vor sich hat und Gmünd in Karlsruhe ebenfalls dringend Zählbares braucht.
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Für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen nimmt die Situation nach dem klaren 1:6 immer düsterere Züge an. Mit nur 18 Punkten bleibt die Mannschaft auf Rang 17 tief im Tabellenkeller stecken, und auch das Torverhältnis ist inzwischen zu einer zusätzlichen Hypothek geworden. Die Karlsruher Zweitvertretung hingegen hat mit ihrem Auswärtssieg einen bemerkenswerten Schritt ins gesichertere Mittelfeld gemacht und sich auf 32 Punkte verbessert. Für Bietigheim-Bissingen geht es längst nicht mehr um Schönheitsfragen, sondern um das schlichte Überleben in einer Liga, in der voraussichtlich vier Mannschaften absteigen. Umso größer ist die Bedeutung des kommenden Spiels beim Türkischen SV Singen, das aus Sicht der Gäste fast schon die Kategorie letzte greifbare Chance erreicht.
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