
Main-Taunus. In der Kreisliga A Main-Taunus startete der 1. FC Sulzbach mutig in die Auswärtspartie beim SV 09 Hofheim, musste sich am Ende jedoch deutlich geschlagen geben – bereits zur Halbzeit zog der SV uneinholbar davon. Während Maik Bohlender, sportlicher Leiter des FC Sulzbach, die kämpferische Einstellung seiner Mannschaft hervorhob, stand der Verein abseits des Platzes vor einem Einschnitt: Nach der Trennung von Spielertrainer Huanito Rreshka übernimmt Carsten Schmitt das Traineramt beim abstiegsbedrohten A-Ligisten.
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Maik Bohlender, sportlicher Leiter und Spieler des 1. FC Sulzbach, sagt zur Partie beim SV 09 Hofheim: "Wir sind stark ins Spiel gestartet und haben gegen den Zweiten wiedererwartend gut dagegengehalten." Gerade in der Anfangsviertelstunde habe die Mannschaft wenig zugelassen. Allerdings sei das Team durch individuelle Fehler in kurzer Zeit deutlich in Rückstand geraten. So konnte Julius Roemer (15.) den SV erstmals in Führung bringen. Angreifer Jan Deak (21.) und Moritz Gamm (26.) erzielten im Anschluss die Treffer zum 2:0 und 3:0-Zwischenstand. Damit war der Halbzeitstand jedoch noch nicht erreicht, denn Adis Pita (33. und 38.) legte mit seinen Treffern zum 4:0 und 5:0 aus Sicht des SV 09 Hofheim gleich doppelt nach.
"In der zweiten Hälfte hatten wir uns vorgenommen, weiter dagegenzuhalten, um nicht unterzugehen, und das ist uns im Grunde gelungen", sagt Maik Bohlender. Gerade nach dem Anschlusstreffer zum 1:5 durch Kadir Numan Ar (53.) habe die Mannschaft Hoffnung auf eine Ergebnisverbesserung geschöpft. Der kurz darauf folgende Hofheimer Torerfolg zum 6:1, abermals durch Adis Pita (60.), habe diese Hoffnung allerdings getrübt. "Wir konnten in der zweiten Halbzeit aber kompakt verteidigen, und das ist trotz der verdienten Niederlage als mannschaftlich geschlossene Leistung positiv zu verzeichnen", ordnet Bohlender abschließend ein.
"Uns allen war von Anfang an bewusst, dass es diese Saison im Grunde nur um den Klassenerhalt geht", sagt Bohlender. Zwar habe die Mannschaft teils überraschend punkten können, gegen die direkte Konkurrenz aber zu wenig Zählbares eingefahren. Die sportliche Entwicklung, die Trainingsbeteiligung und das Gesamtgefüge in der Mannschaft seien in dieser Situation ins Wanken geraten. "Der Vorstand hatte nicht mehr das Gefühl, dass der Huanito das Ruder noch herumreißen kann", sagt Bohlender. Es bestehe kein Zweifel an Rreshkas Kompetenzen als Trainer, möglicherweise habe es aber an Erfahrung im Abstiegskampf gefehlt. Für seine sportliche Laufbahn wünsche der Verein dem ehemaligen Trainer trotz der Trennung weiterhin viel Erfolg.
Nachdem Daniel Quintela, spielender Co-Trainer des 1. FC Sulzbach, gegen Hofheim übergangsweise an der Seitenlinie stand, wurde Carsten Schmitt, der unter anderem beim FC Marxheim aktiv war, gegenüber der Mannschaft bereits als neuer Cheftrainer vorgestellt. Er übernehme ab sofort die Trainingsleitung. Quintela hingegen bleibe bis zum Winter als Co-Trainer im Einsatz. "Wir versuchen auch, den Kader breiter aufzustellen, um neue Impulse zu setzen", sagt Bohlender. Über seine Kontakte könne der neue Trainer neben seiner Erfahrung und seinem Engagement auch in dieser Hinsicht seine Unterstützung beisteuern.
Huanito Rreshka, ehemaliger Spielertrainer des 1. FC Sulzbach, sagt: "Wir sind wirklich im Guten auseinandergegangen, und es war eine beidseitige Trennung." Es handele sich um die bestmögliche Lösung für den Verein, denn dieser brauche neue Impulse. "Bevor wir die Entscheidung getroffen haben, wollten wir die letzten Spiele und möglicherweise positive Ergebnisse abwarten", sagt Huanito Rreshka. Gefallen sei die Übereinkunft darüber, dass die Zusammenarbeit nicht mehr fruchtbar verlaufe, schließlich in einem ausführlichen Gespräch nach einer Trainingseinheit.
Wie Rreshka berichtet, habe die geringe Zahl an Neuverpflichtungen den angestrebten Neuaufbau der Mannschaft in der A-Liga erschwert und wirke sich auf die sportlichen Leistungen aus. Stammspieler wie Mert Cerrah oder Henri Herrmann hätten in der vergangenen Saison in der A- als auch in der B-Liga gespielt. Einen großen Anteil an den für ihn nicht mehr tragbaren Rahmenbedingungen habe jedoch die anhaltend geringe Trainingsbeteiligung gehabt. Im gesamten Amateurbereich werde es immer schwieriger, die Spieler zu motivieren, regelmäßig ins Training zu kommen. Rreshka sagt: "Unter der Woche nur mit sechs bis sieben Mann zu trainieren und sonntags einen Kader zusammenzustellen, ist auf Dauer eine Mammutaufgabe".