
Hambach. Sieben Punkte aus den zurückliegenden drei Spielen, den letzten Tabellen- und einzigen Abstiegsplatz an die TSV Auerbach II weitergereicht: Der Einstand vom Andreas Davidowicz als Trainer des A-Ligisten TSV Hambach ist geglückt. Der 40-Jährige, zuvor Co-Trainer im Heppenheimer Stadtteil, übernahm, als Marco John nach der 0:1-Niederlage beim SV/BSC Mörlenbach seinen Rücktritt erklärte. „Es gab vorher keine Anzeichen, dass Marco aufhören will“, war auch Davidowicz ziemlich überrascht.
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Im ersten Spiel (0:4 bei der FSG Riedrode II) hatte der Wechsel ergebnistechnisch noch keinen Effekt. Danach aber flutschte es: 4:3 gegen die SG Brandau/Gadernheim, 1:1 bei der SG Hammelbach/Scharbach, 4:1-Kerwe-Heimspielsieg über den VfR Fehlheim II. „Ich wollte den Jungs wieder einen gewissen Spaß am Fußball vermitteln, habe versucht, ein wenig die Anspannung rauszunehmen, die extreme Verbissenheit“, sagt Davidowicz. Nach Wanderjahren (FSG Bensheim, Sportfreunde und Starkenburgia Heppenheim) ist der verheiratete Vater einer Tochter seit 2006 als Spieler und Trainer in Hambach, wo er auch aufgewachsen ist, aktiv.
Und sein Plan scheint aufzugehen. Gegen Brandau/Gadernheim spielte der TSV eine Halbzeit wie aus einem Guss, gegen Fehlheim hätten die Spieler trotz des überraschenden Ausgleichs und einem beim Stand von 2:1 verschossenen Foulelfmeter „absolut an einen Sieg geglaubt: Sie wissen, dass sie einer Drucksituation standhalten können.“Inwieweit der Wechsel auf der Trainerbank dafür gesorgt habe, „da wird es verschiedene Meinungen geben“, weiß Davidowicz, der 2024 das Amt des Zweitmannschafs-Übungsleiters abgab und Co-Trainer bei der Ersten wurde. Fußball sei halt auch „sehr viel Kopfsache“.
„Davo“ Davidowicz coacht nicht nur Spieler auf dem Fußballplatz, sondern auch Mitarbeiter in seinem Beruf bei einem Energieversorger. „Das ist mein Ding, das Trainergen war schon immer da.“ Die Arbeit macht dem kaufmännischen Angestellten, der überwiegend beim FC Starkenburgia Heppenheim fußballerisch ausgebildet wurde, Spaß. Und so könnte er sich vorstellen, auch 2026/27 den TSV Hambach zu trainieren.
Es komme natürlich darauf an, was der Verein sage: „Es wäre auch okay, wenn der eine andere Lösung hat.“ Zuvor jedenfalls soll die Mission Klassenerhalt erfolgreich abgeschlossen werden. „Jedes Jahr in der A-Liga ist ein gewonnenes Jahr unter den finanziellen Voraussetzungen, wie sie in Hambach herrschen“, sagt der Fan der Mannheimer Adler, der fußballerisch Sympathien für Eintracht Frankfurt, den SV Darmstadt 98 und den SV Waldhof Mannheim hegt.
Auf jeden Fall riecht es nach Ansicht des Vierzigjährigen danach, „dass wir die Klasse halten können“. Allerdings hat der TSV bis zum Saisonende nur noch ein Heimspiel, muss viermal auswärts ran. Das könnte sich als Handicap erweisen, denn gerade auf fremden Plätzen haben die Hambacher Nachholbedarf. Sie holten in zehn Spielen lediglich acht Punkte. Am Sonntag, beim Zweiten TSV Aschbach, „müssen wir nicht gewinnen“, so der Trainer. Dafür aber zu Hause am 23. Mai gegen den SC Rodau. Davidowicz hofft nämlich, schon vor dem finalen Spiel beim FC Ober-Abtsteinach (31. Mai) die Rettung vollbracht zu haben: „Wenn es gut läuft, ist das nur noch ein Freundschaftsspiel.“