
Sechs Tore gelingen dem FC Kochelsee Schlehdorf gegen ESV Penzberg II, während der SC Eibsee Grainau nach einer klaren Niederlage hadert.
Mit einem deutlichen 4:1-Sieg hat Tabellenführer FC Bad Kohlgrub die Auswärtshürde beim Verfolger FC Mittenwald genommen. Die taktisch gut eingestellten Gäste begannen überlegen und profitierten bis zur Halbzeit bei ihren drei Toren gleich von drei Abwehrfehlern der Hausherren. Zudem ging der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich auf die Kappe von Bad Kohlgrubs Verteidiger Konstantin Voit, der nach einem Freistoß im eigenen Strafraum angeschossen wurde.
Mit einem anderen Biss kam Mittenwald nach der Halbzeitpause aus der Kabine. „Da konnten wir die Partie offen gestalten“, resümierte Kapitän Josef Gerstmeier. „Wir sind letztendlich aber nie so richtig ins Spiel gekommen, auch körperlich war Bad Kohlgrub besser.“ Gästetrainer Sebastian Moser zeigte sich nach den drei Auswärtspunkten zufrieden. „Mittenwald war ein kämpferisch starker Gegner, der gut dagegengehalten hat. Aber wir waren über 90 Minuten gesehen effizienter und haben verdient gewonnen und die Tabellenführung verteidigt.“
Christoph Sallers Laune mit „schlecht“ zu beschreiben, wäre maßlos untertrieben. Stocksauer war der Trainer der Grainauer nach dem „haarsträubenden“ Auftritt seiner Elf in Bad Heilbrunn. Von Minute eins bis zum Abpfiff in Minute 94 haben seine Spieler Fehler gemacht, von vorne bis hinten und in jeder Situation. So recht weiß der Coach gar nicht, wo er mit der Kritik anfangen soll.
Absprachen fehlten in seinen Augen, keiner hat seine Position gehalten, Zweikämpfe wurden nicht oder „vogelwild“ geführt, und was man für Standardsituationen ausgemacht hatte, „haben sie einfach auf dem Weg von der Kabine bis zum Platz vergessen“. Zum ersten Mal wurde Saller in der Halbzeit „richtig laut“. Nützte nur nichts mehr. Da lagen die Grainauer schon mit vier Treffern hinten, um am Spielstand von 4:1 änderte sich auch nichts mehr. Damit sei die Mannschaft „in der grauen Tristesse“ der A-Klasse angekommen. Und werde dort auch erst einmal bleiben müssen. „Jetzt geht es darum, dass wir und aus diesem Sumpf selbst herausziehen. Und dafür muss sich jeder hinterfragen.“
Ioannis Hristoforidis wusste nicht, ob er weinen oder lachen sollte. Am Ende entschied er sich dafür, sich über den einen Punkt zu freuen. Verständlich, denn zum Ausgleich kamen seine Schützlinge erst in der fünften Minute der Nachspielzeit. „Wir hatten ein paar Ausfälle zu verkraften, und auch der Penzberger Kunstrasen war ein etwas ungewohnter Untergrund für uns“, bilanzierte der Megas-Trainer. „Trotzdem sind wir gerade in der ersten Halbzeit vor allem defensiv echt gut gestanden.“ Deshalb ärgert das Gegentor doch.
Nach dem Seitenwechsel gingen die Gäste auch nach vorne etwas mehr Risiko ein. Die Führung gelang aber Penzberg: Mladen Kurucev verwandelte einen Handelfmeter. War offenbar die einzige Möglichkeit, Megas-Torhüter Abdul Abdalla zu bezwingen. „Aus dem Spiel heraus konnte er seinen Kasten bislang sauber halten“, betont Hristoforidis. Bitter war‘s trotzdem, durch den Elfer in Rückstand zu geraten. „Den Ausgleich wollten wir auf alle Fälle noch.“ Und besser spät als nie brachte Hassan Bakar den Ball noch im Netz unter.
Eine Reaktion wollte Andreas Matthäus von seiner Mannschaft sehen. Die bittere Niederlage im Heimspiel vor zwei Wochen, als der FC Kochelsee Schlehdorf fünf Gegentore kassiert hatte, verlangte nach einer Wiedergutmachung. Genau die hat die Mannschaft geliefert: 6:0 gewann der Absteiger zu Hause gegen den ESV Penzberg II. „Und es hätte auch zweistellig ausgehen können“, stellt Coach Matthäus klar. „Wir hatten Chancen en masse.“
Nicht etwa, weil die Gäste so schlecht waren. Im Gegenteil. Der FCKS-Trainer hält sie für „eine der besten Mannschaften, gegen die wir bislang gespielt haben“. Seine Elf aber war eben besser, „richtig gut“ sogar. Mit einem so klaren Ergebnis hatte er im Vorfeld nicht gerechnet. Als Top-Torschütze mit drei Treffern wurde natürlich Niclas Jung gefeiert, doch betont Matthäus auch: Gewonnen hat seine Mannschaft, weil sie als Kollektiv überzeugte.