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Ligabericht

950 Fans: Cham überholt Neumarkt – Eltersdorfs All-in-Taktik geht auf

Bayernliga Nord, der Freitag: Oberpfälzer Spitzenspiel sieht zwei glattrote Karten und jubelnde Chamer +++ Kornburg und Neudrossenfeld machen großen Schritt zum Klassenerhalt +++ Markert ist der ATSV-Matchwinner

von Florian Würthele · 17.04.2026, 21:49 Uhr · 0 Leser
Das Kabinenfoto durfte nicht fehlen: Durch den Heimsieg über Neumarkt erobert der ASV Cham den Aufstiegs-Relegationsplatz.
Das Kabinenfoto durfte nicht fehlen: Durch den Heimsieg über Neumarkt erobert der ASV Cham den Aufstiegs-Relegationsplatz. – Foto: ASV Cham

Bayernliga-Spitzenreiter SC Eltersdorf legte am Freitagabend eine Monster-Moral an den Tag. Die Elf von Bernd Eigner münzte gegen eine starke U21 des FC Ingolstadt einen 0:2-Halbzeitrückstand noch in einen 3:2-Heimsieg um. Neuer Tabellenzweiter ist der ASV Cham. Die Kreisstädter entschieden das Spitzenspiel gegen den ASV Neumarkt vor stolzen 950 Zuschauern mit 2:0 für sich. Auf beiden Seiten handelte sich ein Akteur eine Rote Karte ein – beide Platzverweise waren allerdings sehr strittig. Große Schritte zum Klassenerhalt machten die siegreichen ATSV Erlangen, TSV Neudrossenfeld und TSV Kornburg.


Lars Müller (Sportlicher Leiter FC Coburg): „Wir kamen in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel, haben vorne viele Bälle verloren und nicht ein Mal aufs Tor geschossen. Neudrossenfeld war am Drücker und ging folgerichtig in Führung. In der zweiten Hälfte nach dem Dreifach-Wechsel war unser Spiel besser; wir haben uns mehr zugetraut und schneller gespielt. In dieser Phase kassierten wir das 0:2. Zum Schluss haben wir alles nach vorne geworfen. Ärgerlich. Anhand der letzten 30 Minuten hätten wir ein 2:2 verdient gehabt.“


Arber Morina (Trainer SV Fortuna Regensburg): „Wir waren stets bemüht. Doch mit diesem Prädikat kommt man nicht weit. Es fehlte an Durchschlagskraft. Mit Julian Ziegler ist uns kurzfristig ein weiterer Leistungsträger ausgefallen. Zu viele Spieler schafften es einfach nicht, die PS auf die Straße zu bringen und den Willen über 90 Minuten auf dem Platz zu lassen. Zudem machten wir es dem Gegner zu einfach, Tore zu schießen. Eine beschissene Situation.“



Bernd Eigner (Trainer SC Eltersdorf): „In der ersten Halbzeit hat die Ingolstädter U21 ihre ganze Klasse gezeigt. In puncto Tempo, Abgeklärtheit und Spieleröffnung waren sie uns überlegen. Mit einem fragwürdigen Elfmeter ging der FC in Führung. Das hat Wirkung hinterlassen bei meiner Mannschaft. Dem 0:2 ging ein Fehler in der Vorwärtsbewegung voraus. Nach der Pause sind wir mehr oder weniger all in gegangen, mit frischen Leuten und zwei Spitzen. Wichtig war das Anschlusstor relativ bald nach Wiederbeginn. Das hat der Mannschaft nochmal Wind gegeben. Dann sind wir noch stärker geworden mit mehr Druck, Macht und Durchschlagskraft. Der Sieg war aufgrund des enormen Einsatzes und des unbedingtes Willens, den die Mannschaft an den Tag gelegt hat, verdient. Ein Stück weit hat die reifere Mannschaft das Spiel gewonnen.“


Faruk Maloku (Trainer ASV Cham): „Ein großes Kompliment an die Jungs. Gegen die Top-Mannschaft aus Neumarkt das Spiel so anzunehmen und zu gewinnen, war sehr stark. Im ersten Durchgang gingen wir verdient mit 2:0 in Führung. Nach der Pause waren wir immer wieder dran, aufs Dritte zu gehen, haben die ein oder andere Möglichkeit liegen gelassen. Einziger Wermutstropfen war die Rote Karte an Lukas Leutner, die keine war. Der Schiedsrichter hat es leider verkehrt gesehen. Die daraus resultierende Sperre ist nicht gerechtfertigt.“



Sven Zurawka (Trainer ASV Neumarkt): „Auf unfassbar schwer zu bespielendem Platz war es von der ersten Minute an ein Kampfspiel in beide Richtungen. Es ging nur um zweite Bälle. Beim frühen Gegentor haben wir eine unfassbar schlechte Entscheidung getroffen. Ein riesiger Nackenschlag. 20 Minuten später hatte Landstorfer eine tolle Einzelaktion zum 2:0, als er über 40 Metern drei Spieler abschüttelte, wobei wir das auch viel zu billig verteidigten. Die Rote Karte gegen uns war für mich ein ganz normales taktisches Foul und niemals Rot. In Unterzahl waren wir dann echt gut drin und hatten ein, zwei gute Chancen. Auch die Rote Karte an Cham war in meinen Augen fragwürdig. Die Platzverweise sind ehrlicherweise völlig unnötig vom Schiedsrichtergespann. Am Ende verlieren wir das Spiel, weil wir einfach zwei Fehler mehr gemacht haben als der Gegner. Unnötig, wir hätten das Spiel 0:0 gestalten können.“


Shqipran Skeraj (Trainer ATSV Erlangen): „Es war das erwartet schwere Spiel. Großschwarzenlohe hat befreit aufgespielt, agierte dennoch sehr diszipliniert und motiviert. Das frühe Gegentor per Elfmeter hat ihnen in die Karten gespielt. Dennoch hatten wir optisches Übergewicht. In der ersten Halbzeit konnten wir nicht viele Torchancen kreieren, aber der Gegner auch nicht. Dementsprechend haben wir zur Pause darauf reagiert und ein bisschen umgestellt. Unser Kapitän Lucas Markert hat das Zepter in die Hand genommen, hat binnen drei Minuten ein Tor geschossen und eines vorgelegt. Das zeigt seine Qualität. Am Ende freut es mich für die Mannschaft, das sie das Heimspiel verdient gewonnen hat. Drei wichtige Punkte für uns.“