Zwischendurch und am Ende wird gejubelt: Heimstetten (hier Valentin Micheli nach dem 2:1) macht es in Brunnthal spannender als nötig.
Zwischendurch und am Ende wird gejubelt: Heimstetten (hier Valentin Micheli nach dem 2:1) macht es in Brunnthal spannender als nötig. – Foto: Sven Leifer

8:7 – Heimstetten muss beim Außenseiter ins Elfmeterschießen

Regionalligist SV Heimstetten hat sich mit viel Mühe in der ersten Totopokal-Hauptrunde beim TSV Brunnthal durchgesetzt. Erst das Elfmeterschießen bringt die Entscheidung.

Heimstetten – Nach gut einer Stunde im Pokalspiel beim Außenseiter TSV Brunnthal bekommt der SV Heimstetten einen Freistoß tief in der eigenen Hälfte zugesprochen. Um selbigen auszuführen, hebt Severin Müller im eigenen Strafraum den auf ihn zurollenden Ball mit der Hand auf. Denn was der Heimstettner nicht mitgekriegt hat: Ein Mitspieler hat den Freistoß bereits ausgeführt und zu Müller gepasst. Dessen Aktion wertet der Schiedsrichter nun als Handspiel – und gibt Elfmeter.

Diese kuriose Aktion, die zum 2:2-Ausgleich für Brunnthal führt, habe „ein Stück weit zu diesem Abend gepasst“, sagte SVH-Trainer Christoph Schmitt hinterher. Denn so wie Müller in der Elfmeterszene gibt der Regionalligist beim zwei Klassen niedriger spielenden Gegner über weite Strecken eine unglückliche Figur ab. So kassiert der Favorit drei Gegentore und muss ins Elfmeterschießen, ehe er den Kopf doch noch aus der Schlinge zieht – und mit einem 8:7 die zweite Runde erreicht.

Dabei hatte Trainer Schmitt im Vorfeld noch betont, wie wichtig sein Klub dieses Pokalduell nehme – obschon er nebst einigen Stammkräften und Rekonvaleszenten vornehmlich die zweite Garde ins Rennen schickte. Diese tat sich gegen einen mutig aufspielenden Gegner jedoch äußerst schwer, weshalb der Coach gestand: „Man hat gesehen, dass es für den einen oder anderen noch ein langer Weg ist.“

Vor allem in der Anfangsphase dominierte Brunnthal, sodass der SVH von Glück reden konnte, nur mit 0:1 in Rückstand zu geraten. Mert Yildiz vor und Valentin Micheli nach der Pause wendeten dann das Blatt zugunsten der Heimstettner, die nach ihrem kuriosen Elfmeter-Geschenk noch ein weiteres Mal in Führung gingen - durch ein Tor von Sebastian Rosina neun Minuten vor Schluss. „Je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr Zugriff haben wir bekommen“, sagte Schmitt. Und dennoch vermochte es seine Mannschaft nicht, den Vorsprung ins Ziel zu retten. Vielmehr ging die Partie ins Elfmeterschießen, nachdem Noah Greiner in der Nachspielzeit einen sehenswerten Distanzschuss zum 3:3 in den Winkel gesetzt hatte.

Dieses Tor sorgte endgültig für Partystimmung beim Gros der 300 Zuschauer in Brunnthal. Diese verflog jedoch im Elfmeterschießen, in dem neun von zehn Schützen keinerlei Nerven zeigten - wohl aber TSV-Torwart Maximilian Geisbauer, der als einziger patzte. Und so konnte Youngster Reza Sakhi Zada seinen SVH mit dem letzten Strafstoß des Abends in die nächste Runde schießen. (PATRIK STÄBLER)

Aufrufe: 027.7.2022, 14:30 Uhr
Patrik StäblerAutor