2025-12-03T05:51:34.672Z

Ligabericht
Bereits zur Pause hatte der SV Raigering (in Weiß-Schwarz) im Topduell gegen die DJK Ursensollen (in Rot-Schwarz) die Zeichen auf Sieg gestellt.
Bereits zur Pause hatte der SV Raigering (in Weiß-Schwarz) im Topduell gegen die DJK Ursensollen (in Rot-Schwarz) die Zeichen auf Sieg gestellt. – Foto: Werner Schaupert

6:2-Paukenschlag: Panduren erstmals auf der Pole Position

Kratzer-Elf lässt DJK Ursensollen im Topduell keine Chance +++ Rosenberg nur Remis gegen Hirschau +++ Punktgewinne bringen abstiegsgefährdete Teams nicht entscheidend weiter

"Machtdemonstration im Pandurenpark", so könnte man den Rückblick auf das Spitzenspiel der Kreisliga Süd überschreiben, welches der SV Raigering (1./28) gegen die punktgleiche DJK Ursensollen (2./25) hoch mit 6:2 für sich entschied. Damit klettern die Panduren erstmals in dieser Saison auf den Ligathron und benötigen am kommenden Wochenende in der Auswärtspartie beim SV Freudenberg ein Unentschieden, um sich den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters zu sichern. Nachdem man gegenüber den Ursensollenern den direkten Vergleich für sich entschieden hat, wohl gegen den ebenfalls über 25 Punkte verfügenden TSV Königstein (3./25 - 4:1 gegen Freudenberg) verlor, doch beim Torverhältnis ein Plus von sechs Treffern gegenüber der Winkler-Elf besitzt, könnte auch eine knappe Niederlage der Kratzer-Crew in Freudenberg reichen, um in die Rückrunde auf der 1 zu starten. Doch ans Verlieren denkt man beim SVR in der aktuellen Verfassung ohnehin nicht.

Die große Chance, sich vor dem Vorrundenfinale auf Rang 2 zu hieven, verpasste der TuS Rosenberg (4./24), der gegen den Rangzwölften TuS WE Hirschau (12./9) nicht über ein 2:2 hinauskam. Nach zuletzt nur vier Zählern aus fünf Partien ist der SV Freudenberg (5./22 - 1:4 in Königstein) ein wenig zurückgefallen. Bei nur drei Punkten Rückstand auf Platz 2 ist allerdings zumindest der Relegationsplatz immer noch greifbar nahe.

Betrachten wir noch, wie es den im Daseinskampf steckenden Teams am Wochenende erging. Tatsächlich remisierten alle drei auf den Abstiegsplätzen rangierende Mannschaften, was sie in ihrer prekären Lage allerdings nicht weiter bringt. Der ASV Haselmühl (14./4 - 2:2 in Edelsfeld) behält mit drei Punkten Rückstand die "Rote Laterne", der SV Köfering (13./7 - 0:0 gegen Schmidmühlen) und der TuS WE Hirschau (12./9 - 2:2 in Rosenberg) besetzen die beiden "Schleudersitze". Wenn man so will, ist für die beiden Letztgenannten positiv, dass auch keiner der Mitstreiter bis hinauf zu Platz 8 (Edelsfeld mit 13 Punkten) in Runde 12 einen vollen Ertrag einfahren konnte. Das rettende Ufer bleibt also in erreichbarer Nähe vor dem Ausklang der Hinrunde.

Im Überblick die Spielberichte der Ansetzungen des 11. Spieltags:

Seit Mitte August ungeschlagen, schrammten die Hüttenstädter knapp an einer Heimniederlage vorbei, führten doch die abstiegsgefährdeten Gäste - doch ein wenig überraschend - bis hinein in die Schlußphase dieser Partie, die am Ende mit einem gerechten 2:2 endete. Die Frühphase dieses Matches sah einen klar überlegenen Gastgeber, der nach nur wenigen Zeigerumdrehungen folgerichtig in Front ging, danach das mögliche Nachlegen aber verpasste. Nach und nach bekamen die Kaolinstädter besser Zugriff und kamen dann auch zum Gleichstand, als sie eine Unzulänglichkeit in der Vorwärtsbewegung des TuS eiskalt bestraften. Wer geglaubt hatte, der Favorit würde nach Wiederbeginn das Ruder wieder an sich reissen, wurde überrascht, denn die Gäste diktierten das Spielgeschehen, stellten auf 1:2 und liessen dann allerdings die Möglichkeit liegen, einen vielleicht schon vorentscheidenden Vorsprung herauszuschiessen. Chancen hierzu waren da, ehe sich die Platzherren in der Schlußphase in die Partie zurückkämpften und mit dem Ausgleich eine sicherlich unerwartete Heimpleite noch abwendeten. Ja, fast hätte die Kramer-Elf in den letzten Minuten sogar noch den Lucky Punch gesetzt. Unter dem Strich wird der Gast mit dem Ergebnis mehr zufrieden sein, als die Heimelf, die die große Chance verpasste, bis auf Rang 2 vorzudringen. Hirschau dagegen kam mit dem Remis dem rettenden Ufer zumindest einen kleinen Schritt näher.

"Ich denke, letztendlich war es eine sehr umkämpfte Partie. Wir kommen wieder sehr gut rein und gehen früh in Führung. Leider verpassen wir es dann für klare Verhältnisse zu sorgen und schenken im Endeffekt zwei Tore her. Wir haben aber Moral bewiesen, zum Ende noch den Ausgleich erzwungen und können das Spiel kurz vor dem Abpfiff vielleicht sogar noch gewinnen. Letztendlich nicht, was wir uns erhofft haben. Aber wir solche Spiele gibt es eben auch. Mund abputzen und weiter geht’s", sagt TuS-Spielertrainer Dennis Kramer.

"Am Ende ist es natürlich bitter, dass wir nur einen Punkt geholt haben, da wir den Ausgleich kurz vor dem Spielende kassiert haben. Wenn man das Spiel über die 90 Minuten betrachtet, ist es ein gerechtes Ergebnis. Die ersten zehn Minuten gehörten Rosenberg - der TuS hatte gleich in der ersten Minute einen Pfostentreffer. Hier war das Glück auf unserer Seite. Nach sechs Minuten gerieten wir mit 0:1 in Rückstand. Mit zunehmender Spieldauer kämpften wir uns allerdings ins Spiel und erarbeiteten uns Chancen. In der 30. Minute leistete sich Rosenberg im Spielaufbau einen Fehler, den wir ausnutzen konnten und den Ausgleich erzielten. Nach der Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft und gingen verdient mit 2:1 in Führung. Nach diesem Tor verpassten wir es bei zahlreichen guten Chancen das 3:1 zu erzielen. So blieb das Spiel spannend. Ab der 75. Minute kam Rosenberg wieder besser ins Spiel, da wir den Zugriff etwas verloren haben. Kurz vor Schluss kassierten wir noch den Ausgleich. Wenn man die kompletten 90 Minuten betrachtet, war es unter dem Strich ein gerechtes Unentschieden. Von uns war dies fußballerisch, kämpferisch und mannschaftlich eine gute Auswärtspartie. Dies sollte uns für die nächsten Wochen positiv stimmen", so Andi Meyer, der Spielercoach der Gäste aus Hirschau.

Tore: 1:0 Lukas Kokott (6.), 1:1 und 1:2 Tobias Gnan (30./57.), 2:2 Lukas Kokott (86.) - Schiedsrichterin: Marie Gamperl - Zuschauer: 75

Am Ende ein wohl dem Spielverlauf entsprechendes Unentschieden zwischen den beiden Nachbarn, welches keinen im Bemühen, den Abstand zur Abstiegszone zu vergrößern, so richtig weiterbringt. Nach torloser erster Halbzeit gelang der Heimelf nach fast einer Stunde die Führung, die bis hinein in die Schlußphase hielt. Nach dem Ausgleich per Strafstoß hatte die Heimelf dann in den letzten Minuten noch zwei Mal die Möglichkeit, die Partie doch noch für sich zu entscheiden, ließ diese aber liegen.

"Es war ein gutes Kreisligaspiel mit einem gerechten Remis. Wir sind nach einer Stunde in Führung gegangen, kassierten aber nach einem unnötigen Dribbling im Mittelfeld, wo der Gegner in Ballbesitz kam und schnell umschaltete, den Ausgleich. Wir verursachten einen Elfer, den man geben kann, oder auch nicht. Zum Schluß hatten wir noch einen Pfostenschuß und eine Großchance, um den Luckypunch zu setzen", sagte SC-Coach Georg Ramsauer.

"Den Matchplan, den wir uns zurecht gelegt haben, hat die Mannschaft gut umgesetzt, nämlich den Gegner nicht in die Box zu lassen und selber immer wieder Nadelstiche zu setzen. Leider ist uns nicht der Führungstreffer gelungen, ich glaube dann wären wir aufgrund der Mehrzahl an Chancen als Sieger vom Platz gegangen. Somit müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein, kurz regenerieren und Mittwoch geht's schon weiter", so Christian Schwarz, Co-Trainer der Ostler.

Tore: 1:0 Thomas Lorenz (57.), 1:1 Jonas Zeiler (81./Strafstoß) - Schiedsrichter: Timmy Joe Schlesinger - Zuschauer: 110

Ein Ergebnis, mit dem beide Seiten nur bedingt zufrieden sein werden. Der FCE verpasste nach zuletzt zwei Mal vollem Ertrag den Keil zur Abstiegszone schon ein wenig beruhigend dick werden zu lassen, die Gäste bringt der Punktgewinn nicht weiter im Bestreben, noch vor Beginn der Rückrunde dem ersten Relegationsplatz ganz nah zu kommen. Ihrem Selbstbewußtsein tut das 2:2 allerdings schon gut. Der Spielverlauf ist schnell zusammengefasst: Einem jeden der beiden Kontrahenten gehörte ein Spielabschnitt. Vor dem Pausentee setzten die Gäste die Akzente, gingen verdient mit einem knappen Vorsprung in die Kabinen, die Möglichkeit, diesen noch klarer zu gestalten, liessen sie allerdings liegen. In Halbzeit 2 sah man dann den FCE, den man am Hahnenkamm gewöhnt ist: Mit großem Einsatzwillen ging die Dehling-Elf ans Werk, erarbeitete sich mehrere Einschußmöglichkeiten, doch mehr als der Gleichstand sprang nicht mehr dabei heraus.

"Ein letztendlich verdientes Unentschieden mit zwei völlig verschiedenen Halbzeiten. In der ersten Hälfte fanden wir nie in unser Spiel gegen einen keineswegs enttäuschenden Gegner. Der knappe Rückstand war sehr schmeichelhaft. In Durchgang zwei erinnerten wir uns wieder an unsere alten Tugenden, hatten eine Vielzahl von Chancen, aber mehr als der Ausgleich sprang leider nicht heraus", so Martin Dehling, der Edelsfelder Chefanweiser.

"Ein Punkt, mit dem beide Mannschaften einfach leben müssen. Wir hatten in der ersten Halbzeit gute Tormöglichkeiten, dabei erneut ein verschossenener Elfmeter. Edelsfeld dagegen hatte gerade in der zweiten Hälfte mehrmals die Möglichkeit auf das entscheidende Tor. Für uns ist ein Punkt in unserer Situation natürlich zu wenig, trotzdem bin ich nicht unzufrieden und wir nehmen auch aus diesem Spiel viel positive Dinge mit ins nächste Wochenende", sagte Gästespielertrainer Dominik Schuster.

Tore: 0:1 Aaoron Preischl (14.), 1:1 Stefan Schoener (26.), 1:2 Daniel Ibler (45.), 2:2 Andreas Spies (59.) - Schiedsrichter: Johannes Bettecken - Zuschauer: 95 - Besonderes Vorkommnis: Daniel Ibler (ASV) verschießt Foulelfmeter (35.).

In einer hart umkämpften Partie behielt der 1. FC Rieden gegen den Bezirksligaabsteiger aus Vilseck knapp mit 1:0 die Oberhand und ist mit den drei errungenen, wichtigen Zählern bei einem Spiel weniger wieder in Schlagdistanz zur Spitzengruppe. In einer zerfahrenen Partie mit wenig hochkarätigen Torraumszenen zeigten sich die Platzherren im ersten Spielabschnitt sehr effizient. Die einzige klare Tormöglichkeit der Heimelf nutzte Philip Kölbl nach Vorlage von Youssef El Mankouchi in der 22. Minute mit einem satten Schuss in die Maschen zum Tor des Tages. Die große Gelegenheit für die Gäste, auszugleichen, vereitelte der starke Riedener Keeper Ben Lontke in der 32. Minute, als er mit großartiger Fußabwehr den Einschlag von Samuel Schmidt verhindern konnte.

Nach dem Seitenwechsel bekamen die Zuschauer von beiden Mannschaften einen heißen Fight geboten. Einsatz und Kampf waren großgeschrieben, spielerische Highlights blieben daher Mangelware. Der Turm im Riedener Abwehrbollwerk war Daniel Wein, der mit seinen Mitstreitern die Vilsecker immer wieder erfolgreich vom eigenen Tor weg halten konnte. Was trotzdem auf den Riedener Kasten kam, wurde sichere Beute von Schlussmann Ben Lontke, der sich mehrfach auszeichnen konnte. Die Riesengelegenheit, die Weichen vorzeitig auf Sieg zu stellen, verpasste der eingewechselte Jonas Hofrichter in der 65. Minute, als er nach glänzender Vorbereitung von Maximilian Nimsch das Leder freistehend im Strafraum neben den Pfosten setzte. (Quelle: Spielbericht Peter Gattaut, FCR)

"Ein wichtiger Sieg in einem guten und intensiven Spiel. Heute legten wir eine gute und effiziente Chancenverwertung an den Tag, geballt mit einer top Mannschaftsleistung", so ein sehr zufriedener FCR-Coach Bernd Scheibel.

"Es war ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. In der ersten Halbzeit agierten beide Teams diszipliniert und lauerten auf Fehler, die hüben wie drüben passierten. Einer dieser Fehler führte schließlich zum 0:1: Ein langer Ball wurde unzureichend geklärt, was der Gegner eiskalt bestrafte. Auf der anderen Seite bot sich uns - ebenfalls begünstigt durch einen Fehler des Gegners - die große Chance zum Ausgleich, doch der Torwart parierte stark im Eins-gegen-Eins. Kurz vor der Pause wurde es nochmal hitzig. Wir bekamen kurz vor dem Strafraum einen Freistoß zugesprochen. Leider blieb der berechtigte Platzverweis in dieser Szene aus. In der zweiten Halbzeit gingen wir mehr Risiko ein, was Rieden immer wieder Räume für Konter eröffnete. Diese konnten sie jedoch nicht nutzen. Auch wir kamen zu Chancen, spielten diese aber im letzten Drittel nicht konsequent zu Ende oder trafen die falschen Entscheidungen. Ob verdient oder nicht - Rieden war an diesem Tag einfach effizienter. Glückwunsch an den Gegner", sagte der Chefanweiser der Gäste, Tobias Graßler.

Tor: 1:0 Philip Kölbl (21.) - Schiedsrichter: Marius Hägle - Zuschauer: 90

Auch wenn es letztendlich nicht zum erhofften zweiten Saisonsieg gereicht hat, zumindest die Einstellung passte bei den Hausherren, die ihrem Gast vor dem Seitenwechsel eine Partie auf Augenhöhe boten. Nach dem Seitenwechsel übernahm dann die Greger-Elf die Spielführung deutlich und kam auch zu teilweise klaren Einschußchancen, ohne diese gewinnbringend nutzen zu können. Unter dem Strich wird das torlose Remis am Ende beide Seiten nicht zufriedenstellen.

"Gestern Abend haben wir kämpferisch dagegen gehalten. Einsatz und Wille waren erkennbar. Es stand gestern eine Mannschaft auf dem Platz, die versucht hat, miteinander ein Spiel zu gewinnen. Erste Hälfte war ausgeglichen. Nach den verletzungsbedingten Auswechslungen war Schmidmühlen spielbestimmend, jedoch haben wir die langen Bälle gut verteidigt. Leider haben sich drei weitere Spieler schwerer, verletzt. Dani Boes wurde ins Krankenhaus gebracht genaueres wissen wir noch nicht, Andreas Donhauser hat einen Muskelfaserriss erlitten und Abdalah Horan hat sich das Knie verdreht. Die Liste ist jetzt schon bald länger, als die der gesunden Spieler. Wie wir jetzt bis Mittwoch eine Kreisliga Mannschaft stellen sollen, ist mir noch ein Rätsel. Aber Christian und ich werden - wie auch heute - wieder versuchen, etwas aus dem Hut zu zaubern", sagte SVK-Trainer Oliver Lassmann am Tag nach der Partie.

"Leider konnten wir nicht gewinnen. Über 90 Minuten gesehen für uns natürlich sehr enttäuschend, da wir klar die bessere Mannschaft waren. In der ersten Halbzeit hatten wir wieder mal einige Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Mussten aber gleichzeitig schauen, nicht einen Konter zu bekommen, da war Köfering gefährlich und hatte zwei bis drei Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit stellten wir um, es war ein Spiel auf ein Tor ohne eine einzige Möglichkeit für den Gegner. Aber wir bringen die Kugel leider nicht im Tor unter. Typisch für unsere Situation: Wir schießen den Keeper an, treffen den Pfosten und wenn uns dann ein Tor gelingt, wird es vom Schiri aberkannt. Aber wir werden weiter arbeiten und irgendwann kommt hoffentlich das Spielglück wieder zu uns zurück", so Gästespielertrainer Alex Greger am Samstagmorgen.

Tore: Fehlanzeige - Schiedsrichter: Simon Schmid - Zuschauer: 75

An der Berechtigung des Sieges des SVR - auch in dieser Höhe - gab es keine Zweifel, darüber waren sich beide Seiten nach dem Schlußpfiff einig. Die Heimelf zeigte - nach kurzem Schockmoment ganz zu Beginn - vor allem im ersten Spielabschnitt, warum sie nach Meinung vieler Trainer der Liga zu den Topfavoriten auf die Meisterschaft gehört.

Dabei deuteten die ersten Sekunden des vor einer stattlichen Zuschauerkulisse stattfindenden Spitzenspiels noch keineswegs darauf hin, dass die Elf von Martin Kratzer später als klarer Gewinner das Spielfeld verlassen würde. Der ein oder andere der zahlreichen Besucher hatte wahrscheinlich seinen Platz noch gar nicht eingenommen, da zappelte die Kugel schon im Netz der Panduren. Eine noch nicht sortierte Raigeringer Defensive wurde von einem tiefen Ball ausgehebelt, Dumitru Melenciuc stand plötzlich alleine vor dem Ex-Ursensollener Keeper Markus Forster und ließ sich die Chance nicht entgehen, um mit dem 0:1 für einen Blitzstart der Elf des immer noch wegen eines Nasenbeinbruchs nur auf der Bank sitzenden DJK-Spielertrainers Thomas Kotzbauer zu sorgen (2.). Völlig unbeeindruckt davon schüttelte sich der SVR und antwortete sofort wütend. Sieben Minuten später - Raigering hatte viel Ballbesitz und kombinierte sich immer wieder geschickt durch - fasste sich Elias Segerer ein Herz, zog aus gut 25 Metern ab und "schweißte" die Kugel unhaltbar zum frühen Ausgleich unter die Latte.

In Folge blieben die Hausherren dran, bissig in den Zweikämpfen, immer einen Schritt schneller und zielstrebig über die Flügel in Richtung Gästetor agierend übten sie mächtig Druck auf den Gast aus, dessen Angriffsversuche meist schon im Keim erstickt wurden. So konnte man auf die Führung der Heimelf quasi warten, nach zwanzig Zeigerumdrehungen war es so weit. Einen vors Tor geschlagenen Eckstoß verlängerte Außenverteidiger Benedikt Seidl in Richtung DJK-Gehäuse, fand als Adressaten Elias Segerer, der dem Ball den letzten "Kick" versetzte, um im Netz einzuschlagen. Ursensollen kam einfach nicht in sein gewohntes Spiel, offensiv quasi nicht vorhanden, sahen sich die Gäste immer wieder brandgefährlichen Angriffen ausgesetzt. So wie in der 25. Minute, als sich Timo Rubenbauer gleich gegen zwei DJKler behauptete und mit seinem strammen Schuß Gästegoalie Michael Heimler zu einer Glanzparade zwang (25.). Drei Minuten standen beide wieder im Blickpunkt, dieses Mal ließ Rubenbauer dem Schlussmann keine Chance, als er aus halblinker Position flach im rechten unteren Eck zum 3:1 einlochte (30.). Fünf Minuten später hieß es Heimler vs. Rubenbauer - Auflage 3: Nach einer Bogenlampe in der Box versuchte der Ursensollener Torwächter per Fußabwehr zu klären, es folgte ein Durcheinander, bei dem Timo Rubenbauer die Übersicht behielt und das Spielgerät volley ins "Eckige" platzierte - es stand 4:1. Ein deutliches Ergebnis, welches bis zum Pausentee seine Gültigkeit behalten sollte und die Kräfteverhältnisse auf dem grünen Geläuf in Zahlen auch exakt wiederspiegelte.

Dass die Heimelf nach Wiederanpfiff des jungen Schiedsrichters mit dem beachtlichen Vorsprung im Rücken nun nicht auf "Teufel-komm-raus" weiter auf Torejagd gehen würde, war klar. Nun schielte der SVR ein wenig tiefer stehend auf schnelle Umschaltmomente, während die Gäste mit erhöhtem Einsatz mehr Zugriff zum Spiel bekamen, ohne jedoch im letzten Drittel für "Aufreger" sorgen zu können. Sollte es unter den Gästefans jemand gegeben haben, der der DJK noch zugetraut hätte, dass sie in Halbzeit 2 noch einmal für Spannung sorgen könne, nach 51 Minuten zerplatzte diese Hoffnung wie eine Seifenblase: Doppelpaß zwischen Lean Riß und Timo Rubenbauer, Riß frei vor Heimler, scheitert aber an diesem, ehe Elias Segerer den Abpraller zum 5:1 in die "Kiste" bugsiert - die Messe war endgültig gelesen. Der Rest der Partie ist schnell erzählt: Raigering im Verwaltungsmodus, immer wieder mit Konterangriffen gefährlich, eröffneten sich die ein oder andere Chance, um zu erhöhen. Die Gäste, trotz des deutlichen Rückstands mit beeindruckendem Einsatzwillen und dem steten Bemühen um eine Ergebniskosmetik, blieben in der Offensive ohne Durchschlagskraft, so entstand das zwischenzeitliche 2:5 auch aus einem Standard heraus. Der eingewechselte Spielertrainer Thomas Kotzbauer jagte die Kugel bei einem Freistoß scharf in Richtung Tor, wo Fabian Meier ihre Flugbahn so veränderte, dass sie den Weg ins SVR-"Heiligtum" fand (68.). Den Schlußpunkt unter dieses Top-Match, bei dem viele eine "enge Kiste" erwartet hatten, setzte schließlich der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte Max Ottmann, der assistiert vom ebenfalls neu ins Spiel gekommenen Raphael Wolf den 6:2-Endstand markierte.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem, was meine Mannschaft heute gezeigt hat. Wir hatten uns intensiv auf Ursensollen eingestellt, wollten in der Defensive gut stehen, nach ihren weiten Schlägen die zweiten Bälle und hatten vor, über unsere schnellen Außen Druck auf die Außenverteidiger der DJK zu machen. All das hat hervorragend geklappt, vor allem in Hälfte 1. Dass wir mit einem hohen Vorsprung nach der Pause nicht mehr das Gaspedal durchdrücken, war verständlich, denke ich. Dennoch hätten wir - tiefer stehend - bei unseren schnellen Gegenzügen das Ergebnis sogar noch höher gestalten können. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, in einer beeindruckenden Art und Weise ist uns das gelungen", so ein sehr entspannter SVR-Coach Martin Kratzer eine Viertelstunde nach dem Schlußpfiff zu FuPa.

"Dass der Sieg der Raigeringer auch in der Höhe verdient ist, steht außer Frage. Wir hatten uns einiges vorgenommen, doch vor allem vor der Pause haben wir nahezu nichts davon auf den Platz gebracht. Raigering war da zweikampfstärker, immer einen Schritt schneller und hat sich so auch immer wieder Chancen erarbeitet. Wir dagegen konnten nach der schnellen Führung offensiv keine Akzente mehr setzen. Insgesamt hast du halt gemerkt, dass da eine reife Truppe gegen eine aus der Kreisklasse aufgestiegene Mannschaft auf dem Platz steht. Der SVR war und bleibt für mich nicht ohne Grund der Topfavorit auf Platz 1. Wir wissen, wo wir herkommen, die bislang eingefahrenen Punkte kann uns keiner mehr nehmen. Wir spielen bislang einer hevorragende Saison als Aufsteiger, daran wird auch dieses hohe Ergebnis heute nichts ändern", sagte Gästespielertrainer Thomas Kotzbauer unmittelbar nach Spielende noch auf dem Spielfeld zu FuPa.

Tore: 0:1 Dumitru Melenciuc (2.), 1:1 und 2:1 Elias Segerer (9./20.), 3:1 und 4:1 Timo Rubenbauer (30./37.), 5:1 Elias Segerer (51.), 5:2 Fabian Meier (68.), 6:2 Maximilian Ottmann (80.) - Schiedsrichter: Kilian Pfanzelt - Zuschauer: 300

Am Ende deutlich und hochverdient gewannen die Männer von Coach Roland Winkler dieses Verfolgerduell gegen den SV Freudenberg und mischen bei der Vergabe der Aufstiegsplätze unverändert kräftig mit. Dabei gelang dem TSV ein Blitzstart, denn nach sechzig Sekunden zappelte die Kugel bereits im Netz der Gäste, als Jakob Guttenberger einen berechtigt verhängten Strafstoß humorlos verwandelte. Der SVF steckte diesen frühen Schockmoment zunächst gut weg und glich nach knapp einer Viertelstunde durch den zwölften Saisontreffer von Spielertrainer Sebastian Bauer aus. In Folge allerdings übernahm die Heimelf mehr und mehr deutlich die Spielführung, legte bis zur Pause durch einen Doppelschlag von Simon Lederer (aktuell nun ebenfalls zwölf Saisontore) ein 3:1 vor. Als kurz nach dem Seitenwechsel alle guten Vorsätze der Gäste durch das 4:1 von Max Schneider (49.) wie eine Seifenblase zerplatzten, war eine Vorentscheidung schon früh gefallen. Bis zum Schlußpfiff dominierten und kontrollierten die Platzherren das Geschehen ohne größere Probleme gegen einen insgesamt enttäuschenden Gast, bei dem die aktuellen Probleme - mit 31 wohl die meisten Treffer in der Liga erzielt, jedoch 27 Gegentreffer schon kassiert - offensichtlich sind.

"Wir haben das Spiel auch in dieser Höhe völlig verdient gewonnen. Unsere Gäste hatten bis auf zwei Freistöße und das Tor keine einzige nennenswerte Torchance. Wir hatten das Spiel fest im Griff, ließen Freudenberg nicht ins Spiel kommen und hätten bei konsequenteren Torabschlüssen noch höher gewinnen können. Kompliment an meine Mannschaft, die von Anfang an nicht daran zweifeln ließ, das Spiel gewinnen zu wollen", so ein sehr zufriedener TSV-Trainer Roland Winkler.

Anders die Stimmungslage bei Gästespielertrainer Sebastian Bauer: "Nach einer Minute bekommen wir einen Elfmeter gegen uns, weil wir anscheinend noch in der Kabine waren. Danach hatten wir gute fünfzehn Minuten und konnten zumindest den Ausgleich erzielen. Nach dem 2:1 kamen wir nie mehr richtig ins Spiel, haben keine Zweikämpfe gewonnen und machten zu viele individuelle und einfache Fehler, die Königstein eiskalt ausnutzte. Mit dieser Art und Weise kann man kein Spiel gewinnen. Eine in der Höhe verdiente Niederlage und Glückwunsch nach Königstein".

Tore: 1:0 Jakob Guttenberger (1./Strafstoß), 1:1 Sebastian Bauer (14.), 2:1 und 3:1 Simon Lederer (17./31.), 4:1 Max Schneider (49.) - Schiedsrichter: Matthias Zahn - Zuschauer: 150

Aufrufe: 013.10.2025, 09:20 Uhr
Werner SchaupertAutor