
Auf den Fußballplätzen im Landkreis war an diesem Wochenende einiges geboten. Es hagelte Klatschen, Kantersiege und Tore ohne Ende.
Die Gilchinger Kreisliga-Fußballer haben die Generalprobe vor dem Punktspielstart gehörig in den Sand gesetzt. Beim ambitionierten Kreisklassisten in Alling gelang den nach krankheitsbedingten Ausfällen und ohne den privat verhinderten Spielertrainer Tobias Hänschke mit nur 13 Mann angetretenen Gästen am Samstagmittag wenig.
Die hohen Temperaturen wollte Coach Robert Brand nicht als Ausrede gelten lassen. Schon eher, dass seine Spieler bereits am Dienstag im Test gegen Pentenried und einige auch noch am Mittwoch im Pokal in Germering zum Einsatz gekommen waren: „Wir waren kaputt, der Gegner war frisch und lauffreudig.“
Bereits in der Anfangsphase ließ die Gilchinger Hintermannschaft einen langen Ball durchrutschen, und der bei seinem vierten Einsatz binnen fünf Tagen ebenfalls etwas müde Torwart Pascal Peetz begünstigte die Führung für Alling. Nach 45 Minuten lagen die Gäste 1:4 hinten, lediglich Hendrik Obermeyer hatte sich einmal durchgetankt und zwischenzeitlich verkürzt.
Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild, Alling erzielte zwei weitere Tore, Lukas Hornung sorgte per Distanzschuss für einen der wenigen Lichtblicke aus Gilchinger Sicht. „Wir schenken zurzeit zu viele Tore her“, monierte Brand, der in den vergangenen Jahren stets auf eine gute Defensive bauen konnte. Er habe aber auch noch Optionen, das Team im ersten Punktspiel am Sonntag in Eichenau umzubauen. Zudem sei ihm schon länger klar gewesen, dass es eine schwierige Saison werden würde.
Ein 10:2 gegen einen Kreisligisten hört sich zu Beginn erstmal nach einer Demonstration der eigenen Stärke an – doch das galt beim Kantersieg des MTV Berg gegen den TSV 54 München nicht. Zumindest nicht, wenn es nach Trainer Maximilian Wagner ging, der über das Verhalten seines Gegners nicht zufrieden war. „Es kann immer passieren, dass man mal nicht genug Spieler hat, aber das weiß man meistens ein oder zwei Tage vor dem Spielbeginn. Dann hätte man immer noch absagen können und wir hätten uns nochmal einen anderen Gegner gesucht“, sagte Wagner.
So kamen allerdings gerade einmal elf Spieler des Münchner Kreisligisten, die normalerweise nicht mal alle zum Spielerkader gehören. „Auch der Trainer und der sportliche Leiter haben bei ihnen mitgespielt“, sagte Wagner. So entwickelte sich ein höchst einseitiges Duell, bei dem es schon zur Halbzeit 6:0 für die genervte Berger Mannschaft stand. „Wir haben uns sehr auf das einzige Spiel gegen einen Kreisligisten in der Vorbereitung gefreut, da ist das schon ärgerlich“, sagte Wagner.
In der zweiten Halbzeit verlor sein Team an Spannung und lud den Gegner zu zwei einfachen Toren ein. Mann des Spiels war Christoph Speth, der auf insgesamt fünf Treffer kam. „Nicht nur er, sondern alle unsere jungen Spieler drängen sich auf. Wir freuen uns auf die Punktrunde, auch wenn wir dieses Spiel nun nicht bewerten können“, sagte der MTV-Trainer. Dafür sei der Gegner aus München schlichtweg zu schwach gewesen am Samstagnachmittag.
„Wir haben Fehler gemacht, die man gegen einen Kreisligisten nicht machen darf“, sagte Sebastian Kolbeck, Trainer der Sportfreunde Breitbrunn nach der 1:6-Niederlage gegen den SC Unterpfaffenhofen-Germering. Dabei spielt der SFB-Coach vor allem auf die ersten vier Gegentreffer an, die seine Truppe laut eigener Aussage allesamt „hergeschenkt“ hatte.
Beim ersten Gegentreffer vertändelte seine Mannschaft den Ball in der eigenen Hälfte, beim zweiten Gegentor fehlte jegliche Ordnung in der Staffelung, und dieses Muster zog sich durch die ersten vier Tore des SCUG. „Wir waren grundsätzlich nicht so schlecht drin im Spiel, allerdings ist Unterpfaffenhofen eine sehr gute Mannschaft und bestraft solche Fehler“, sagte Kolbeck.
In der zweiten Halbzeit kam sein Team noch zu einem Ehrentreffer durch Tayfun Yarangünü, allerdings änderte dies nichts an der herben Niederlage vor dem Saisonstart. „Wir sind dennoch zufrieden mit der Vorbereitung“, resümierte der SFB-Trainer.
Der TSV Erling-Andechs setzte am Samstagnachmittag mit einem 4:0-Heimsieg gegen den FC Issing ein letztes Ausrufezeichen vor dem Saisonstart in zwei Wochen. Der Andechser Spielertrainer Kevin Enzi war mit der Leistung seiner Mannschaft gegen den Heimatverein von Bundestrainer Julian Nagelsmann hochzufrieden. „Wir haben mindestens 80 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht, und die Mannschaft hat die Vorgaben hervorragend umgesetzt“, lobte Enzi sein Team.
Die Erlinger kamen schon zu Beginn gut ins Spiel und trafen nach neun Minuten durch Jakob Sontheim zum 1:0. Und nur wenige Minuten später legte Martin Erras den zweiten Treffer für seine Farben nach. Auch in der Folge taten sich die Gäste schwer mit dem kompakten Verbund der Andechser, die die Gäste mit situativem Pressing vor große Probleme stellten. Noch vor der Halbzeit sorgte Ludwig Metz für den dritten Treffer der Gastgeber.
Zur Halbzeit wechselte Enzi dreifach, und einer der Eingewechselten, Fabio Graf, sorgte kurz nach der Pause für den Treffer zum 4:0, der gleichzeitig der letzte des Tages war. „Die Mannschaft ist mittlerweile auf einem guten Stand. Darauf können wir nun aufbauen und freuen uns auf die Punktrunde in zwei Wochen“, teilte Kevin Enzi nach der Partie mit.
Eine Woche vor dem Punktspielstart musste der FSV Höhenrain eine empfindliche Klatsche hinnehmen. Mit 0:9 verlor die Mannschaft von Trainer Klaus Heller gegen den starken Kreisligisten Lenggrieser SC. Dabei ließ die Heller-Elf alles vermissen, was sie im Verlauf der Wochen zuvor noch gut gemacht hatte. „Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen und hatten keinerlei Stabilität, die wir sonst haben“, ärgerte sich Heller.
Zwar hielt seine Mannschaft 35 Minuten gegen den Kreisligisten die Null, allerdings war auch schon in dieser Zeit abzusehen, dass seine Mannschaft dieses Spiel verlieren würde. „Lenggries war sehr spielstark, spritzig und eigentlich immer einen Schritt schneller“, sagte Heller. Dazu kamen die verletzungsbedingten Auswechslungen von Benedikt Huber und Johannes Feirer, zwei Säulen des Teams. Es folgten zwei Treffer vor der Halbzeitpause binnen zwei Minuten.
Und auch direkt nach dem Seitenwechsel kassierten die Höhenrainer zwei Tore innerhalb von zwei Minuten. „Das hat uns komplett den Stecker gezogen“, sagte Heller. Seine Mannschaft zeigte keinerlei Gegenwehr mehr und ließ weitere fünf Treffer über sich ergehen.
Für Tobias Luppart, Trainer des A-Klassisten TSV Perchting-Hadorf, ist es immer etwas Besonderes, gegen den SC Pöcking-Possenhofen zu spielen. Im ersten Vorbereitungsspiel war das Vereins-Urgestein aufgrund der Personalnot sogar noch für den SCPP aufgelaufen. Diesmal stand er den Pöckingern als Trainer gegenüber und brachte sie mit seinem Team an den Rand einer Niederlage.
Mit der Leistung seiner Mannschaft zeigte sich Luppart vor allem im ersten Durchgang „sehr, sehr zufrieden“. Nach den ersten 45 Minuten führten die Gastgeber dank der Treffer von Florian Fuchs (Strafstoß nach Foul von Ferdinand Jäger), Luca Waldenmeier und Raphael Bott mit 3:2. Clemens Link und Philipp Hönigschmid hatten die Gäste nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand jeweils wieder herangebracht.
Im zweiten Durchgang erhöhte Kajetan Lösch auf 4:2, doch Link bewahrte den SCPP mit zwei weiteren Toren vor einer Testspiel-Niederlage. Beinahe hätte es sogar noch zu einem Sieg gereicht, doch Benjamin Hloschek vergab eine weitere Großchance. „Kampfgeist und Zusammenhalt haben gestimmt. Wir haben nie aufgegeben und eine bessere Einstellung als gegen Starnberg gezeigt“, sagte SCPP-Trainer Florian Beck.
Eigentlich war es am Samstagmittag zu heiß zum Fußballspielen, das fand zumindest Paul Hense, gemeinsam mit Magnus Piele Trainer von Kreisklassist Pentenried. Das Wetter machte er jedenfalls mitverantwortlich dafür, dass seine Mannschaft beim knappen Testspielsieg gegen die A-Klasse-Reserve seiner Ansicht nach ihren spielerisch bisher schwächsten Auftritt der Vorbereitung abgeliefert hatte.
Dennoch entschieden die Gäste die Partie für sich und erzielten laut Hense außerdem einen Lerneffekt. „Es kann uns ja in einem Punktspiel auch passieren, dass es so heiß ist“, sagte der Coach der Römerfelder. Nach aktuellem Stand war es das letzte Vorbereitungsspiel für den TSV. Die Würmtaler gingen Mitte der ersten Halbzeit durch Ridvan Cetin in Führung, der den Ball nach Vorlage von Felix Neumann über den gegnerischen Torhüter lupfte. Den Gastgebern gelang kurz darauf der Ausgleich.
Anfang des zweiten Durchgangs fielen die Treffer im Fünf-Minuten-Takt: Nach dem 2:1 für die Zweite des SCU rutschte eine scharfe Flanke von Neumann an Freund und Feind vorbei zum Ausgleich ins Netz, die erneute Führung für die Hausherren konterte der gut in Szene gesetzte Omer Grbic, der zwei Gegner aussteigen ließ und gekonnt abschloss. Kurz vor Spielende gelang erneut Grbic nach einer ähnlichen Aktion sogar noch der Pentenrieder Siegtreffer.