5:2: Ekstase in Tegernheim – Weiden kommt stark zurück
Relegation zur Landesliga - 1. Runde - Hinspiele: Kareth verliert wichtige Zweikämpfe und muss nun drei Tore aufholen +++ Parsberg gibt eine Zwei-Tore-Halbzeitführung aus der Hand
von Florian Würthele · 22.05.2025, 21:11 Uhr · 0 Leser
Nach dem fünften FC-Tor durch Youngster Max Materne (unten) war der Jubel am Tegernheimer Hohen Sand grenzenlos. – Foto: Florian WürtheleWas für ein Ergebnis: Mit einer 5:2 (3:1)-Packung schickte der FC Tegernheim den TSV Kareth-Lappersdorf im Hinspiel der Landesliga-Relegation auf die Heimreise. Heißt: Im Rückspiel am Sonntag muss die Lerch-Elf drei Tore aufholen, um in die zweite und finale Runde vorzustoßen. Das Parallelspiel zwischen der SpVgg SV Weiden II und dem TV Parsberg sah zwei unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Hälfte diktierte der Landesligist, in der zweiten wurde die Weidener Jungtruppe stärker und stärker. Kurzweilige 90 Minuten mündeten – nach einer Parsberger 2:0-Halbzeitführung – in einem leistungsgerechten 2:2-Unentschieden. Die Spielberichte.
Do., 22.05.2025, 18:30 Uhr
Damit war nicht zu rechnen! Eine große Hypothek von drei aufzuholenden Toren muss der TSV Kareth-Lappersdorf im Rückspiel am Sonntag ausmerzen. Gastgeber Tegernheim entpuppte sich als gnadenloser und vor allen Dingen deutlich effektiver als der Gegner. „Wobei es am Ende ein relativ ausgeglichenes Spiel war“, schränkte FC-Trainer Michael Fischer gleich nach dem Abpfiff ein. Tatsächlich lief die Partie keineswegs so einseitig, wie es das Resultat auszusagen vermag. Bei einer Sache waren sich die Trainer hinterher einig. „Am Sonntag geht es bei 0:0 los, so gehen wir das Spiel an“, unterstrich Fischer, der zugleich versprach: „Wir werden wieder alles raushauen.“ Sein Gegenüber Bastian Lerch will die Flinte noch nicht ins Korn werfen: „Wir werden definitiv nicht aufgeben und werden am Sonntag ein Feuerwerk abbrennen.“
Von der ersten Minute an sahen die 1.150 Zuschauer am Hohen Sand ein äußerst temporeiches und offen geführtes Spiel. Es gab keine Zeit zum Verschnaufen, das Geschehen wog hin und her. Kareth setzte mit Tobias Witzmanns Kopfballtor früh den ersten Punch zum 0:1 (7.), dann drehte Tegernheim das Spiel durch zwei schöne Abschlüsse von Jojo Bierlmeier (12.) und Gentrit Isufi (23.). Kurz vor dem Pausenpfiff gab es die nächste kalte Dusche für den TSV, als Qlirim Beqaj eine Ecke zum 3:1 einköpfte (43.). Auch im zweiten Durchgang ging es offen und temporeich weiter, und erneut war die Heimelf ganz einfach effektiver und kaltschnäuziger in der Box. Sturmtank Bierlmeier schnürte per Flachschuss ins lange Toreck seinen persönlichen Doppelpack (61.) und als sich in der Schlussphase Lücken auftaten, stellte Youngster Max Materne sogar noch auf 5:1 (90.+1). Die kleine Karether Chance bleibt durch Witzmanns Treffer zum 5:2 am Leben (90.+3).
„Wir verloren wichtige Zweikämpfe, die sie mit ihren Toren ausgenutzt haben“, kreidete Kareths Trainer Lerch an. FC-Coach Fischer machte den Seinen ein „Riesenkompliment: Wir haben die Chancen eiskalt genutzt und wichtige Zweikämpfe gewonnen.“ Tegernheims letzter Torschütze Max Materne sagte zu seinem Last-Minute-Treffer: „Das war ein cooles Gefühl und vor so vielen Zuschauern schon geil.“ Er sprach aber auch das an, was sein Trainer im Kopf hatte: „Wir sind noch nicht durch.“
Do., 22.05.2025, 18:30 Uhr
Während hier schon von einer Vorentscheidung gesprochen werden kann, bleibt dort alles offen. Die U23 der SpVgg SV Weiden und der TV Parsberg trennten sich vor 916 Zuschauern im Sparda-Bank-Stadion 2:2-Unentschieden. „Wir haben gesehen, dass wir mit Parsberg auf Augenhöhe sind und deswegen ist am Sonntag auswärts alles möglich“, so ein völlig ausgepowerter Weidener Trainer Josef Rodler, der nach dem Schlusspfiff die Rote Karte sah, als er sich beim Schiedsrichtergespann über die aus seiner Sicht zu geringe Nachspielzeit beklagte. „Unterm Strich und über die 95 Minuten gesehen ist es dann doch ein gerechtes Unentschieden“, zog TV-Coach Stefan Parsberg einen Strich drunter.
Natürlich konnte Weber mit dem Spielverlauf an sich nicht zufrieden sein, gaben seine Spieler doch einen Zwei-Tore-Vorsprung zu Halbzeitpause noch aus der Hand. „In den ersten 50 Minuten waren wir deutlich besser und sind verdient mit 2:0 in Führung gegangen. Wir hatten die Sache so weit im Griff und hätten nach der Halbzeit sogar noch das 3:0 oder 4:0 machen können“, bilanzierte Weber. Manuel Traub per Kopf (35.) und Florian Höllrigl per platziertem Schuss ins lange Eck (40.) schlugen binnen weniger Minuten doppelt für den Landesligisten zu.
Nach dem Pausentee ließ Parsberg zwei Möglichkeiten auf den dritten Treffern liegen, ehe sich der Wind drehte. SpVgg-Trainer Joe Rodler vollzog in Minute 52 einen Vierfach-Wechsel. Das fruchtete. Die Weidener Youngster wurden stärker, bewiesen Moral. Eine Ecke wurde zunächst an die Latte geköpft, ehe Stefan Graf per Kopf abstaubte – der Anschlusstreffer nach 61 Minuten. „Schade: Eigentlich haben wir um die Gefährlichkeit von Weiden bei Standards gewusst“, kreidete Weber an. Die Hausherren kamen nun deutlich auf und schlugen in der 69. Minute zum zweiten Mal zu. Johannes Rodler nahm den Ball volley und traf halbhoch ins Tor. In den letzten 20 Minuten war Weiden näher dran am dritten Tor, doch es blieb beim 2:2.
„Die Routiniers sorgten für eine sehr gute zweite Hälfte. Da haben wir wieder gezeigt, was uns die ganze Saison ausgemacht hat, nämlich eine Einheit zu sein“, lobte Weidens Übungsleiter Rodler sein Team. „Ein gerechtes Remis. Die Ausgangssituation vor dem Rückspiel ist nun die gleiche wie vor dem Hinspiel. Wir und Weiden müssen das Spiel gewinnen und so können sich die Zuschauer in Parsberg auf ein offenes und hoffentlich genauso temporeiches und intensives Spiel freuen wie heute“, schloss derweil der Gästetrainer ab.