2026-05-29T11:52:36.002Z

Allgemeines

4:1 bei GEL - der Eimsbütteler TV mit einem Bein in der Regionalliga

von Ismail Yesilyurt · Gestern, 23:42 Uhr · 0 Leser
Samuel Olayisoye, letzter Mohikaner der Aufstiegmannschaft 2022-23, steht mit dem Eimsbütteler TV wieder vor dem Sprung in die Regionalliga.
Samuel Olayisoye, letzter Mohikaner der Aufstiegmannschaft 2022-23, steht mit dem Eimsbütteler TV wieder vor dem Sprung in die Regionalliga. – Foto: Olaf Wegerich

Der Eimsbütteler TV hat im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga Nord ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Im mit Spannung erwarteten der beiden Vizemeister aus Niedersachsen und Hamburg feierten die Hansestädter im ersten von drei Spielen einen deutlichen 4:1-Erfolg beim 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Vor 450 Zuschauern im Stadion an der Ammerke in Barsinghausen bezahlte der ETV damit bereits die halbe Miete für das Erreichen der vierthöchsten Spielklasse.

Fehlende Effizienz: Niedersachsen verpassen die frühe Führung

Dabei spiegelte das nackte Ergebnis den Spielverlauf nur bedingt wider. Die Gastgeber aus Niedersachsen erwischten den deutlich besseren Start und kombinierten sich bereits in der 3. Minute gefährlich über die linke Seite in den Strafraum. Jos Homeier Milan kam aus zwölf Metern in zentraler Position zum Abschluss, setzte das Leder in Rücklage jedoch über den Querbalken.

Nur sechs Minuten später folgte die nächste Großchance für Germania: Til Mohre Denker wurde im Sechzehner nicht konsequent angegriffen, scheiterte nach einer feinen Körpertäuschung aus 13 Metern aber am glänzend reagierenden ETV-Keeper Abou-Bakarr Fofana. Den anschließenden Kopfball setzte Milan knapp links am Gehäuse vorbei.

Ein eiskalter Doppelschlag zieht Germania den Zahn

Während Egestorf-Langreder die Partie optisch dominierte und seine hochkarätigen Gelegenheiten ungenutzt ließ, präsentierten sich die Hamburger vor dem gegnerischen Tor als Musterknabe in Sachen Effizienz. In der 26. Minute kombinierte sich der ETV stark über den rechten Flügel in den Strafraum. Germanias Fyn Baumgratz wusste sich gegen Jon Pauli nur mit einem Foul von hinten in die Beine zu helfen, woraufhin Schiedsrichter Ole Andreas Schulz sofort auf den Punkt zeigte. Toralf Hense übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zur 1:0-Führung für die Gäste.

Der Schock saß tief bei den Gastgebern, und der ETV nutzte die Phase der Unordnung gnadenlos aus. Nur wenige Zeigerumdrehungen später avancierte Elfmeter-Rausholer Jon Pauli selbst zum Torschützen. Nach feiner Vorarbeit schloss er in der 37. Minute trocken zum 2:0-Pausenstand ab. Ein bitteres Zwischenfazit für das Team von Germania-Trainer Boris Besovic, das zwar mehr vom Spiel hatte, defensiv aber eiskalt ausgekontert wurde.

Cleverness und Konterstärke bringen die endgültige Entscheidung

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild auf dem Rasen zunächst kaum. Egestorf-Langreder rannte unermüdlich an, doch es fehlte in den entscheidenden Situationen an der nötigen Durchschlagskraft gegen eine sehr kompakt und clever verteidigende Hamburger Hintermannschaft. In der 66. Minute verpasste der ETV zunächst die Vorentscheidung, als Max-Adrian Mbodje frei vor Germania-Torwart Eric Ruf auftauchte, dieser aber per Fußabwehr glänzend parierte.

Drei Minuten später machte es der Gast besser: Bamo Karim Mohamed steckte den Ball perfekt auf Toralf Hense durch, der Keeper Ruf umkurvte und mit links ins verwaiste Tor zum 3:0 einschob (69.).

ETV mit viel Zielwasser - späte GEL-Ergebniskosmetik

Die Niedersachsen steckten auch nach diesem Nackenschlag nicht auf, vergaben in der 77. Minute durch Hannes Nolte, der eine durchgerutschte Flanke per Aufsetzer an die Querlatte hämmerte, aber die Riesenchance zur Ergebniskosmetik. Praktisch im Gegenzug bestrafte Mbodje einen schweren Fehlpass in der Germania-Abwehr, umspielte ebenfalls den Torwart und erhöhte auf 4:1 (79.).

Der späte Treffer von Ruwen Albrecht in der 86. Minute, der am zweiten Pfosten sträflich frei eine Flanke zum 1:4 über die Linie drückte, war am Ende nicht mehr als reine Ergebniskosmetik. Dass die Hamburger einen rundum perfekten Tag erwischten, unterstrichen sie im offiziellen Elfmeterschießen im Anschluss an die Partie, welches für den Fall einer späteren Punkt- und Torgleichheit ausgetragen wurde – auch dieses Duell vom Punkt entschied das Team von Can Schultz für sich.