
Michael Senger ist aktuell absoluter Leistungsträger beim FSV Pfaffenhofen. Der ehemalige Spieler des FC Ingolstadt hält den Aufstieg in Reichweite.
Pfaffenhofen – 25 Assists, zwölf Tore und nur vier Spiele ohne Torbeteiligung – Michael Senger spielt beim FSV Pfaffenhofen derzeit eine Saison wie aus dem Lehrbuch. Der ehemalige Spieler des FC Ingolstadt trägt bereits seit zwei Jahren das Trikot des FSV und hat dort offenbar seine sportliche Heimat gefunden – verständlich. Dritter Platz in der Landesliga Südwest, nur einen Punkt Abstand auf den Relegationsplatz und seit vier Partien ungeschlagen – bei Pfaffenhofen läuft es rund.
„Als Spieler will man immer den maximalen Erfolg. Aber das Hauptziel ist, gesund und fit zu bleiben“, sagt Senger gegenüber Fussball Vorort/FuPa Oberbayern. „Klar ist der Aufstieg noch machbar, aber wir setzen uns da nicht unter Druck.“ Sein persönliches Ziel sind 40 Scorer-Punkte, dafür fehlen ihm nur noch drei.
Auch Trainer Ludwig Dietrich sieht sein Team voll im Soll. „Unser Ziel ist natürlich, so lange wie möglich oben mit dabei zu sein“, so Dietrich. „Wir möchten Richtung Platz 2 angreifen, aber wenn es dieses Jahr nicht klappen sollte, wäre es auch kein Beinbruch.“
Ein wesentlicher Anteil am Erfolg geht auch auf das Konto von Senger. „Michael ist natürlich ein enorm wichtiger Spieler für uns“, schwärmt Dietrich. Dabei überzeugt der 27-Jährige nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Trotz seiner ruhigen Art übernimmt er Verantwortung und geht als Führungsspieler voran. „Ich bin natürlich echt happy, mit so einem Spieler zusammenarbeiten zu dürfen.“
Besonders seine Qualität in entscheidenden Momenten hebt der Trainer hervor. „Er hat einfach die Fähigkeit, Spiele mit Assists oder Toren zu entscheiden.“ Er betont, dass der Ex-Schanzer einen enormen Stellenwert in der Mannschaft genießt. „Aber er stellt sich nie über die anderen – das macht ihn aus.“ Senger selbst bleibt dabei bodenständig: „Es liegt nicht nur an mir – man muss da auf jeden Fall die Mannschaft hervorheben.“
Dabei blickt der Vize-Kapitän auf eine bewegte Karriere zurück: Angefangen in Attenhofen, dann zwei Jahre beim FC Mainburg und anschließend die gesamte Jugend beim FC Ingolstadt, in der er auch in der zweiten Mannschaft spielte. Dort wäre Senger zunächst gerne geblieben. Doch mussten die Schanzer zwangsabsteigen, weil die Profis in die 3. Liga abstiegen.
„Damals ist der VfR Aalen auf mich aufmerksam geworden.“ Senger wechselte für zwei Jahre zum damaligen Regionalligisten. „Ich hatte da noch einen Spielerberater, über den lief das dann alles“, so Senger. „Da war schon noch mein Ziel, Profifußballer zu werden.“ Zur Saison 21/22 zog es Senger dann aber wieder zurück zu den Schanzern.
„Ingolstadt kam auf mich zu und wollte, dass ich als erfahrener Spieler in der zweiten Mannschaft aushelfe.“ Den Traum, Profi zu werden, hatte er damals schon aufgegeben. „Ich hatte trotzdem den Hintergedanken, dass der Sprung in die erste Mannschaft noch möglich ist.“ Nach weiteren zwei Jahren bei seiner Jugendmannschaft war Schluss und Senger wechselte für ein Jahr zum TSV Rain/Lech, ehe er nach Pfaffenhofen ging.
„FSV-Vorstand Michi Wolf hat irgendwie meine Nummer rausbekommen“, erinnert sich Senger. „Er hat mich oft angerufen, dass ich mir das Ganze mal anschauen soll.“ Und das war wohl die richtige Entscheidung. Hier gefällt es dem 27-Jährigen bis dato sehr. „In Aalen war alles sehr profibedingt, hier ist Fußball ein Hobby – etwas, um den Ausgleich zur Arbeit zu finden“, so Senger. „Es ist schön, nach dem Training mal mit der Mannschaft ein Bierchen trinken zu gehen – so etwas gab es bei Ingolstadt nicht.“
Dass es mit der Profikarriere nicht geklappt hat, sieht Senger inzwischen gelassen. „Vielleicht war ich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagt Senger. Entscheidend sei für ihn ohnehin etwas anderes: der gemeinsame Erfolg.