
War das womöglich schon eine Vorentscheidung im Rennen um den direkten Aufstieg? Der SV Straelen hat am Sonntag die Gelegenheit verpasst, die Sportfreunde Broekhuysen II vom Platz an der Sonne zu verdrängen und selbst die Tabellenführung in der Gruppe 2 der Kreisliga B Kleve/Geldern zu übernehmen. Das Gipfeltreffen an der Römerstraße endete 2:2 (2:2). 350 Zuschauer sorgten für eine Kulisse, die an Straelener Regionalliga-Zeiten erinnerte.
Sie sahen ein Duell, das Spitzenspiel und Lokalderby zugleich war. Und die Partie hatte bereits im ersten Durchgang einiges zu bieten: 24 Minuten hielten beide Abwehrreihen dicht – dann ging es Schlag auf Schlag. Ein sehenswerter Fernschuss von Bler Istrefi (24.) brachte den Gastgeber zunächst in Führung. Der Tabellenführer aus dem 600-Seelen-Dorf war jedoch nicht um eine schnelle Antwort verlegen. Nur fünf Minuten später drückte Niclas Gödiker nach einem abgewehrten Freistoß den Abpraller zum Ausgleich über die Linie.
Und damit nicht genug: In der 36. Minute brachte Henning Gotzes die Reserve der Sportfreunde sogar in Führung, als er aus dem Getümmel heraus das 2:1 erzielte. „Da hatten wir ein wenig von dem Spielglück, was man braucht, um gegen eine Mannschaft wie den SV Straelen zu bestehen“, sagte Gäste-Trainer Marcel Scholz, dessen Mannschaft bereits das Hinspiel mit 3:0 gewonnen hatte.
In der 42. Minute sah Straelens Maximilian Krug die Gelb-Rote Karte, weil er als Reaktion auf eine Schiedsrichterentscheidung den Ball auf den Boden geworfen hatte – eine Strafe, mit der Thomas Geist überhaupt nicht einverstanden war. „Dafür muss man keine zweite gelbe Karte geben“, sagte der Straelener Trainer.
Doch auch in Unterzahl war der SVS in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Das wurde noch vor der Halbzeitpause mit dem Ausgleichstreffer durch Maik Noldes belohnt. Der Routinier verwandelte einen Foulelfmeter sicher zum 2:2 (45.). Nach der Pause schaffte es der SV Straelen nicht, die spielerische Überlegenheit in weitere Treffer umzumünzen.
So blieb es am Ende bei der Punkteteilung, mit der die Gäste sehr gut leben können. „Wir wollten die Tabellenführung verteidigen – das haben wir geschafft. Chapeau an meine Mannschaft, wie sie mit der Qualität von Straelen mitgezogen hat“, sagte Marcel Scholz. Thomas Geist gratulierte fair: „Wir waren klar überlegen und müssen das 3:2 machen. Das haben wir leider nicht geschafft. So muss man sagen: Glückwunsch an Broekhuysen.“
Wie auch immer das Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft und damit die Rückkehr ins Kreisliga-Oberhaus endet – der SV Straelen setzt auf Kontinuität. Trainer Thomas Geist, sein Assistent Leon Gerke, die beiden Teammanager Leonard Dams und Stefan Büns sowie Sportlicher Leiter Peter Streutgens werden auch in der kommenden Saison an einem Strang ziehen.