
Oberliederbach. Wenn man ein Drehbuch für ein spannendes Pokalfinale schreiben würde, würde es sicherlich genau so aussehen. Der FC Eddersheim setzte sich im Elfmeterschießen (7:5) gegen die TuS Hornau durch, durfte am Ende den Kreispokalsieg bejubeln, der gleichzeitig die Teilnahme am Hessenpokal ermöglicht. Zuvor sah es auf der Sportanlage der SG Oberliederbach eigentlich nach einer klaren Sache aus, nach 51 Minuten führten die Eddersheimer bereits mit 3:0. Hornau zeigte eine beachtliche Moral, schaffte praktisch mit Abpfiff den 3:3-Ausgleich. Das Elfmeterschießen - im Kreispokal gibt es nach 90 Minuten keine Verlängerung - entschied der FCE jedoch für sich.
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"Die Mischung aus beiden", lautete die Antwort von Andreas Klöckner, Trainer der TuS Hornau, auf die Frage, ob der Schmerz über das verlorene Finale oder der Stolz auf die Mannschaft überwiege. Einen tollen Fight lieferten die Hornauer, die nach dem 3:0 durch Halil Yilmaz (51.) kurz nach der Pause eigentlich schon als sicherer Verlierer galten. Zumindest wenn man einige der Zuschauer gefragt hat, die beide Mannschaften auf der Anlage der SG Oberliederbach zahlreich unterstützten. "Nach dem 0:3 hätten keiner mehr auf uns gesetzt", strich Klöckner die Moral seiner Mannschaft heraus.
Die erste Halbzeit ging klar an den FC Eddersheim. Yilmaz brachte nach 25 Minuten seine Mannschaft vom Punkt in Führung, zuvor kam Karim Bounour gegen Niklas Kraus einen Schritt zu spät. Kurz vor der Pause war erneut Bounour der unfreiwillige Wegbereiter - diesmal für das 2:0. Dieser spielte Cem Kara den Ball in die Füße, der vor TuS-Keeper Brandon Dorth eiskalt blieb (44.). Spätestens mit dem 3:0 nach Wiederanpfiff, nachdem Meron Teku den Ball an Dominik Wüst verlor, der mit scharfer Flanke Yilmaz bediente, hatte sich jeder auf den FC Eddersheim als künftigen Pokalsieger eingestellt. "Wir haben über 70 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht. Dann hast du gemerkt, dass das viel Substanz gekostet hat", sagte Carsten Weber, Trainer des FC Eddersheim.
Das 1:3 durch Hendrik Sexauer per Foulelfmeter, nachdem Tristan Hein vom eingewechselten Mikael Neway gelegt wurde, brachte die TuS zurück ins Spiel (75.). "Von da an war die Hoffnung wieder da", sah Klöckner seine Mannschaft in Folge am Drücker. "Dann kippte das Momentum", wusste auch Weber. Der eingewechselte Leon Krönert wurde knapp zehn Minuten später im Eddersheimer Sechzehner zu Fall gebracht - Sexauer blieb erneut cool (87.). Beim Ausgleich in der siebten Minute der Nachspielzeit sollten endgültig alle Dämme brechen: Krönert nahm sich aus Rund 20 Metern ein Herz und schweißte per präzisem Flachschuss ein (90.+7). "Die Mentalität der Mannschaft ist einfach intakt, die Jungs geben 110 %", sagte Klöckner, dessen Mannen sich ins Elfmeterschießen retteten, da es im Kreispokal bei Gleichstand nach 90 Minuten keine Verlängerung gibt.
"Die Art und Weise, wie wir mit dem späten Ausgleich umgegangen sind, verdient absoluten Respekt. Nachdem man in der 97. Minute solch einen Schlag bekommt, hatten wir nicht den Eindruck, dass da eine Mannschaft steht, die gefrustet ist", kann auch Weber den Charakter seiner Mannschaft hervorheben. Der sich vor allem auch im Elfmeterschießen wiederspielgelte. Während beim FCE alle Schützen verwandelten - keine Chance für Dorth - vergaben bei Hornau Karim Bounour und Hendrik Sexauer. Aller guten Dinge sind drei, dürfte sich Jannis Lucht bei Sexauers Elfmeter gedacht haben. Denn nach dem gehaltenen Elfmeter war klar: Der FC Eddersheim ist zum vierten Mal in Folge Pokalsieger im Main-Taunus-Kreis.
"Am Ende heißt es: Glückwunsch an den FC Eddersheim. Die Elfmeter waren allesamt fantastisch geschossen", musste auch Klöckner anerkennen. "Es hat einen Ticken wieder gefehlt", fügte der Coach an, dessen Mannschaft bei der anschließenden Siegerehrung den Applaus einiger der ingesamt 850 Zuschauer erntete. Kreisfußballwart Karlheinz Reichert überreichte im Anschluss dem FC Eddersheim um Kapitän Jörg Finger die Trophäe des Krombacher Kreispokals. Die SG Oberliederbach hat als Veranstalter dem spannenden Pokalfinale den passenden Rahmen gegeben, auch der Rasenplatz sei laut Weber in einer sehr guten Verfassung gewesen. "Ein würdiges Finale", fasst Klöckner zusammen.

Am Samstag geht es für die TuS gleich in der Hessenliga weiter, in der man als feststehender Absteiger zumindest noch die 30-Punkte-Marke knacken möchte. Mit Branimir Matic (1. Hanauer FC) und Massimo Grittani (1. FC-TSG Königstein U19) bestätigt Klöckner zwei weitere Neuzugänge für die kommende Saison.
Für den FC Eddersheim steht am Sonntag das Heimspiel gegen Aufstiegskandidaten RW Walldorf, der auf einen Aufstieg allerdings verzichten würde, an, mit Felix Koob (TG Friedberg) hat der Verein bereits den Nachfolger von Daniel Zeaiter bekannt gegeben, der bekanntlich den FCE im Sommer verlassen wird.