
Der gebürtige Stader Alex Käberlein war Schiedsrichter durch und durch. Es bereitete ihm einfach viel Spaß, und deshalb pfiff er etwa 30 Jahre. Gesundheitlich musste der heute 79-Jährige im Jahr 2004 seine Pfeife an den berühmten Nagel hängen. Daran denkt er überhaupt nicht gerne zurück.
Der verheiratete Fußballfan hat zwei erwachsene Kinder, drei Enkelkinder. Er arbeitete als Prüfer für Luftfahrt bei Airbus. „Da saß ich viel am Computer. Daher möchte ich heute keinen mehr haben. Auch mein Handy ist ein ganz einfaches“, erzählt Alex Käberlein. Diesen „ganzen technischen Kram“ brauche er nicht. „Nachrichten sehe ich drei- oder viermal am Tag im Fernsehen. Dazu lese ich viele Zeitungen. Das TAGEBLATT gehört auch dazu, auch wenn es durch den frühen Druck nicht mehr ganz so aktuell ist. Das ist die Bildzeitung aber auch nicht“, sagt er mit forscher Stimme.
Was ihm ebenfalls nicht gefällt, sind die späten Anstoßzeiten der internationalen Fußballspiele. „Ich dachte immer, man will etwas für die Jugend machen, aber wer schaut sich in der Woche um 21 Uhr die Championsleague- oder Europaleague-Spiele an, wenn am nächsten Tag Schule ist?“
Viele Jahre Fußball bei der Turn- und Sportriege Güldenstern
Seine Laufbahn als Fußballer begann bei Grün Weiß Stade, einem Verein, den es seit 2017 endgültig nicht mehr gibt. Die Fußballabteilung war bereits viele Jahre zuvor aufgelöst worden. Auf dem alten Sportplatz befindet sich inzwischen ein beliebter Campingplatz. „Als ich 12 oder 13 Jahre alt war, wollte ich da weg. Ich fühlte mich nicht so richtig wohl, ging daher zur TuS Güldenstern Stade“, erinnert sich Käberlein. „Ich wohnte und wohne heute noch in einer Gegend, in der viele Jugendliche auf der berühmten Camper Höhe spielten. Da spielte ich lange und mit der zweiten Herrenmannschaft schafften wir es bis in die Kreisliga.“
Plötzlich in Bargstedt
Durch einen Zufall landete Käberlein dann beim TuS Eiche Bargstedt. Der Agathenburger Herbert Martens, zu jener Zeit auch bei Eiche aktiv, überredete ihn zu einem Vereinswechsel. „Wir spielten damals mit Güldenstern am letzten Spieltag in Bargstedt, als Eiche hinterher den Aufstieg feierte. Dann führte ich die Gespräche mit Herbert und spielte plötzlich fünf oder sechs Jahre dort, immerhin in der Bezirksklasse und der Kreisliga. So schnell ging das“, lacht der 79-Jährige noch heute darüber. Auch als Schiedsrichter wurde er immer aktiver, pfiff in den unteren Herrenkreisklassen, bei den Alten Herren und sehr viel bei Hallenturnieren. „In Stade hatte ich auch bereits gepfiffen, Bargstedt benötigte dann aber einen aktiven Schiri, so pfiff ich dann für Eiche.“
Helmut Willuhn über Schiedsrichter Käberlein
Als Spieler sah er nie eine Rote Karte. Die gab er allerdings als Schiedsrichter dann auch mal. Helmut Willuhn, heute Vorsitzender des NFV Kreis Stade und Schiedsrichter, weiß noch ganz genau: „Na klar kenne ich noch Alex Käberlein. Der hat mich als Spieler damals gemeldet. Das Ganze hat mich satte 160 D-Mark gekostet. So etwas vergisst man nicht.“
„Der Helmut hatte ja auch immer eine große Klappe“, möchte Käberlein ergänzen und lacht. Als Schiedsrichter war er sehr gerne und viel unterwegs. Wenn es die Gesundheit zulassen würde, wäre er sicherlich auch im höheren Alter noch aktiv, denn „Schiedsrichter sein, war mein Leben“.
Als eine der schönsten Erinnerungen bleibt ihm die „Goldene Schiedsrichter-Pfeife“, die ihm 2004 der NFV Kreis Stade überreichte, damals allerdings noch nicht von Helmut Willuhn. Danach war dann auch Schluss.
„Es ging leider nicht mehr. Dann muss man einfach sagen, die Zeit war schön und gut, aber wenn der Körper nicht mehr mitspielt, ist das so“, sagt er. Alex Käberlein weiß viel zu erzählen aus seiner langen Zeit als Fußballer und noch längeren Zeit als Schiedsrichter – der er so gerne heute noch wäre.