
Bereits ist ein Drittel der Meisterschaft in der 3. Liga absolviert. Höchste Zeit, zurückzublicken und Bilanz zu ziehen, wie es den Mannschaften in den sechs Gruppen bisher ergangen ist. Welche Teams sind den Erwartungen gerecht geworden, welche konnten nicht Schritt halten?
Gruppe 1: Der grosse Showdown steht noch bevor
An der Spitze sind mit Einsiedeln und Siebnen die beiden meistgenannten Aufstiegskandidaten. Siebnen, das noch zwei Nachtragsspiele zu absolvieren hat, steht aktuell nach Verlustpunkten auf gleicher Höhe mit dem FCE. Beide Teams gewannen bisher sämtliche Partien - mit einer Ausnahme, je einem Remis. Zum Vorrundenabschluss steht das Direktduell auf dem Rappenmöösli an. Die Märchler müssen aufgrund des Umbaus der Sportanlage Ausserdorf alle Spiele in der Vorrunde auswärts austragen.
Neben Einsiedeln und Siebnen ist bereits nach einem Drittel der Saison klar, dass wohl sonst nur noch Freienbach II vorne wird mitmischen können. Die "potenten" Höfner sind ebenfalls noch unbesiegt und lauern zwei Punkte hinter dem Spitzenduo. Während bei Einsiedeln die Offensive brilliert, mit 37 Toren aus sieben Spielen, kann Siebnen auf eine starke Defensive zählen, mit erst zwei Gegentoren bisher.
Enttäuschend bisher Kilchberg-Rüschlikon. Der FCKR kann die Aufstiegsträume bereits vergessen. Die Tabelle zeigt eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Hinter dem Spitzentrio das breite Mittelfeld mit sechs Teams, darunter auch die zu Saisonbeginn ebenfalls noch als Aufstiegskandidaten gehandelten zweiten Mannschaften von Thalwil und Wädenswil.
Und im Keller die beiden Schwyzer Teams Wollerau und Buttikon, sowie erwartungsgemäss Aufsteiger Langnau am Albis. Im erweiterten Kreis der möglichen Absteiger befinden sich auch Esperanza Zürich und Red Star III.
Saison-Ausblick: Das sind die Aufstiegskandidaten in der 3. Liga
Gruppe 2: Absteiger mit Hochs und Tiefs und ein Team, das Rätsel aufwirft
Die Gruppe 2 bleibt ihrem Ruf, eine der unberechenbarsten Drittliga-Gruppen zu sein, ein weiteres Mal treu. Im vorderen Teil zeichnet sich zwar langsam der erwartete Lauf ab: Wollishofen war bisher am konstantesten, auch wenn bereits fünf Verlustpunkte zu Buche schlagen. Dahinter folgt Altstetten, welchem an dieser Stelle eine solche Platzierung durchaus zugetraut wurde.
Der FC Affoltern am Albis führt das breite Mittelfeld an. Und die Säuliämter schiessen mit Albisrieden zusammen auch mit Abstand am meisten Tore, mussten aber schon zweimal als Verlierer vom Platz. Dann folgen die Absteiger Albisrieden und Blue Stars, welche beide gute Spiele hatten, aber dennoch bereits zehn respektive elf Verlustpunkte aufweisen und die Eigenheit der Gruppe schnell wieder vorgeführt bekommen haben.
Die grössten Rätsel gibt der FC Schlieren auf, nach sieben Runden haben die Limmattaler bereits viermal verloren, was in den letzten Jahren jeweils auf die ganze Saison kumuliert war.
In den hinteren Regionen fällt vor allem die dritten Mannschaft von Wettswil auf, welche den Tritt noch nicht gefunden hat. Und für den grössten Aufreger sorgten zweifelsohne die Reserven von Dietikon sowie der SC Wipkingen durch einen Spielabbruch. Die finalen Strafverfügungen sind noch offen, und dürften durch mögliche Punkteabzüge erheblichen Einfluss auf die Tabellensituation haben.
Gruppe 3: Entzauberte Lehrlinge und Schweissperlen auf der Stirn
Vor dem letzten Spieltag durfte Küsnacht berechtigte Hoffnungen auf die Tabellenführung ins Auge fassen. Beim Spitzenkampf gegen Witikon wurden die Lehrlinge aber von den Meistern richtiggehend entzaubert und mit einem 5:0 vorgeführt – und finden sich nun auf dem 5. Platz wieder.
Die Gruppe ist sehr ausgeglichen, befinden sich doch sieben (!) Vereine innerhalb von drei (!) Punkten. Die momentane Vorherrschaft befindet sich aber auf der Looren: Witikon und Platznachbar Neumünster zieren die Tabellenspitze. Dicht dahinter Unterstrass II und direkt dahinter Racing. Der Studentenverein von der Fluntern, via Katzenschwanzstrasse auch nur einen Katzenschiss von der Looren entfernt, schlug doch Zürich-Affoltern unverschämt hoch 9:1.
Die Nordzürcher gehörten letzte Saison unter Victor Dionisio noch dem Spitzentrio an (sein Sohn Ricardo spielt bei Witikon, wo der Vater einst das Traineramt ausübte), nun müsste der Präsident aber Schweissperlen auf der Stirn haben; 18 Gegentore in drei Spielen! G.S.I. Rümlang: Die sind besser, als es der jetzige Tabellen- und Punktestand ausdrückt.
Gruppe 4: Erwartetes Spitzenduo und ein überraschender Aufsteiger
Topfavorit Kloten ziert die Tabellenspitze, das Spitzenspiel gegen das zweitplatzierte Rümlang gewann der 2.-Liga-Absteiger mit 3:1 und liegt nach sieben Runden bereits vier Punkte vor dem SVR. Sieht so aus, als können sich die Flughafenstädter bereits nach einem Drittel der Meisterschaft mit der Rückkehr in die 2. Liga befassen.
Mit Siegen u.a. gegen den FC Niederweningen und FC Glattfelden und bereits 13 Punkten überrascht Aufsteiger FC Bassersdorf II mit dem 3. Tabellenrang! Es folgen bis zur Winterpause nur noch Gegner im hinteren Tabellenfeld.
Unerwartet schwach in die Saison gestartet ist der FC Effretikon. Mit nur zwei Siegen und sieben Punkten liegt das Team auf dem 10. Tabellenplatz und muss sich (vorerst) nach hinten orientieren.
Gruppe 5: Ramsen überrascht - Sporting lässt aufhorchen
Der FC Beringen, bei dem neuerdings sogar der Ex-"Spielvi"-Coach und jetztige Kriens-Assistent Luca Tranquilli aufläuft, scheint nicht ganz überraschend durchzumarschieren. Diessenhofen hat nach einem Fehlstart jetzt fünfmal in Folge gewonnen und wird den Erwartungen gerecht.
Bemerkenswert ist die Punktzahl des Aufsteigers Sporting Club Schaffhausen. Ebenso, dass Aufstiegs-Mitfavorit Oberwinterthur die ersten vier Spiele verloren hat. Nach nun zwei Siegen scheint er sich aber gefangen zu haben und dürfte sich nun nach vorne arbeiten.
Ramsen, im letzten Winter als Zweitletzter von vielen als designierter Absteiger gesetzt, war in der Folge das punktbeste Team der Rückrunde. Der aktuelle dritte Rang kommt daher nicht mehr so überraschend, trotzdem ist die Konstanz für so einen kleinen Dorfverein beachtlich.
Gruppe 6: Wald macht die Musik - Meilen überrascht
Der zum Favoritenkreis zählende FC Wald ist seiner Rolle bis anhin weitgehend gerecht geworden. Der Leader erzielte nicht nur mit Abstand die meisten Tore - sondern ist auch als einziges Team der Gruppe (in der für einmal drei Teams absteigen) noch ungeschlagen.
Dahinter lauert aber ein grosses Feld an ernsthaften Verfolgern. Dazu zählen erwartungsgemäss Pfäffikon, Zollikon, Wetzikon und Rüti.
Die positivste Überraschung ist allerdings der aktuelle Tabellenzweite FC Meilen, der letzte Saison in den Abstiegskampf involviert war und im Sommer noch seinen langjährigen Torjäger Marco Ruckstuhl an Stäfa verloren hatte. Unter der neuen Trainerführung hat der FCM schnell in die Spur gefunden.
In der Abstiegszone zählen die zweiten Mannschaften von Uster, Stäfa und Herrliberg zu den Gefährdeten. Schwierig wird es erwartungsgemäss für Neuling Egg. Und Mühe bekundet im Moment auch Männedorf.
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