
Mit einer in allen Belangen bodenlosen Leistung meldete sich die SSV Dillingen am "Tag der Arbeit" eindrucksvoll im Abstiegskampf der Kreisliga Nord Schwaben zurück. "Arbeiten" wäre im Nachholmatch beim direkten Konkurrenten TSV Hainsfarth beispielsweise ein durchaus erfolgversprechender Ansatz gewesen, doch der dilettantische Auftritt mit wenig Leidenschaft und fehlender taktischer Cleverness, dafür aber durchaus mit dem einen oder anderen für die Situation völlig untauglichen Element von "Hacke, Spitze, eins, zwei, drei" im Burschelstadion führte folgerichtig zu einer derben 2:6-Klatsche und nebenbei noch zum Verlust des am Ende vielleicht noch wichtigen direkten Vergleichs für die Kreisstädter, die das Hinspiel noch mit 3:1 gewonnen hatten.
Dass mit dem kurzfristig erkrankten Marius Brugger neben dem rotgesperrten Alban Nuraj ein weiterer Innenverteidiger ausgefallen war, darf keine Entschuldigung dafür sein, dass das verbliebene Personal in der Viererkette gegen die oftmals mit langen Bällen operierenden Gastgeber viel zu hoch stehend von einer Verlegenheit in die nächste stürzte und dazu noch wohlmeinende Ratschläge von außen mit bissigen Kontern quittierte. Es wäre aber unfair, der Dillinger Abwehr die alleinige Schuld am Debakel zu geben, denn auch das allermeist nur körperlich anwesende Zentrum und die gegen eine Dreierkette nahezu jegliche Defensivarbeit verweigernde Offensive wären an diesem Tag besser bei einem aber nur möglicherweise körperlosen Ü60-Seniorenkick als im Abstiegskampf der Kreisliga aufgehoben gewesen...
Konnte die SSV noch den Hainsfarther Führungstreffer durch Nico Hensolt, der den defensiven Dillinger Kollektivschlaf nach einer Freistoßflanke von Luca Stropek gnadenlos bestrafte (achte Spielminute), noch ausgleichen, als Spielertrainer Alexander Kinder den herumirrenden TSV-Keeper Christoph Kolitsch nach Assist von Jasjot Padda mit einem sehenswerten Treffer aus etwa 30 Metern düpierte (33.), brachen danach auf der Gegenseite die Minuten der Standards an und alle Dillinger Dämme: Drei Fouls, eines unnötiger als das andere, brachten Hainsfarth bis zur Pause beinahe schon uneinholbar in Front: Nico Hensolt mit zwei Foulelfmetern, an ihm selbst (45. +3) sowie an Daniel Hensolt (37.) verursacht, sowie Stropek mit seinem zweiten Treffer per direktem Freistoß (Foul an Nico Hensolt) stellten die Hainsfarther Führung auf ein deutliches 4:1!
Wer dachte, dass eine verwandelte SSV in Durchgang zwei noch einmal alles geben und von Beginn an präsenter sein würde, sah sich weit getäuscht, denn alsbald klingelte es schon wieder im Kasten von Schlussmann Michael Wagner, der einem insgesamt leidtun und gegen Stropek noch parieren konnte, aber gegen Nico Leister dann machtlos war (49.). Neun Minuten später setzte nach Flanke des eingewechselten Silvan Egner erneut Stropek, diesmal per Kopf den sechsten "Dolchstoß" ins Dillinger Fußballerherz. Der Kopfballtreffer von Lavdim Isufi (Assist Jasjot Padda/60.) zum 6:2-Endstand war nur mehr Kosmetik einer absolut kreisligauntauglichen Leistung der Kreisstädter, die nun in der Pflicht stehen, am kommenden Sonntag im Derby gegen den FC Lauingen Wiedergutmachung zu betreiben.