
Einige Nachholspiele in den Bezirksligen Alb, Bodensee, Oberschwaben und Schwarzwald/Zollern stehen in dieser Woche auf dem Programm.
In Sickenhausen entwickelte sich ein packender Schlagabtausch, der fast schon als privates Duell zweier Spieler durchging. Kurz vor dem Pausenpfiff erlöste Christoph Bertram die Hausherren und markierte in der 44. Minute die psychologisch wichtige 1:0-Führung. Nach dem Seitenwechsel schlug jedoch die Stunde von Panagiotis Nakos. Zunächst bewies er in der 67. Minute die Nerven vom Punkt und verwandelte einen Foulelfmeter zum Ausgleich, bevor er die Partie in der 80. Minute mit seinem zweiten Treffer komplett zum 1:2 drehte. Sickenhausen steckte jedoch nicht auf und warf in der Schlussphase alles nach vorne. Die Belohnung folgte in der 87. Minute: Erneut war es Christoph Bertram, der zum 2:2-Endstand traf und seinem Team so noch einen hart erkämpften Punkt sicherte.
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Ein wahres Wechselbad der Gefühle erlebten die Fans in Unterzeil, besonders in einer völlig verrückten zweiten Halbzeit. Baindt ging durch Mika Dantona (30.) verdient in Führung, doch nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Ein unglückliches Eigentor von Marko Szeibel (55.) und ein Treffer von Florian Buffler (60.) drehten das Spiel innerhalb von nur fünf Minuten zugunsten der SGM. Doch wer dachte, Baindt sei geschlagen, sah sich getäuscht. In der Schlussphase avancierte Leon Geng zum absoluten Matchwinner. Mit einem Doppelpack in der 65. und 70. Minute drehte er die Begegnung erneut und sicherte dem SV Baindt den dramatischen 2:3-Auswärtssieg.
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In Hundersingen lieferte der FC Mengen eine souveräne Vorstellung ab. In der 34. Minute stellte Ladislav Varady per Foulelfmeter die Weichen auf Sieg. Hundersingen bemühte sich im zweiten Durchgang zwar um den Anschluss, doch die Mengener Defensive stand felsenfest. Als Lasse Trenkmann in der 74. Minute auf 0:2 erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen. Die Hoffnungen der Hausherren auf eine Schlussoffensive wurden nur zwei Minuten später endgültig begraben, als Florian Brotzer (76.) mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.
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In der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern steht TSV Straßberg 1903 mächtig unter Strom. Der Tabellenzweite hat 71 Punkte und ein Spiel weniger als Spitzenreiter SGM Deißlingen/Lauffen. Mit einem Sieg könnte Straßberg nach Punkten gleichziehen und das Titelrennen maximal zuspitzen. SV Bubsheim steht mit 42 Punkten auf Rang acht und hat sich im sicheren Mittelfeld etabliert, ist aber genau die Art Gegner, die mit wenig Druck und viel Energie unangenehm werden kann.
Für Straßberg ist die Ausgangslage eindeutig: Dieses Spiel ist Pflicht, wenn die Hoffnung auf den direkten Sprung nach oben leben soll. Bubsheim kann dagegen frei aufspielen und sich an einem Spitzenteam messen, ohne die Last des Müssens auf den Schultern zu tragen. Gerade solche Konstellationen machen Nachholspiele gefährlich. Der Favorit reist mit Auftrag an, der Außenseiter mit Freiheit.
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Die Zahlen der Tabelle sprechen eine klare Sprache, aber gerade deshalb birgt dieses Spiel eine eigene Dramatik. FV Rot-Weiß Ebingen 2006 ist mit einem Punkt Letzter, noch ohne Sieg und mit einer erschütternden Tordifferenz tief in einer Saison des Leidens gefangen. TSV Frommern steht mit 35 Punkten auf Rang 13 und kann sich trotz des Vorsprungs keineswegs sicher fühlen, weil in dieser Liga gleich sechs Mannschaften absteigen. Jeder Auswärtspunktverlust könnte noch teuer werden.
Für Frommern ist dieses Nachholspiel deshalb kein Termin zum Durchatmen, sondern einer zum Liefern. Ebingen wiederum hat sportlich kaum noch Argumente, aber genau darin liegt die emotionale Wucht solcher Abende: Irgendwann will jede Mannschaft noch einmal beweisen, dass sie lebt. Für die Gäste zählt nur ein Sieg. Alles andere würde den Druck schlagartig vergrößern.