Dabei begann die Partie aus Sicht der Gäste nahezu ideal. In einem umkämpften Spiel brachte Julian Bossauer den TSV in der 36. Minute in Führung und erhöhte kurz nach der Pause auf 2:0 (49.). „Wir haben einen harten Kampf geliefert und effektiv vor dem Tor gespielt. Folgerichtig lagen wir mit 2:0 vorn“, sagte Blume, der seiner Mannschaft eine klare Linie attestierte.
Allerdings räumte der Trainer auch ein, dass die Partie schon zuvor auf Augenhöhe verlief: „Horst hatte aber auch einige gute Chancen bis dato. Es war aber ein ordentliches Derby, die Zuschauer kamen auf ihre Kosten.“ Die Intensität spiegelte sich auch auf den Rängen wider: „Unsere mitgereisten Fans haben ordentlich Stimmung gemacht.“
Horst drückt – Lägerdorf hadert
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel zunehmend. VfR Horst stellte um, wurde offensiver und setzte Lägerdorf unter Druck. Trainer Thorben Reibe beschrieb die Entwicklung so: „Dann kann das Spiel natürlich auch schon gelaufen sein. Haben dann ein bisschen umgestellt und eigentlich auch die Spielkontrolle übernommen.“
Die Aufholjagd begann mit dem Treffer von Jannik Arnold (70.), ehe Joker Torben Sternberg nur sechs Minuten später zum 2:2 traf. Reibe sah sein Team auf einem guten Weg: „Ich finde, wir hatten ein bisschen das Chancenplus. Insgesamt war es dann verdient, dass wir den Ausgleich gemacht haben.“
Für zusätzlichen Zündstoff sorgte die Entstehung des zweiten Horster Treffers. Dem Ausgleich ging ein Eckball voraus, der aus Lägerdorfer Sicht keiner war. Blume fand deutliche Worte: „Man muss leider sagen, dass der Schiedsrichter ab der 70. Minute das Spiel beeinflusst hat und sehr oft zu Gunsten von Horst entschieden hat. Wir waren quasi in Unterzahl, obwohl alle elf Spieler auf dem Platz waren.“ Entsprechend fiel sein Fazit aus: „Für uns fühlt es sich wie zwei verlorene Punkte an.“
Auch Reibe räumte die strittige Szene ein, blieb aber gelassen: „Wir haben ein bisschen Glück gehabt bei der Entscheidung, die zum Eckball führt. Es war sicherlich keine Ecke. Da hat sich Lägerdorf ein bisschen drüber aufgeregt, vielleicht auch zu Recht.“ Gleichzeitig betonte er, dass solche Situationen zum Spiel gehörten: „So eine Entscheidung hast du natürlich viele, die dann auch mal falsch getroffen werden.“
In der Schlussphase lag laut Reibe sogar noch mehr in der Luft: „Ich hatte das Gefühl, dass in dem Momentum vielleicht sogar der Siegtreffer in der Luft liegt.“ Doch eine schwere Verletzung von Mattis Lüchau, der ins Krankenhaus gebracht werden musste, nahm der Partie den Rhythmus.
So blieb es beim 2:2, mit dem beide Teams unterschiedlich umgehen: Während Horst nach dem Rückstand zufrieden ist, überwiegt bei Lägerdorf das Gefühl, einen Sieg aus der Hand gegeben zu haben.
VfR Horst – TSV Lägerdorf 2:2
VfR Horst: Yannis Horvath, Dominik Bubat, Ronny Steven Müller (68. Torben Sternberg), Tim Moritz, Mika Handzel (54. Evans Nii Martei Commodore), Patrick Meyer, Paris Bruhn, Marvin Stegers, Lennart Dora, Mattis Lüchau (83. Malte Rathjen), Jannik Arnold - Trainer: Thorben Reibe
TSV Lägerdorf: Matteo Chionidis, Daniel Ondja A Onono, Jonas Bischoff (42. Christian Ostertag), Julian Bossauer, Marvin Joachimsmeier, Moritz Maximilian Kreth, Albion Krasniqi, Andrej Jauk (74. Michel Aaron Pohlmann), Edwart Jauk, Torge Kunter, Mike Loschizki - Trainer: Michael Blume
Schiedsrichter: Luca Seils (Lübeck) - Zuschauer: 100
Tore: 0:1 Julian Bossauer (36.), 0:2 Julian Bossauer (49.), 1:2 Jannik Arnold (70.), 2:2 Torben Sternberg (76.)