
Nach einer Saison zum Vergessen steht Türk Gücü Möglingen vor einem radikalen Umbruch. 20 neue Spieler, eine deutlich verjüngte Mannschaft und ein Trainer, der an Geschlossenheit, Disziplin und Spielkultur glaubt: Emin Ahmet Avsar spricht über die Herausforderungen, die ersten Siege und den großen Fünf-Jahres-Plan. Am Sonntag wartet das Spitzenspiel in der Kreisliga B5 Emz/Murr gegen Tabellenführer Svgg Hirschlanden-Schöckingen.
Ein radikaler Schnitt nach einer bitteren Saison
Emin Ahmet Avsar nimmt kein Blatt vor den Mund: „Nach der sehr schlechten letzten Saison war ein Umbruch zwingend notwendig geworden. Wir haben die Mannschaft auch stark verjüngt.“ Der Trainer stand vor einer Mammutaufgabe – fast ein komplett neues Team zu formen. Es gab 20 Zugänge.
Integration unter schwierigen Bedingungen
„Zu den Neuzugängen kam auch noch die Urlaubszeit hinzu und das erschwerte unsere Arbeit extremer“, berichtet Avsar. Doch der Coach und sein Trainerteam mit Berc Kasimolu und Ömer Cetiner gaben alles: „Wir haben versucht, die Mannschaft miteinander zu verschweißen – und das ist uns bis jetzt zu 70 Prozent gelungen.“
Durchwachsener Start, wachsender Zusammenhalt
Die Bilanz nach drei Spielen: zwei Siege, eine Niederlage. Doch hinter den Zahlen steckt mehr. „Nach einer sehr unglücklichen Niederlage - viele Torchancen, Elfmeter verschossen - war natürlich die Stimmung zunächst einmal schlecht“, erinnert sich Avsar. Doch die Wende kam schnell: „Bei unserem zweiten Spiel haben wir ein wenig umgestellt und haben dann gleich den Lohn dafür erhalten. Die Mannschaft wächst Spiel für Spiel zusammen.“
Von der Enttäuschung zur Euphorie
Das 1:2 im Auftakt gegen die TSF Ditzingen II war ernüchternd. „Die Kompaktheit, Elfmeterschießen und die Chancenverwertung waren sehr schlecht gewesen“, räumt der Trainer selbstkritisch ein. Doch die Reaktion seiner Elf war furios: 6:0 gegen den TSV Malmsheim II, 7:0 gegen die Spvgg Weil der Stadt III. „Kompaktheit, Chancenverwertung, Ausdauer, Kombinationsspiel und Disziplin“ nennt Avsar die Schlüssel zum Erfolg.
Noch längst nicht am Limit
Trotz der klaren Siege sieht der Coach Luft nach oben: „Hier gibt es sicherlich einiges im Spiel, in der Taktik und in der Trainingsbeteiligung sicherlich noch das eine und andere zu verfeinern.“ Den Gegnern will er jedoch nicht zu viele Einblicke geben: „Unsere Mannschaftsstärken möchten wir jetzt unseren Gegnern nicht verraten.“
Realistische Ziele – große Träume
In dieser Saison will Avsar nichts überstürzen: „Einen einstelligen Tabellenplatz und nicht mehr. Ab der Rückrunde werden wir unser Ziel dann anpassen.“ Doch der Blick geht weiter: „Ja, langfristig haben wir einen 5-Jahres-Plan, die uns dann in die Bezirksliga führen soll.“
Der Respekt vor Hirschlanden-Schöckingen
Das kommende Duell mit dem Spitzenreiter wird zum Härtetest. „Hirschlanden ist eine gute und eine erfahrene Mannschaft, sie haben 25 Tore geschossen und nur 2 Tore kassiert. Daran sieht man, dass sie durchschlagskräftig sind“, sagt Avsar. „Gegen sie zu spielen, wird sicherlich nicht leicht werden. Hirschlanden ist sicherlich der Spitzenreiter.“
Mut, Disziplin und Geschlossenheit
Aufgeben ist für den Trainer keine Option: „Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben und versuchen, das Spiel für uns zu entscheiden.“ Dabei hat Avsar klare Erwartungen: „Von meiner Mannschaft erwarte ich Bereitschaft, Disziplin, Geschlossenheit, Mut und Spielfreude.“
Das Credo eines Trainers
Am Ende bringt er seine Philosophie auf den Punkt: „Einer allein kann glänzen, jedoch gewinnen kann nur die Mannschaft.“ Ein Satz, der nicht nur Leitmotiv für die kommenden Spiele, sondern auch ein Versprechen an seine Spieler ist.
Die Tabelle verspricht Dramatik
Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht die Brisanz des Spitzenspiels: Hirschlanden-Schöckingen führt mit drei Siegen aus drei Spielen und einem Torverhältnis von 25:2 die Liga an. Dahinter lauern Gebersheim II und Korntal – ebenfalls ungeschlagen. Türk Gücü Möglingen rangiert mit sechs Punkten auf Platz vier und will den Anschluss nach oben halten. Für Avsars junge Mannschaft bietet sich die große Chance, mit einem Sieg gegen den Tabellenführer ein Ausrufezeichen zu setzen und die eigenen Ambitionen zu untermauern.