Noch ist aber nicht aller Tage Abend. Der SVE hatte ja bereits in der ersten Runde gegen Hahnbach einen Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht. Nun braucht es einen ähnlichen Kraftakt, um eine Wende herbeizuführen und dem Abstieg aus der Landesliga noch von der Schippe zu springen. Derweil freut sich Wenzenbachs Interimstrainer Mike Holzreiter über das tolle Hinspielergebnis. „Wie zu erwarten war es ein komplett anderes Spiel als gegen Alesheim. Wir hatten uns darauf eingestellt, dass Etzenricht mehr mit langen Bällen agiert, extrem kopfballstark ist und eher übers Kämpferische kommt.“ So sollte es auch kommen. Gerade im ersten Durchgang holten die Nordoberpfälzer zahlreiche Ecken und Freistöße heraus. „Das wollten wir eigentlich vermeiden“, meinte Holzreiter nach dem Spiel. „Im Endeffekt haben wir es sauber verteidigt. Das ein oder andere Mal hat uns Jake Glötzl mit seinen Paraden am Leben gelassen. Andererseits hatten wir auch noch drei, vier weitere Riesendinger.“
771 Zuschauer am Wenzenbacher Jahnweg sahen ein lebhaftes, temporeiches und abwechslungsreiches Relegationsspiel. Ein anfängliches Abasten fand nicht statt. Zur Viertelstunden-Marke hätte Etzenricht den ersten Punch setzen können, doch Nick Sperlich ging nach Mirko Griesbecks scharfem Querpass von der Grundlinie das Zielwasser ab. Stattdessen stach Wenzenbach zu. Stephan Sturm setzte sich auf der linken Seite durch, zog Richtung Zentrum und bediente den einlaufenden Nico Sturm. Das Sturmtalent überwand Gästekeeper Dominik Pautsch aus fünf Metern zum 1:0 (25.). In der Folge hatten die Gäste etliche Standards, konnten daraus aber keinen Profit schlagen. Pech hatte Etzenrichts Spielercoach Andreas Wendl, dass er den Ball aus dem Gewühl heraus nicht im Tor unterbrachte (34.).
Ähnlich flott ging es nach der Pause weiter. Gelegenheiten gab es hüben wie drüben. Wenzenbach verpasste das 2:0 – unter anderem durch den agilen Gabriel Novakovic bei zwei Top-Chancen (62. und 72.) – und Etzenricht auf der Gegenseite hätte durchaus ausgleichen können. Nur Augenblicke nach Wiederbeginn traf Mirko Griesbeck nur die Latte. Dann scheiterte Deniz Bock mit einem direkt getretenen Freistoß an Glötzl (52.). Hintenraus drückte Sperlich die Kugel nach einem Einwurf und einer Kopfballverlängerung über das Gehäuse (81.). In der Schlussphase erhöhten die Hausherren nochmal Druck und Tempo. Und stachen in der letzten Minute der Regelspielzeit ein zweites Mal zu. Alexander Freitag spitzelte die Murmel links im Fünfmeterraum an Pautsch vorbei, Stephan Sturm besorgte quasi auf der Torlinie den Rest. Der 2:0-Endstand. Für Rückspiel am Samstag hat Wenzenbachs Interimscoach Holzreiter ein gutes Gefühl. Er fordert gleichzeitig: „Wir müssen wieder genauso selbstbewusst auftreten und in der ein oder anderen Situation noch wacher und zweikampfstärker sein. Wenn wir erneut mit dem getankten Selbstvertrauen auftreten, bin ich zuversichtlich, dass wir auch in Etzenricht ein gutes Spiel machen werden.“