
Der 24-Jährige hat in 19 Spielen 14 Tore erzielt. Nun peilt Fabrizio Brandes vom SE Freising die Bezirksliga-Torjägerkrone an.
Wenn es etwas gibt, das beim Fußball bare Münze wert ist, dann sind das natürlich Tore. Mit der Abwehr gewinnt man einer alten Weisheit nach Meisterschaften, doch einzelne Partien, das weiß der Fußballfan ebenfalls, werden vorne im Sturm entschieden. Nun ist es so, dass bei den Fußballern des SE Freising in der Bezirksliga Nord auf dem Papier drei bärenstarke Angreifer im Kader stehen. Doch zwei davon, Joshua Steindorf und Ex-Torschützenkönig Christian Schmuckermeier, fehlen den Lerchenfeldern seit Monaten. Ihr Rückkehr: ungewiss.
In die Bresche gesprungen ist ein Mann, der vor zwei Jahren noch in der Kreisklasse war, mittlerweile aus der SEF-Elf aber nicht mehr wegzudenken ist: Fabrizio Brandes (24), seit Wochen die Lebensversicherung in Gelb und Schwarz. Und die nackten Zahlen sind beeindruckend: 19 Spiele, 14 Tore, zehn davon sind im Doppelpack. Allein in den vergangenen beiden Spielen traf Brandes viermal. „So hab’ ich das, offen gesagt, nicht erwartet“, gesteht auch der Spieler. Man darf gespannt sein, was ihm im tabellarischen Nachbarschaftsduell gegen Gerolfing (Freitag, 19.30 Uhr, Savoyer Au) gelingt.
Es ist ja nicht so, dass er mit einer Urgewalt aus der Kreisklasse und damit in die Savoyer Au gekommen war. 18 Tore in 23 Spielen waren ihm in der Saison 23/24 beim FC Markt Schwaben gelungen. 2024/25 war Brandes eher unauffällig – und schlug dafür heuer ein wie eine Bombe. Vor allem, seit seine zwei Offensiv-Kompagnons fehlen. Das muss man auch erst mal hinbekommen.
„Natürlich profitiere ich schon ein wenig davon, so ehrlich muss man sein“, resümierte der Stürmer. Er muss die Dinger aber auch machen, wie am Sonntag bei München 54, als Brandes zwei super Vorlagen mit aller Wucht in die Maschen zimmerte. „Ich wollte das letzte Jahr einfach übertreffen“, umschreibt er lapidar seine Ziele. Letzte Runde, da waren es noch sechs Tore in 27 Spielen.
Was dem 24-Jährigen sicher auch gelegen kommt, ist der Trainerwechsel beim SEF in der Winterpause. Geholt haben die Lerchenfelder mit Mijo Stijepic den vielleicht besten Amateur-Stürmer, den die Region je hatte. „Davon profitiere ich im Spiel, aber auch vorn im Abschluss. Mijo gibt mir viele Tipps“, schwärmt Fabrizio Brandes nach gerade einmal drei Pflichtspielen. Und: In der Winterpause haben die Lerchenfelder anscheinend auch kräftig ohne Ball trainiert. „Da musste ich mich ganz schön strecken“, schmunzelt der 24-Jährige. „Aber unsere Fitness ist ganz klar besser geworden.“
Doch was geht heuer noch? Für sich persönlich hat „Fabi“, wie sie ihn in Lerchenfeld nennen, Blut geleckt. Aktuell steht er sechs Tore hinter dem Führenden der Torjägerliste, Dominik Besel (SV Nord Lerchenau). „Mal schauen“, sagt der Top-Stürmer grinsend, „noch stehen zehn Spiele aus.“ Auf 20 Tore will er schon noch kommen.
Beim Ziel des gesamten Teams bleibt Brandes der SEF-Marschroute treu: Die Bezirksliga Nord ist heuer eng wie lange nicht mehr. „Wir schauen von Spiel zu Spiel“, zeigt der SEF-Stürmer auf, „und dann schauen wir, was rauskommt.“ Bis dahin organisiert Fabrizio Brandes das, was beim Fußball bare Münze wert ist: Tore.