
Im Gleichschritt: Der TSV Landsberg und der TSV 1860 München II liefern sich weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitze der Bayernliga Süd. Auch weil Deisenhofen abreißen lassen muss und aufgrund eines Fehlstarts gegen Nördlingen verliert. Die Stimmen der Bayernliga-Trainer zum 24. Spieltag.
Daniel Dittmann, Trainer des TuS Geretsried: »Unser Spiel gegen Schalding hatte einen ziemlich ungewöhnlichen Verlauf. Nach etwa 15 Minuten haben wir Überzahl gespielt, was natürlich das Spiel und die Dynamik komplett verändert hat. Schalding hat sich in die eigene Hälfte zurückgezogen und tief im Block verteidigt. Dagegen mussten wir ankämpfen. Gerade zu dieser Jahreszeit und bei den Platzbedingungen ist es generell nicht leicht, mit schnellen Verlagerungen und Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen. Es geht dann einfach darum, die Chancen, die man sich erarbeitet, auch zu nutzen. Ich glaube, wir hatten acht sehr gute Chancen – das haben wir uns auch nochmal im Video angeschaut –, aber leider konnten wir sie nicht verwerten. Dann fällt auch noch ein Traumtor aus 50 Metern von der Mittellinie. Da kam wirklich alles zusammen, was an diesem Tag gegen uns lief und für Schalding. Am Ende war das ein sehr bitterer Tag für uns. Aber gerade aus solchen Negativerlebnissen im Abstiegskampf kann man oft noch stärker hervorgehen, weil die Motivation noch einmal steigt. Das nehmen wir jetzt mit in die kommende Woche.«
Rainer Elfinger, Trainer von Türkgücü München: »Wir sind engagiert in das Spiel gegangen und hätten in der Anfangsphase aufgrund zweier klarer Torchancen definitiv in Führung gehen und das Spuel dadurch auf unsere Seite ziehen müssen. Leider haben wir wiederholt die Abgeklärtheit im letzten Drittel vermissen lassen und waren auch im weiteren Verlauf zu ungefährlich, um Ismaning ernsthaft zu fordern. Zudem haben wir durch individuelle Fehler die ersten beiden Tore für den Gegner zu einfach fallen lassen. Danach war es natürlich auch moralisch schwierig, statt in Führung liegend, zum wiederholten Male einem völlig unnötigen Rückstand hinterherlaufen zu müssen, so dass Ismaning am Ende einen ungefährdeten Heimsieg einfahren konnte.«
Andreas Pummer, Trainer des FC Deisenhofen: »Das Spiel begann für uns recht bescheiden, da wir in den ersten Minuten überhaupt nicht im Spiel waren und bereits in der ersten Minute eine brenzlige Situation überstehen mussten. Direkt im Anschluss gab es eine Ecke, und nach dieser fiel schon nach zwei Minuten der Führungstreffer bzw. das Tor des Tages für Nördlingen. Danach waren wir aber 88 Minuten voll im Spiel und haben angesichts der Platzverhältnisse ein sehr ordentliches, wenn nicht sogar gutes Spiel mit Ball gezeigt, besonders im Aufbauspiel. Leider konnten wir unsere herausgespielten Chancen nicht nutzen. An diesem Tag konnten wir hinten raus, auch aufgrund der englischen Woche, nicht mehr zulegen. So haben diese zwei Minuten von Nördlingen gereicht, um uns die drei Punkte abzunehmen. Wir müssen uns künftig einfach vom Anpfiff weg besser konzentrieren.«
Christoph Rech, Trainer des TSV Landsberg: »Das war ein hochintensives und sehr gutes Bayernligaspiel von beiden Mannschaften. Wir kommen gut ins Spiel, waren direkt griffig und präsent. Wir hatten einige Möglichkeiten, bei denen der letzte bzw. vorletzte Pass nicht ankommt und lassen auf der anderen Seite in der ersten Halbzeit nahezu nichts zu. Das Tor kurz vor der Halbzeit hat uns natürlich gut getan. Die zweite Halbzeit beginnt ausgeglichen, mit vielen Zweikämpfen und zweiten Bällen. Das 2:0 machen wir zu einem guten Zeitpunkt, haben dann aber nicht mehr die Sicherheit im Positionsspiel und kassieren nach einem Distanzschuss das 2:1. Mit dem 3:1 kurz vor Schluss machen wir eigentlich den Deckel drauf, kriegen aber keine 20 Sekunden nach dem Anstoß einen Elfmeter gegen uns, der aus meiner Sicht keiner ist und nochmal zusätzlich Hektik ins Spiel bringt.
Die letzten Minuten haben wir dann aber die nötige Cleverness gehabt und keine Chance mehr zugelassen. Unterm Strich haben wir aus meiner Sicht verdient gewonnen, weil wir die klareren Chancen hatten, ganz wenig zugelassen haben und die dominanteren Phasen im Spiel hatten. Meine Mannschaft hatte über 90 Minuten eine überragende Intensität und sich gegen einen sehr guten Gegner mit drei Punkten belohnt.«
Alper Kayabunar, Trainer des TSV 1860 München II: »Ich glaube, wir haben deutlich zu spüren bekommen, wie gut Pipinsried ist und welche Qualität sie im Kader haben. Die erste Halbzeit war von beiden Teams sehr stark, es ging viel hin und her. Wir hatten zwar mit dem Lattentreffer von Leone die größte Torchance, aber auch Pipinsried war jederzeit gefährlich, vor allem dank ihrer Offensivqualität. Sie haben den einen oder anderen Angriff nicht ganz sauber zu Ende gespielt, aber man musste immer aufpassen. Insgesamt war es eine sehr ausgeglichene erste Hälfte. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann ein bisschen mehr vom Spiel und mehr Kontrolle, ohne uns allerdings die ganz großen Torchancen zu erarbeiten. Wir haben in der Pause besprochen, dass wir einen sauberen Angriff brauchen, um das Tor zu erzielen, und genau das ist uns in der 83. Minute gelungen: Wir haben aus dem Mittelfeld einen Angriff sauber zu Ende gespielt, sind gut in die Box eingelaufen und konnten so das Tor erzielen – was zu diesem Zeitpunkt auch nicht unverdient war. Pipinsried hat danach nochmal alles versucht, aber wir haben das sehr reif verteidigt und vielleicht in der einen oder anderen Kontersituation das 2:0 verpasst. Insgesamt war es ein sehr gutes Bayernligaspiel mit starken Leistungen auf beiden Seiten und für uns natürlich erfreulich, dass wir am Ende gegen so eine gute Mannschaft gewonnen haben.«
Roman Langer, Trainer des FC Pipinsried: »Ich glaube, wir waren heute nah dran, beim Tabellenführer etwas Zählbares mitzunehmen. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir nah dran am Tor und hatten gute Momente im Spiel. In Sachen Bereitschaft kann ich meiner Mannschaft heute überhaupt nichts vorwerfen – die Jungs haben viel investiert und bis zum Schluss gearbeitet. In der zweiten Halbzeit ging es dann vor allem darum, weiter fleißig zu sein und defensiv stabil zu bleiben. Leider hat uns genau eine Situation in der 83. Minute das Spiel gekostet. Jetzt heißt es für uns nach vorne zu schauen und den Fokus direkt auf das Spiel am Mittwoch zu richten.«