
Der TSV 1860 München holt neben Lucoqui auch Abiama per Leihe vom 1. FC Kaiserslauten bis zum Ende der Saison. Muteba wechselt auf Leihbasis zu Illertissen.
Wäre Christian Werner ein Leichtathlet, würde man sagen: Auf den letzten Metern ist er am stärksten. Im Sommer machte der Sportchef des TSV 1860 München am sog. Deadline-Day die Verpflichtung von Soichiro Kozuki (24, Schalke 04) klar – für eine sehr überschaubare Ablösesumme. Gestern, wenige Stunden vor Ablauf der Winter-Transferfrist, tütete Werner die nächsten Last-Minute-Verstärkungen ein: Vom 1. FC Kaiserslautern leihen die Löwen Stürmer Dickson Abiama (26) aus – und von Eintracht Braunschweig Linksverteidiger Anderson Lucoqui (27). Zudem gab es einen Abgang: Eliot Muteba (21), vor einem Jahr einer von vier späten Werner-Transfers, wechselt auf Leihbasis nach Illertissen.
Nach Sechser Philipp Maier (30, Ulm) sollen zwei weitere zweitligaerprobte Spieler den Tabellen-14. der 3. Liga auf ein besseres Niveau heben. Der dribbelstarke Abiama kann links, rechts und vorne angreifen, gilt als einer der schnellsten Spieler im deutschen Profifußball und hat seinerzeit in Fürth sogar Erstligaerfahrung gesammelt: 24 Partien, in denen er ohne Treffer blieb. Besser lief es eine Etage tiefer für den 1,84 m großen Angreifer: In 90 Zweitligaspielen für Fürth und den 1. FC Kaiserslautern kam Abiama auf 18 Torbeteiligungen (13 Treffer).
Lucoqui schließlich, der bereits am Sonntag erstmals mittrainiert hatte: Aufgewachsen in Leverkusen war der Deutsch-Angolaner in der Jugend für Bayer, Köln und Düsseldorf aktiv. Über Bielefeld wechselte er nach Mainz und zog weiter nach Rostock, wo er erstmals unter Patrick Glöckner trainierte. Seine Bilanz als Profi: 34-mal Bundesliga, 50-mal 2. Liga, acht Einsätze für die deutsche U 20-Auswahl plus einer für die angolanische Nationalmannschaft. Werner hebt Lucoquis Erfahrung hervor, zudem seine Schnelligkeit und Vielseitigkeit: „Er gibt uns auf der linken Verteidigerposition neue Optionen.“

Getrübt wurde die Freude über die beiden Transfers allerdings durch die schwere Knieverletzung von Morris Schröter. Das Kreuzband ist nach Informationen unserer Zeitung nicht betroffen, andere Bänder soll es aber erwischt haben. Wenn die Löwen Glück haben, steht Schröter im Saisonfinale nochmal zur Verfügung; bis dahin muss das Team seinen Verlust im Kollektiv auffangen.
„Ich kann es kaum erwarten, hier loszulegen.“
Dickson Abiama über seinen Transfer zum TSV 1860.
Tim Danhof sprang in Köln ein, in Kürze wird auch Lukas Reich zurückerwartet – und vorne muss jetzt eben Abiama jene Haken schlagen, die in eineinhalb Jahren bei 1860 Schröters Markenzeichen geworden sind. „Ich kann es kaum erwarten, hier loszulegen“, wird die neue Nummer 9 in der Pressemitteilung zitiert.