
Vollgas-Training trotz Hitzewelle: Der TSV 1860 München befindet sich mitten in der schweißtreibenden Vorbereitung mit drei Einheiten täglich.
München – Die Löwenspieler haben neue Freunde gefunden: die Wassersprinkler auf dem Trainingsplatz. Besonders am Mittwoch, dem bislang heißesten Tag des Jahres, trabten Jesper Verlaat und die Kollegen sofort zum kühlen Nass, sobald dieser während der Trainingspausen den Rasen bewässerte. Eine entspanntere Einheit wegen der brutalen Temperaturen? Ist beim Coach des TSV 1860, Patrick Glöckner, nicht drin. Der 48-Jährige bleibt knallhart: „Wir müssen vorbereitet sein. Die Jungs müssen über ihre Grenzen gehen!“
Bis zu drei Einheiten stehen täglich auf dem Programm. Morgens geht es in den – immerhin klimatisierten – Kraftraum, anschließend um 10.30 Uhr auf den Platz. „Bis 12 Uhr ist es erträglich von der Hitze her“, erklärt Glöckner. Noch anstrengender wird es dann für sein Team beim zweiten Training des Tages mit Ball am Fuß, das um 16.30 Uhr startet. Ein Murren seiner Truppe hat Glöckner bislang nicht vernommen – im Gegenteil: „Die Jungs ziehen gut mit, es gab noch keine Komplikationen. Die Härteprobe kommt im Trainingslager. Aber die Energie ist Wahnsinn auf dem Platz.“ Getreu dem Motto: Alle zusammen für das große – von den Verantwortlichen nicht ausgesprochene – Ziel.

Einer, der den Jungspunden vormacht, was Professionalität bedeutet, ist Florian Niederlechner. Der 34-Jährige gab beim Ausdauertest am Dienstag als einer der letzten Spieler auf, präsentiert überragende Laktatwerte. „Wenn du siehst, wie er und Kevin Volland im Training vorangehen, grätschen und kämpfen, dann musst du erwarten, dass die anderen nachziehen. Das ist das Geniale an diesen beiden Transfers.“
Glöckner ist zufrieden mit seinen Schützlingen nach zehn Tagen Vorbereitung. Er sieht das, was er vor dem ersten Training von den Sechzgern auch verlangt hat. „Man muss den Jungs erklären, was dieses Wappen bedeutet. Es geht um die Löwen-Mentalität. Man muss nur mal bei Wikipedia nachlesen, welche Attribute dieses Tier auszeichnen.“ Stimmt allerdings nur so halb: Die Löwen in der Savanne ruhen tagsüber, um der Hitze zu entgehen. Für die Löwen aus Giesing ist das aktuell keine Option, sonst gibt es Ärger mit Oberlöwe Glöckner.