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1860-Chaos vor Mitgliederversammlung: Reisinger lässt es zum Abschied knallen

Knallt es zum Schluss?

von Boris Manz · 05.07.2025, 14:04 Uhr · 0 Leser
Robert Reisinger, scheidender 1860-Präsident, soll als letzte Amtshandlung mit Geschäftsführer Christian Werner verlängert haben.
Robert Reisinger, scheidender 1860-Präsident, soll als letzte Amtshandlung mit Geschäftsführer Christian Werner verlängert haben. – Foto: IMAGO/Renate Feil/M.i.S.

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Ärger beim TSV 1860 vor der Mitgliederversammlung. Präsident Reisinger hat offenbar mit Geschäftsführer Werner verlängert. Der Verwaltungsrat reagiert geschockt.

Sturm statt Ruhe beim TSV 1860 München vor der Mitgliederversammlung: Präsident Robert Reisinger verabschiedet sich nach acht Jahren im Amt, doch statt des angekündigten leisen Abgangs, knallt es zum Schluss. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat das e.V.-interne Zerwürfnis kurz vor der Versammlung einen neuen Höhepunkt erreicht.

50+1 mal anders bei 1860: Angebliche Werner-Verlängerung verärgert Verwaltungsrat

In den letzten Wochen seiner Amtszeit ist Reisinger in einen heftigen Konflikt mit dem Verwaltungsrat geraten. Der Hauptstreitpunkt: eine mögliche Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Dr. Christian Werner. So habe sich Reisinger für eine Verlängerung bis 2027 ausgesprochen – entgegen dem Wunsch des Verwaltungsrats. Nun der drückte der scheidende Löwen-Präsident die Entscheidung offenbar trotzdem durch.

„Das Präsidium gibt keine Stellungnahme zu Vertragsdetails ab“, sagte Reisinger der SZ, während der Verwaltungsrat um Nicolai Walch aus allen Wolken fiel. Wie die SZ berichtet, sind Walch und der Verwaltungsrat der Meinung, eine Vertragsverlängerung unmittelbar vor der Mitgliederversammlung sei sinnlos.

e.V.-Vertreter Walch irritert von Werner-Verlängerung bei 1860 München

„Unter den e.V.-Beiratsmitgliedern (Reisinger und Walch; d. Red.) wurde bis zuletzt und insbesondere auch noch nach der Nichtnominierung (von Reisinger für die anstehende Wahl; d. Red.) jede Äußerung im Beirat vorab abgestimmt“, erklärt Walch der SZ. „Diesmal gab es weder eine gemeinsame Meinungsbildung noch irgendeine Ankündigung. Ich habe weder Kenntnis darüber, ob eine Vertragsverlängerung erfolgt ist, noch ist mir irgendeine Motivlage für die Vorgehensweise bekannt.“

Der Streit um die Vertragsverlängerung offenbart die komplexe Struktur des Vereins. Walch erklärt mit Verweis auf die Satzung des Beirats, dass der Beirat nur beschlussfähig ist, wenn „alle vier Mitglieder an der Beschlussfassung teilnehmen.“ Er blieb einer außerordentlichen Sitzung zur Verlängerung Werners fern, und dennoch drückte der Beirat offenbar entgegen den Satzungsstrukturen die Verlängerung durch.

Zündstoff für die 1860-Mitgliederversammlung - Viel Arbeit für neuen Präsident

Ohne Walch keine Beschlüsse? Nicht ganz. Wie die SZ erklärt, hätten dieses Mal die Investorenvertreter Livingston und Stimoniaris, ‚ausnahmsweise‘ gemeinsam mit dem Präsidium des TSV München von 1860 e.V. den Beschluss gefasst. Dies führte zu der Situation, die einem Beben vor der Mitgliederversammlung gleichkommt: 50+1 wurde genutzt, um einen Wunsch der Investorenvertreter, gestützt von e.V.-Präsident Reisinger, gegen den Willen des e.V.-Gremiums Verwaltungsrat durchzusetzen.

Neuer Zündstoff für die bevorstehende Mitgliederversammlung am Sonntag in der Münchner Kulturhalle Zenith. Ab 10 Uhr werden die Mitglieder nicht nur über die Zukunft des Vereins entscheiden, sondern auch Zeuge des letzten Akts in Reisingers Präsidentschaft sein. Statt warmer Worte und Dank sind nun heftige gegenseitige Vorwürfe zu erwarten.

Einmal mehr steht der TSV 1860 München vor der Mitgliederversammlung gespalten da – trotz der Euphorie um die Top-Transfers von Kevin Volland, den neuen Löwen-Fanshops und der großen Vorfreude auf die anstehende Drittliga-Saison. Auf Reisingers vermutlichen Nachfolger Gernot Mang kommt nun eine immense Aufgabe zu, sollte er am Sonntag gewählt werden. Die internen Streitigkeiten müssen überwunden. Der TSV 1860 München steht vor Weichenstellungen, die weit über den Abschied Reisingers hinausgehen. (btfm)