
Das 0:4 aus dem letzten Aufeinandertreffen mag noch als Warnung mitschwingen, doch wenn Claudiu Bozesan an den TSV 1860 München denkt, hat der Trainer des TSV Aubstadt auch gute Erinnerungen.
Vor der Jahrtausendwende spielte Bozesan mit einer Würzburger Auswahlmannschaft gegen 1860 – und traf prompt. „An Thomas Häßler, Peter Pacult und Werner Lorant erinnere ich mich noch gut“, sagt Bozesan. Ansonsten sind die Erinnerungen an das Testspiel größtenteils verblasst. Doch auch in der jüngeren Vergangenheit feierte Bozesan einen Erfolg gegen 1860, als er mit der Würzburger U19-Mannschaft die Junglöwen schlug. Die jüngste Erinnerung ist das 0:4 im Toto-Pokal, als Sechzig die Grabfelder vom Rasen fegte.
„Die Löwen sind mit der vollen Kapelle angerückt. Da hast du sofort gemerkt, dass sie uns auf gar keinen Fall unterschätzen“, sagt Bozesan. Für das anstehende Liga-Duell taugt das Pokal-Erlebnis aus seiner Sicht jedoch kaum als Maßstab: „Das ist heute eine völlig andere Konstellation, eine komplett neue Mannschaft.“
Geblieben ist nur eines: die Präsenz, mit der die Münchner über die Dörfer rollen. „Sie bringen eine unglaubliche Wucht mit“, warnt der Aubstadt-Coach. Für ihn führt der Weg zur Meisterschaft ohnehin nur über München: „Auch wenn sie vielleicht noch ein wenig Zeit brauchen, haben sie einfach wahnsinnig viel Qualität.“
Doch in Ehrfurcht erstarren wird der TSV Aubstadt nicht. Genau wie die Löwen sind die Unterfranken nach drei Spieltagen ungeschlagen. Auf den furiosen 5:1-Derbysieg gegen Schweinfurt zum Auftakt folgten zwei Remis gegen Burghausen und Buchbach. Gerade das jüngste Remis taugte als echter Charaktertest: Ohne den beim Aufwärmen verletzten Kapitän Steffen Bähr und nach einer Gelb-Roten Karte für Max Grimm erzwang Aubstadt den Ausgleich. „Eine super Reaktion der Mannschaft in Unterzahl. Wir standen defensiv stabil und haben uns den Punkt absolut verdient“, lobt Bozesan.
Die Mentalität seiner Mannschaft gibt auch gegen die Löwen Selbstvertrauen. „In einem Spiel hast du immer die Chance. 1860 hat in der Liga eigentlich nichts zu suchen, aber wir sind extrem heiß auf das Spiel.“ Die Vorfreude lässt er sich auch von der alarmierenden Ausfallliste nicht trüben: Neben dem gesperrten Topscorer Grimm fehlen mit Bähr, Adrian Kireski, Leon Heinze, Marcel Fischer und Egor Zelenskiy gleich mehrere Stammkräfte. Bozesans Ansage für den Härtetest: „Wir müssen jetzt extrem flexibel sein – aber wir wissen, wo unsere Stärken liegen.“
Anstoß der Begegnung ist am Dienstag, dem 18 August, um 19 Uhr. Hier sehen sie das Regionalliga-Spiel im Live-Stream.