
Nach seiner Karriere kümmert sich Gerard Piqué inzwischen international um die Kings League – auch zwei 1860-Aufstiegshelden mischen mit.
München – Aaron Berzel und Simon Seferings stiegen 2018 mit dem TSV 1860 München in die 3. Liga auf. Berzel bestritt insgesamt 80 Pflichtspiele für die Löwen, Seferings lief in 21 Pflichtspielen für den Traditionsklub aus Giesing auf.
Das Geschehen bei ihrem Ex-Verein beobachten sie noch immer, beide hätten eine „tolle Zeit“ bei 1860 gehabt, wie Berzel und Seferings im Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, berichten. Für Berzel bleibe 1860 sein „Herzensverein“, Seferings erinnere sich „natürlich sehr gern zurück – speziell an diese Aufstiegsmomente“.
Inzwischen kicken Berzel und Seferings gemeinsam in der Kings League. Die Kings League ist eine 7-gegen-7-Fußballliga mit besonderen Regeln und Innovationen, die von Spanien- und Barça-Legende Gerard Piqué 2022 in Zusammenarbeit mit anderen Fußballpersönlichkeiten und Internet-Streamern gegründet wurde. Nach den Markteintritten in Spanien, Mexiko, Brasilien und Italien hat die Kings League im April dieses Jahres ihren Startschuss in Deutschland gefeiert.
Berzel und Seferings sind Teil des Teams Futbolistas Locos FC. Wie es dazu kam? Über Oliver Beer, ihren einstigen Co-Trainer bei 1860, lief der Erstkontakt.
Tim Florian Mörtl, Geschäftsführer des Futbolistas Locos FC, wickelte – nach dem kurzfristigen Zuschlag für die Kings League – die Details mit Berzel und Seferings ab. Innerhalb von zwölf Stunden mussten Mörtl und seine Kollegen eine Truppe von 14 Spielern zusammenstellen – darunter Berzel und Seferings. Wenige Tage später ging es im April in Köln bei der Kings League auch schon los.
Als eines von drei deutschen Teams qualifizierte sich der Futbolistas Locos FC für den Kings World Cup of Clubs, der vom 1. bis 14. Juni in Paris stattfindet. Warum haben sich Berzel und Seferings eigentlich dafür entschieden, auf Kleinfeld in einer Liga mit besonderen Regeln und Innovation, die es im traditionellen Fußball gar nicht gibt, mitzuspielen?
„Der moderne und innovative Ansatz macht es attraktiv – besonders für Spieler ab der Oberliga oder teilweise Regionalliga abwärts. Es ist für viele attraktiver, in der Kings League mitzuspielen“, sagt Berzel, der seine Karriere 2024 beendete, und meint: „Spieler, die nicht den Durchbruch im Profifußball gelandet haben, kommen in der Kings League deutlich besser zur Geltung und können sich zeigen.“
Auch für Seferings ist die Kings League „attraktiver als der Amateurfußball“. Es sei „fast schon interessanter, die Kings League zu schauen als den Amateurfußball“, so Seferings, der dabei jedoch nicht „despektierlich“ klingen will. Bei der Kings League sei es „Entertainment durch Fußball und nicht umgekehrt, im Profifußball ist es wiederum andersrum“, verdeutlicht Seferings darüber hinaus.

Für die Kings League sehen Berzel und Seferings noch „großes Potenzial“ – vor allem in Deutschland. In Spanien oder Brasilien sei das Interesse an der Kings League bereits enorm, berichten beide, große Stadien wie etwa das Camp Nou in Barcelona mit rund 90.000 Zuschauern waren schon ausverkauft, während Millionen weitere Zuschauer das Geschehen im Stream verfolgten.
Seferings meint sogar, die Kings League könne in diesen Ländern bereits mit den zweiten Profiligen mithalten. Gerade für Kleinfeld seien die Spanier oder Brasilianer, die technisch versierten Zocker, „natürlich prädestiniert“, sagt Berzel. Es gebe dort bereits eigene professionelle Trainingsstätten für die Kings-League-Teams. Schon jetzt besitzt die Kings League ein eigenes globales Ökosystem.
Kings-League-Gründer Piqué sieht nicht andere Sportarten oder Konkurrenz-Ligen als die größten Konkurrenten an, sondern „Netflix, HBO, Amazon, Twitter, Tiktok, Instagram“. Die Kings League spricht eine andere Zielgruppe an, richtet sich an ein junges Publikum, vernetzt den Fußball mit der Streaming-Welt. Berzel und Seferings gefällt das.
Beim Kings World Cup of Clubs in Paris zog Seferings mit den Futbolistas Locos FC als bestes deutsches Team überhaupt bis ins Achtelfinale ein, dort unterlag man dem favorisierten französischen Team Unit3d. Berzel drückte seinen Teamkollegen derweil von daheim die Daumen, er war aus terminlichen Gründen nicht in Paris dabei.
Für beide steht fest: Die Kings League steckt immer noch „in den Kinderschuhen“. Dass ihr die Zukunft gehören kann, daran zweifeln Berzel und Seferings nicht. Im Gegenteil.