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Totopokal

1800 Fans im Schlepptau: SSV Jahn will im Pokal ins Halbfinale

Mit dem Coup gegen 1860 München sowie vielen Fans im Rücken, treten die Regensburger im Verbandspokal beim FC Ingolstadt an

von Florian Würthele · 13.11.2025, 17:00 Uhr · 0 Leser
Zum Drittliga-Auftakt holten Sebastian Stolze (links) und der SSV Jahn in Ingolstadt ein spätes Remis.
Zum Drittliga-Auftakt holten Sebastian Stolze (links) und der SSV Jahn in Ingolstadt ein spätes Remis. – Foto: Roland Schäfer

Vorsichtiger Optimismus herrscht bei den Fans des SSV Jahn vor. Der spektakuläre und hochverdiente 4:0-Heimsieg gegen 1860 München hat die Kritiker einstweilen verstummen lassen. Das hat Spaß gemacht! Überhaupt befinden sich die Regensburger in der Dritten Liga zurzeit auf dem aufsteigenden Ast. Von den letzten vier Spielen wurden drei gewonnen. Das weitläufige Tabellenmittelfeld ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Am kommenden Wochenende ist erst einmal Länderspielpause. Die Mannschaft von Michael Wimmer ist trotzdem gefordert. Und zwar im Bayerischen Toto-Pokal. Dort geht es im Viertelfinale zum Liga-Konkurrenten FC Ingolstadt 04. Anpfiff im Audi Sportpark ist am Freitagabend um 18.30 Uhr.

Den Schwung aus der Liga will der Jahn ins Pokalspiel transportieren. Schon vor zwei Jahren hieß eine Hürde auf dem Weg ins Endspiel FC Ingolstadt. Seinerzeit verloren die Regensburger im Achtelfinale nach einem wahren Elfmeter-Krimi. Erst der 18. Schütze verschoss. Das war bitter damals. Mehr Grund zur Freude hatten die Jahn-Anhänger beim Hinrundenduell gegen Ingolstadt in der laufenden Saison. Am ersten Spieltag bescherte Noel Eichingers Last-Minute-Treffer dem SSV noch einen Punkt. Der späte Ausgleich war verdient aufgrund der zweiten Halbzeit.

An gleicher Ort und Stelle soll jetzt der Einzug ins Halbfinale des BFV-Pokals gelingen. „Wir wollen das positive Gefühl der letzten Wochen in dieses Pokalspiel mitnehmen“, sagt Regensburgs Cheftrainer Michael Wimmer, der den 1860-Sieg wegen einer Sperre von der Tribüne aus verfolgen musste. Der Niederbayer sieht seine Mannschaft grundsätzlich auf einem guten Weg: „Die Automatismen greifen immer mehr, wir sind insgesamt stabiler und eingespielter. Es zeigt sich, wenn wir die Basics und die Intensität auf den Platz bekommen, dass wir dann einen guten und erfolgreichen Fußball spielen können.“



Nun freue man sich auf das „brisante“ Pokalduell mit Ingolstadt. „Wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen“, stellt Wimmer klar. „Nichtsdestotrotz werden wir den ein oder anderen personellen Ausfall kompensieren müssen.“ Sicher fehlen werden Robin Ziegele, Benedikt Saller und Lucas Hermes aufgrund von muskulären Geschichten. Zudem weilen Leopold Wurm und Ben Kieffer bei der U-Nationalmannschaft. Wimmer zieht auch eine positive Sache daraus: „Den Spielern, die zuletzt weniger gespielt haben, bietet sich jetzt die Möglichkeit zu zeigen, dass sie auf den Platz gehören und ihre Chance nutzen können.“

Weit über 3000 Fans hatten den Jahn Anfang August nach Oberbayern begleitet. Und auch diesmal ist die Unterstützung groß. Über 1500 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt. Am Ende werden mit bis zu 1800 Auswärtsfans gerechnet. Das sollte den Oberpfälzern doch einen zusätzlichen Schub geben. Ein weiterer Anreiz ist der finanzielle Aspekt. Der Gewinner des Verbandspokals – Titelverteidiger ist Regionalligist FV Illerstissen – löst automatisch ein Ticket für den DFB-Pokal 2026/27. Dort würden dann schöne Mehreinnahmen auf den Verein warten. Auf dem Weg ins Pokalviertelfinale bekleckerte sich der SSV nicht gerade mit Ruhm. Gegen Bayernligist TSV Kornburg (2:1) und im Achtelfinale gegen Regionalligist SpVgg Ansbach (5:4 n.E.) war Zittern angesagt. Mögliche Gegner im Halbfinale wären übrigens 1860 München, die Würzburger Kickers, Unterhaching und Wacker Burghausen.