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Ligabericht

1500 Fans in der Kreisliga! Grafenwöhr vorzeitig Herbstmeister

Mit einem 2:0-Sieg im Spitzenspiel gegen Trabitz behält die Bafra-Truppe ihre blütenweiße Weste und baut den Vorsprung auf die Verfolger weiter aus

von Werner Schaupert · 03.10.2026, 20:55 Uhr · 0 Leser
Pure Ekstase herrschte bei Mannschaft und Fans der SV Grafenwöhr, nachdem Johannes Renner (Zweiter von links) per Volleyschuss in den Torwinkel getroffen hatte. Der Treffer Marke „Tor des Jahres“ bedeutete das vorentscheidende 2:0 für den Ligaprimus gegen die SpVgg Trabitz.
Pure Ekstase herrschte bei Mannschaft und Fans der SV Grafenwöhr, nachdem Johannes Renner (Zweiter von links) per Volleyschuss in den Torwinkel getroffen hatte. Der Treffer Marke „Tor des Jahres“ bedeutete das vorentscheidende 2:0 für den Ligaprimus gegen die SpVgg Trabitz. – Foto: Florian Danninger

Nicht nur die größere Anzahl der Einschusschancen ließ die Garnisonsstädter das mit Spannung erwartete Top-Duell in der Kreisliga Nord Amberg/Weiden am Ende verdient gewinnen. Auch eine geschlossen starke Mannschaftsleistung und einfach der größere Wille an diesem Tag, zum elften Mal drei Punkte einzufahren, machten am Samstag den Unterschied. Mit 2:0 (0:0) behauptete sich die SV Grafenwöhr auf heimischem Areal gegen den ärgsten Verfolger SpVgg Trabitz.

Vor der für die Kreisliga Wahnsinnskulisse von 1500 Fans – der Spielbeginn musste wegen des Zuschaueransturms um eine Viertelstunde verschoben werden – zeigte die Mannschaft von Trainer Bobby Bafra einmal mehr, warum sie das Maß aller Dinge in der Liga ist. Mit diesem Heimsieg vergrößerte die Sportgemeinschaft (1./33) den Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Trabitz (2./26) auf sieben Punkte. Auf Platz 3 (Erbendorf – nach 0:0 in Pleystein 3./23) ist der Keil vor den beiden letzten Spielen der Hinrunde nun schon zehn, auf Platz 4 (Weiden-Ost II – nach 1:0 gegen Tremmersdorf 4./22) gar elf Punkte dick.


Eine Abtastphase gab es nicht, die Gastgeber gingen sofort in die Vollen, ihnen gehörte die Frühphase der Partie. Sofort übte die Bafra-Crew Druck aus, erarbeitete sich auch gleich Möglichkeiten, ohne sich dafür zu belohnen. Bei einer ganzen Reihe von Ecktstößen brannte es im Gästestrafraum, zudem musste Gästekeeper Fischer zwei Mal sein ganzes Können aufbieten, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Trabitz, zunächst ausschließlich in der Defensive gefordert, brauchte, um Zugriff zu Spiel und Gegner zu bekommen, hatte nach etwa einer Viertelstunde dann vereinzelt Chancen, in Spielminute 20 gar ein Riesenbrett, welches David Zawal aber nach Zuspiel von Miro Spirek nicht nutzen konnte. Fast im Gegenzug bot sich Luca Reiß nach einem Eckstoß eine Großchance, am langen Pfosten stehend jagte er das Runde aus etwa drei Metern aber über den Kasten. In Folge passierte nicht mehr viel zunächst, beide Mannschaften wollten keinen Fehler machen, standen defensiv sicher, Aufreger blieben Mangelware. Torlos ging es in die Kabinen.

Dass das Spiel nach dem Seitenwechsel schlagartig Fahrt aufnahm, lag auch am Blitzstart, der den Hausherren gelingen sollte. Nach einem Fehler des eingewechselten Benedikt Weber eroberte Xavier Siemski den Ball, schickte seinen Bruder Marcello auf die Reise, der düpierte Fabian Helleder und schob die Kugel an Gästegoalie Paul Fischer vorbei zum 1:0 in die Maschen (48.). Drei Minuten später hätte der Torschütze bei einer sich ihm bietenden zweiten Großchance sogar auf 2:0 stellen können, als er frei auf den Gästeschlußmann zulief, in diesem aber beim 1 gegen 1 seinen Meister fand. Grafenwöhr stand in Folge tiefer, ließ den Gästen mehr den Ball und setzte selbst auf schnelle Umschaltmomente. Über die 71. Minute wird man bei den einheimischen Fans und bestimmt auch bei den neutralen Zuschauern noch einige Zeit sprechen: Nach einem nicht weit genug geklärten Eckstoß nahm Johannes Renner aus etwa 22 Metern Maß und schweißte den Ball volley in den Winkel. Eine Wahnsinnsbude Marke „Tor des Jahres“, die Mannschaft und SVG-Anhängerschar in Ekstase versetzte und zugleich die Vorentscheidung in einer bis dahin umkämpften Partie brachte.

Trabitz blieb nun nichts anderes übrig, als alles auf eine Karte zu setzen, man warf alles nach vorne, konnte gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Defensive der Gastgeber – nicht umsonst die beste der Liga – jedoch keine brenzligen Situationen mehr kreieren, es fehlten einfach Ideen und Durchsetzungsvermögen. Nur einmal einmal lag den Gästefans der Torschrei auf den Lippen, als der Ex-Grafenwöhrer Timo Bachmeier einen fulminant getretenen Freistoß ans Torkreuz nagelte (90.). Kein Durchkommen also für die Gästeoffensive, auf der anderen Seite boten sich Grafenwöhr bei zahlreichen Kontergelegenheiten weitere Chancen, das Ergebnis deutlicher zu gestalten, ohne die letztendlich zu nutzen.

Grafenwöhr-Coach Bobby Bafra analysierte die Partie so: „Ein verdientes 2:0 für uns im Spitzenspiel, in dem uns die ersten 20 Minuten gehörten, da verhinderte der Trabitzer Keeper einige Male einen frühen Rückstand. Dann begannen wir ein wenig unsauber zu spielen, die Jungs wollten da gleich mehr, was Trabitz ins Spiel kommen ließ, bis etwa zur 40. Minute waren sie dann die bessere Mannschaft, hatten auch eine Großchance durch Dominik Zawal, kurz vor dem Seitenwechsel haben wir das Spiel dann aber wieder im Griff gehabt. In der Halbzeit haben wir etwas umgestellt, auch um Grimm besser in den Griff zu bekommen, was uns gelungen ist. Natürlich hat uns dann das frühe 1:0 in die Karten gespielt, nur wenig später hätten wir gar das 2:0 nachlegen können. Danach ist Trabitz nicht mehr viel eingefallen, sie hatten nur noch eine gute Chance bei einem Freistoß. Wenn unser 2:0 früher fällt, dann kann das Ergebnis noch höher ausfallen. So fiel dieses Traumtor vom Renner Johannes eben erst in der 71. Minute, das hat allerdings alle Dämme brechen lassen. Ich kann nur stolz sein auf meine Mannschaft, wir haben jetzt elf Spiele in Folge gewonnen, sind Herbstmeister und geniessen den heutigen Abend. Ab Montag liegt der Fokus dann auf Tremmersdorf, wo uns am kommenden Wochenende eine schwere Aufgabe erwartet. Jetzt wird aber erstmal gefeiert!“



Christian Recht, Teammanager der Gäste, gab nach dem Spiel ein ausführliches Statement ab: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen, waren dann sehr gut drin, da hätten wir unsere Chancen einfach ziehen müssen. In der Phase ab der zehnten Minute bis zur Pause haben wir sehr gut gespielt und zeigten auch die Spielanlage, die wir sehen wollen. Zur Pause haben wir zwei Mal gewechselt, bekommen dann das frühe 0:1 nach einem individuellen Fehler, der nicht passieren darf. Danach hat man frühzeitig gemerkt, dass wir nichts mehr entgegensetzen können, es war fast ein blutleerer Auftritt. Die Gier und die Mentalität, die wir in den letzten Partien gezeigt haben, waren heute nicht da.

Respekt vor Grafenwöhr, die nach nun elf ungeschlagenen Partien verdient oben stehen und nun sieben Punkte vor uns sind. Aus meiner Sicht ist es noch zu früh, von einer Vorentscheidung zu sprechen, weil es sind erst elf Spiele gespielt. Für uns heißt es jetzt ganz klar, dranzubleiben, um nicht den Anschluß zu verlieren. Momentan fehlt mir allerdings auch die Phantasie, wer Grafenwöhr schlagen könnte. Wenn es wir nicht tun, wer sollte sie dann bezwingen? Gratulation der SV Grafenwöhr, dem Trainerteam und auch den Organisatoren. Mir war wohl klar, dass viele Zuschauer kommen würden, allerdings sprechen wir heute von 1500 zahlenden und vielleicht noch zusätzlich 200 sonstige Zuschauer, die beispielsweise dem Reservespiel beigewohnt haben. Wo gibt es so etwas, nur da, wo eine gesunde Rivalität herrscht. Es gab heute keinerlei Anfeindungen oder sonstiges, man fühlte sich wohl und begegnete sich mit Respekt.“

Recht weiter: „Ich wünsche Grafenwöhr weiterhin alles Gute, wenngleich ich natürlich auch hoffe, dass ihr Ungeschlagen-Sein einmal enden wird. Dann müssen wir aber auch parat stehen, dann müssen wir liefern, denn Grafenwöhr wird sich sicherlich keine Niederlagenserie leisten. Wir müssen nun nach unserer ersten Niederlage wieder eine Erfolgsserie starten, wir richten die Köpfe wieder auf und dann warten zwei Heimspiele auf uns, in der eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen wird. Wird sind traurig, wir sind erschöpft von der Art und Weise, aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand, wir greifen wieder an und kommen stärker zurück. Gratulation auch an den Johannes Renner für sein Traumtor, so ein Ding gelingt ihm wahrscheinlich nur einmal.“