
Kein Sieg, ein Unentschieden und schon 14 Niederlagen. Und das bei 17:56 Toren. Die SpVgg Schirmitz hat die erste Saisonhälfte in der Bezirksliga Nord mit einer desaströsen Bilanz abgeschlossen. Der Rückstand zur Relegationszone beträgt zehn Punkte. Zum rettenden Ufer sind es bereits derer 15. Warum der Aufsteiger bislang keinen Fuß fassen konnte – und was trotzdem positiv herauszustellen ist.
„Wir haben im Vorhinein gewusst, dass es eine schwierige Saison wird. Der Kader ist nahezu eins zu eins derselbe geblieben“, sagt Fabian Hirmer, Teil des Schirmitzer Trainer-Duos mit Markus Peetz. Bewusst hielt der Verein an der Mannschaft fest, die die Meisterschaft in der Kreisliga Nord errang. Jeder Spieler sollte die Möglichkeit erhalten, sich eine Liga höher zu beweisen.
„Auch wenn das keine Ausrede sein soll“, schiebt Hirmer vorneweg, „hat uns das Verletzungspech richtig erwischt. Teilweise haben zwölf Leute gefehlt.“ Das ging so weit, dass der 39-jährige Trainer beim Spiel in Pfreimd selbst 90 Minuten auf dem Feld stand. Hier füllten außerdem Akteure aus der Zweiten und Jugend den Kader auf. „Mit so einem Verletzungspech wird es natürlich schwer. Trotzdem haben wir es gar nicht so schlecht gemacht“, zieht Hirmer Bilanz. Dabei führt er sich etwa die Heimspiele gegen Topteam Raindorf (2:2), Tännesberg (2:3) oder Upo (3:4) vor Augen. Letzteres ging am vergangenen Samstag nach eigener Führung erst in den Schlussminuten verloren. „Die Jungs waren waren brutal motiviert, dann gab es wieder den Dämpfer. Ganz bitter.“
Die Fitness ist ein großes Thema
„Eine Liga höher wirst du gnadenlos bestraft. Das war in der Kreisliga nicht so.“ Was der Schirmitzer Coach aber auch nicht unter den Tisch kehren möchte: „Wir hatten keine gute Vorbereitung. Nach der langen Meisterschafts-Euphorie waren zur neuen Saison nicht alle Spieler gleich bei hundert Prozent. Auch haben wir nicht das Fitnesslevel erreicht, das uns letzte Saison ausgezeichnet hat.“ Die Konsequenz daraus macht sich in der Bezirksliga bitter bemerkbar: „Ab der 70., 80. Minute können wir die letzten Meter nicht mehr gehen. Dann knipsen dich die Gegner weg.“ Am Fitnesslevel arbeiten Hirmer und Peetz energisch mit ihren Spielern – dann natürlich auch in der Wintervorbereitung. Die beiden Trainer der SpVgg sind absolut gleichberechtigt, entscheiden alles gemeinsam. „Da gibt es keinen Ersten und keinen Zweiten.“
Fünf Termine umfasst das Jahr 2025 noch. Personell sieht es beim Aufsteiger allmählich wieder besser aus. „Gegen Upo bestand der Kader rein aus der Ersten.“ Vorausblickend auf die am Sonntag beim Rangritten SV Hahnbach beginnende Rückrunde, gibt sich Fabian Hirmer keinen Illusionen hin: „Es wird natürlich extrem schwer. Wenn du in den nächsten zwei, drei Wochen kein Spiel gewinnst, ist der Zug abgefahren.“
Hirmer arbeitet auch Positives heraus: „Wir machen weiter, haben nach wie vor eine gute Stimmung in der Mannschaft, zerfleischen uns nicht. Die Mannschaft ist intakt. Wir bleiben entspannt.“ Ohnehin sei ein Wiederabstieg in die Kreisliga für den Verein „absolut kein Beinbruch“. Im Winter werden es keine „Not-Transfers“, etwa aus dem Nachbarland, geben: „Das würde das Gefüge im Verein auseinander werfen.“ Zugpferd der SpVgg Schirmitz vor den Toren Weidens ist und bleibt die Jugendarbeit. „Wir führen die komplette Jugend eigenständig ohne eine SG. Im Sommer rücken wieder Jugendspieler nach. Das ist viel mehr wert, als mit teuren Spielertransfers einmal Bezirksliga-Dritter zu werden.“
