2026-05-29T11:52:36.002Z

Relegation

1:3 vor über 3100 Fans: Chams Regionalliga-Traum droht zu platzen

Ein Doppelschlag der Fürther Profi-Reserve lässt die Oberpfälzer mit einer Zwei-Tore-Hypothek ins Rückspiel gehen

von Florian Würthele · Heute, 20:50 Uhr · 0 Leser
So fiel das 1:0 für Greuther Fürth II: Lado Akhalaia (rechts, in Grün) köpft eine Ecke aus wenigen Metern ein.
So fiel das 1:0 für Greuther Fürth II: Lado Akhalaia (rechts, in Grün) köpft eine Ecke aus wenigen Metern ein. – Foto: Wolfgang Zink

War's das schon mit dem Traum von der Regionalliga für den ASV Cham? Noch ist nicht aller Tage Abend. Aber: Der Vizemeister der Bayernliga Nord benötigt in den ausstehenden 90 Minuten schon einen echten Kraftakt, um das Ding noch zu drehen. Vor einer Sensationskulisse von 3.129 Zuschauern – das Stadion an der Further Straße war offiziell ausverkauft – verloren die Oberpfälzer am Freitagabend das Relegations-Hinspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II mit 1:3 (1:1). Ein Doppelschlag eine Viertelstunde vor Spielende bescherte der spielstarken Zweitliga-U23 eine super Ausgangslage fürs Rückspiel am kommenden Dienstag im Stadion am Ronhof.


Eine gewisse Anfangsnervosität war den Chamer Spielern nicht abzusprechen. Paradebeispiel: Youngster Lukas Krämer passte den Ball ohne Gegnerdruck an der Seitenlinie entlang ins Toraus (7. Minute). Es entwickelte sich ein gutklassiges, temporeiches Match. Grundsätzlich entpuppte sich die Regionalliga-Vertretung von Fürth als die erwartet ballsichere, spielstarke Mannschaft. Unterstützung von den Profis gab es keine. Vorne wirbelten Lado Akhalaia, Kaelen Dougan und der auffällige David Abrangao. Sowohl der ersten Warnschuss der Partie (Akhalaia aus der Distanz/3.) als auch die erste richtige Torchance (Torres Farias/14.) gehörte dem „kleinen Kleeblatt“. Mächtig Glück hatte Cham in der 21. Minute. Der ehemalige Zweitliga-Profi Dominik Adlung knallte den Ball mit einem Scherenschlag an die Latte. Da wäre ASV-Keeper Bastian Sittenauer geschlagen gewesen.

Und Cham? Das tat sich zunächst schwer, so richtig Torgefahr zu entwickeln. Mit Verlauf der ersten Halbzeit wurde die Maloku-Elf aber mutiger, suchte immer wieder den wieselflinken Linksaußen Konstantin Landstorfer. Jubeln durfte aber Fürth: Eine dritte Ecke nacheinander, getreten von Adlung, köpfte Akhalaia aus der Nahdistanz über die Linie. Das 0:1 in der 37. Minute. Zu einem moralisch optimalen Zeitpunkt, kurz vor dem Pausenpfiff, schlugen die Hausherren zurück. Die 45. Minute: Landstorfer tankte sich durch und legte die Kugel von der Grundlinie zurück ins Zentrum, wo Simon Haimerl von hinten getroffen wurde und fiel. Den fälligen Foulelfmeter versenkte Felix Voigt souverän halbhoch ins rechte Toreck. Groß der Jubel im Chamer Lager!

Vom Ausgleichstor beflügelt, kam der ASV mit Schwung aus der Kabine. Landstorfer (49.) und Lucas Chrubasik (50.) verzeichneten zwei Halbchancen. Fortan riss jedoch wieder Fürth das Zepter an sich. Die Franken machten nun mehr fürs Spiel, waren generell die technisch bessere der zwei Mannschaften. Währenddessen lauerten die Gastgeber auf Umschaltsituationen. Mit einem tollen Reflex verhinderte Sittenauer in Minute 54 das 1:2. In der weiteren Phase konnten die Gäste aus zahlreichen Ecken keinen Profit schlagen.

Es folgten die entscheidenden 90 Sekunden. Erst versenkte Adlung einen Freistoß aus halblinker Position. Das Leder flog rechts an der Spielermauer vorbei ins Torwarteck (77.). Keine zwei Minuten später vollendete Akhalaia einen klassischen Konter mit einem frechen Heber über den herauseilenden Sittenauer. Plötzlich stand es 3:1 zugunsten der Fürther, die in der Schlussphase – abgesehen von einem wuchtigen Schuss des eingewechselten Jakub Hrudka ans Außennetz (85.) – nichts mehr anbrennen ließen. Eine gelbrote Karte an Chams Simon Haimerl (87.) sollte am Resultat nichts mehr ändern. Fürths Interimscoach Christian Fiedler sagte: „Cham hat gespielt, wie wir es erwartet haben. Sie haben uns körperlich viel abverlangt. Dennoch ist der Sieg verdient. Aber: Es ist erst Halbzeit. Jetzt hoffen wir im Rückspiel natürlich auf viele Kleeblatt-Fans im Ronhof und wollen dann zuhause den Klassenerhalt fix machen.“