
Hier werden nach und nach alle Spielberichte der Bezirksliga Weser-Ems 3 aus dieser Woche erfasst und nach einander präsentiert.
Folgende Spiele sind schon erfasst 👇
13 Jahre Warten, dann kam Mogge

Die Sportfreunde Schwefingen haben das Spitzenspiel der Bezirksliga mit 2:1 gegen die U23 des SC Spelle-Venhaus für sich entschieden und damit einen historischen Sieg gefeiert. Zum ersten Mal seit 13 Jahren gelang den Schwefingern wieder ein Erfolg gegen den Lokalrivalen.
Rund um die Dorfstraße herrschte am Sonntagnachmittag beste Fußballstimmung, als die Mannschaft von Trainer Daniel Vehring von Beginn an druckvoll auftrat. Bereits nach zehn Minuten belohnte sich das Team: Justin Uso setzte sich energisch über die rechte Seite durch und traf aus spitzem Winkel zur frühen 1:0-Führung.
„Wir sind richtig gut reingekommen, hätten in den ersten 15 Minuten vielleicht schon das 2:0 machen können“, sagte Torschütze Sebastian Mogge nach dem Spiel. Stattdessen kam Spelle-Venhaus II kurz darauf zurück: Nach einem Ballverlust in der Defensive nutzte Nico Buss die Unordnung und köpfte in der 17. Minute zum 1:1-Ausgleich ein, sein siebtes Saisontor.
Bis zur Pause neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Schwefingen blieb kämpferisch, während Spelle über Ballbesitz kam, aber kaum klare Chancen kreierte.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensives Duell zwischen den Strafräumen. Beide Mannschaften arbeiteten diszipliniert, das Tempo blieb hoch, doch die Abwehrreihen ließen kaum etwas zu. Es schien, als würden sich beide Seiten mit dem Unentschieden anfreunden, bis zur Nachspielzeit.
In der 92. Minute fiel die Entscheidung: Nach einem Abpraller fasste sich Sebastian Mogge ein Herz, zog aus halbrechter Position ab und traf mit einem satten Schuss zum umjubelten 2:1-Siegtreffer. „Ich hab kurz überlegt, rüberzulegen, aber der Verteidiger hat nicht zugemacht. Dann musste ich einfach abziehen. Mit ein bisschen Glück ist das Ding reingegangen, mega geil!“, so Mogge über seinen Lucky Punch.
Trainer Daniel Vehring zeigte sich nach dem Abpfiff begeistert:
„Endlich, nach 13 Jahren konnten wir Spelle wieder schlagen! Die Jungs haben eine hervorragende Teamleistung gezeigt und unser Spiel perfekt umgesetzt. Ein verdienter Sieg, der uns richtig guttut.“
Auch Kapitän Chris Veltrup lobte die Mentalität seiner Mannschaft: „Wir sind gut reingekommen, haben dann etwas den Faden verloren, aber bis zum Schluss gekämpft. Wenn du dann so ein Spiel in der Nachspielzeit gewinnst, ist das einfach überragend.“
Mit dem Sieg festigt Schwefingen seine Position in der Spitzengruppe der Bezirksliga und sendet ein klares Signal an die Konkurrenz. Nächsten Sonntag geht es zum schweren Auswärtsspiel nach Neuenhaus, mit reichlich Rückenwind und dem Gefühl, den Favoriten endlich wieder bezwungen zu haben.
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Ein Sonntag für die Seele, dank Hendrik Egbers

Wenn’s läuft, dann läuft’s – und wenn’s Hendrik Egbers heißt, dann gleich dreimal. Der Stürmer mit der Rückennummer 10 hatte am Sonntag offenbar beschlossen, dass er sich den Ball, das Tor und den Applaus gleich selbst organisiert. Dreimal traf Egbers, dreimal jubelte Veldhausen und am Ende stand ein 3:0, das sich anfühlte wie eine kleine Befreiung.
Werlte kam als Favorit, ging aber als freundlicher Punktelieferant wieder nach Hause. Nach nur neun Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Egbers schlenzte den Ball mit rechts aus zwölf Metern ins Eck, ein Treffer, der so sauber war, dass man kurz das Gefühl hatte, der Ball hätte sich vorher noch die Schuhe geputzt.
Nach dem Seitenwechsel legte Egbers doppelt nach: Erst in der 52. Minute, dann noch einmal in der 62. - zwei Treffer, zwei weitere Jubeltrauben und ein völlig überforderter Gegner, der wohl lieber schon früher in die Kabine gegangen wäre. Der Mann war einfach überall, wahrscheinlich hätte er auch noch den Spielbericht geschrieben, wenn man ihn gelassen hätte.
In der Schlussphase tat sich auf der Anzeigetafel nichts mehr, dafür umso mehr an der Wechselbank. Bei beiden Teams rotierte es fleißig, die gelben Karten flogen wie herbstliche Blätter, und am Ende konnte Veldhausen die letzten Minuten mit einem breiten Grinsen runterspielen.
Mit diesem Sieg gibt der SV Veldhausen die rote Laterne endlich ab und sieht wieder das rettende Ufer. Werlte dagegen steckt plötzlich mittendrin im Abstiegskampf. Nur noch drei Punkte trennen die beiden Teams, ein Polster, das in dieser Liga etwa so stabil ist wie ein Klappstuhl im Orkan.
Sascha Drenth hielt die Jubelbilder fest, Jörg Bossink hatte den Liveticker im Griff und Hendrik Egbers? Der hatte einfach einen Sahnetag.
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Bentheim bleibt Burgkönig - Emsbüren stolpert über die eigene Mauer

In Bad Bentheim scheint das mit den Heimspielen eine verlässliche Sache zu sein. Tribüne voll, Stimmung gut, und am Ende bleiben die Punkte in der Burgstadt. Diesmal traf es den SV Concordia Emsbüren, der beim 0:3 zwar tapfer anrannte, aber nie so richtig das richtige Passwort zum Bentheimer Strafraum fand.
Zu Beginn wirkte alles noch nach einem ordentlichen Bezirksliganachmittag: Sonne, Grätschen, viel Mittelfeld. Chancen? Eher seltene Gäste. Dann aber wurde es in der 34. Minute unübersichtlich im Emsbürener Strafraum, so unübersichtlich, dass Hinnerk Albers den Ball schließlich selbst über die Linie bugsierte. Eigentor, 1:0, Bentheim jubelt, Concordia guckt kurz betreten, weiter geht’s.
Was auch immer Husmann und Sackbrook ihren Jungs in der Pause serviert haben, Kaffee war’s wohl nicht. Drei Minuten nach Wiederanpfiff zieht Jonathan Gabriel Akar trocken in die kurze Ecke, als wolle er sagen: So geht Effizienz, Freunde. 2:0.
Emsbüren mühte sich, blieb aber brav vor der Bentheimer Mauer stehen. Und als Kristian Friedrichsen in der 66. Minute das 3:0 nachlegte, war klar: Heute gibt’s nichts zu holen außer Erfahrungspunkte.
Concordia verabschiedet sich mit hängenden Köpfen, aber ohne Drama. Nächste Woche kommt Tabellenführer Lohne, vielleicht der richtige Moment für eine kleine Wiedergutmachung.
Bad Bentheim dagegen genießt den Sonntag: drei Tore, drei Punkte, ein Burgfest ohne Belagerung.
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Bad Bentheim und der Mittwoch, eine schwierige Beziehung

Mittwochabend in Laxten. Der Rasen glänzt feucht, die Flutlichter werfen lange Schatten, und man riecht schon in der Luft, dass es kein leichtes Spiel werden wird, weder für Beine noch für Nerven.
Schon nach vier Minuten gibt Franziskus Vehring den Ton an: 1:0 für Laxten. Ein Start, der nach Plan aussieht, zumindest aus Laxtener Sicht. Die Bentheimer hingegen brauchen eine Halbzeit, um ins Spiel zu finden. Nach der Pause trifft Henning Deters zum 1:1, und kurz keimt Hoffnung auf, dass der Mittwoch vielleicht doch mal kein Bentheimer Problemkind wird.
Doch diese Hoffnung hält nicht lange. Zwei Minuten später bringt Marvin Schmökel Laxten wieder in Führung, sein sechstes Saisontor, und man merkt: Der Mann hat derzeit einen guten Draht zum Netz. Phil Rado legt in der 62. Minute nach, 3:1. Es riecht nach Vorentscheidung, aber Bad Bentheim gibt sich nicht auf. Jonas Kotte verkürzt auf 3:2 und sorgt dafür, dass die letzten zwanzig Minuten noch einmal leicht nach Nerventee schmecken.
Am Ende bleibt’s beim knappen Sieg für Laxten. Verdient, sagt der Gastgeber. Bitter, meint Bad Bentheim und verweist auf eine alte Binsenweisheit: Der Mittwoch bleibt ein schwieriger Wochentag.
Während in Laxten der Abend gemütlich ausklingt, nehmen die Gäste drei Gegentore und viele Gedanken mit nach Hause. Vielleicht hilft ja bald ein Sonntag.
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Lohne siegt im Dauerregen und findet spät den Spaß am Spiel

Es gibt Spiele, die schreibt der Herbst. Dauerhafter Nieselregen, ein Platz, der schon nach zehn Minuten mehr Acker als Geläuf ist, und Spieler, die aussehen, als hätten sie in der Pause lieber Gummistiefel als Stutzen gewechselt. So geschehen am Mittwochabend in Salzbergen, wo Union Lohne einen zähen, aber verdienten 2:1-Erfolg feierte.
Nach der Niederlage gegen Veldhausen hatte Trainer Brode kräftig durchgemischt, gleich vier neue Gesichter standen in der Startelf. Frische Impulse waren also das Ziel, doch zunächst blieb’s beim guten Willen. Lohne begann zwar mit Schwung, doch mehr als ein paar Halbchancen von Dennis Tengen (6., 8.) sprangen nicht heraus. Salzbergen dagegen zeigte, dass man auch mit einem Pfostentreffer (15.) kurzzeitig für Herzklopfen sorgen kann.
Die erste Halbzeit war dann vor allem eins: ein Rutschfest. Viel Kampf, wenig Klarheit und ein geblockter Schuss von Max Brink als sinnbildlicher Abschluss eines zähen ersten Durchgangs.
Nach der Pause schien Lohne beschlossen zu haben, das Spiel endlich in trockene Tücher zu bringen, bildlich gesprochen. Rendi Kildau schnappte sich in der 55. Minute den Ball auf dem Punkt und verwandelte eiskalt zum 1:0. Zehntes Saisontor, wieder alleiniger Spitzenreiter der Torjägerliste, da darf man sich auch mal die nassen Handschuhe vom Schiri geben lassen.
Spätestens jetzt war das Spiel in Lohner Hand. In der 89. Minute sorgte Phil Stricker nach einer schönen Balleroberung von Grau für das 2:0 und für erste erleichterte Gesichter unter den durchnässten Auswärtsfans.
Salzbergen gab sich aber nicht auf und wurde in der Nachspielzeit noch mit einer kuriosen Bogenlampe belohnt. Tim Berger (90.+4) ließ den Ball in Zeitlupe ins Lohner Tor segeln, zu spät für eine Wende, aber gut fürs Stimmungsbarometer.
Am Ende bleibt ein 2:1, das härter erkämpft war, als es klingt. Lohne springt auf Platz zwei, Kildau wieder an die Spitze der Torjäger. Und irgendwo in Salzbergen trocknet vermutlich noch immer ein Trikotsatz vor sich hin.