
Riesenüberraschung in der Landesliga Schleswig. Der bis dahin in allen 19 Saisonspielen siegreiche TSB Flensburg muss sich im Heimspiel gegen den TSV Kronshagen mit einem 1:1 (1:1) zufriedengeben. Der Vorsprung auf den Verfolger Eckernförder SV beträgt aber weiterhin satte 17 Punkte. Der TSV Kronshagen bleibt nach dem Remis weiterhin auf dem 9. Platz.
Die Vorbereitung für die Gastgeber verlief alles andere als optimal. Der TSB musste auf mehrere erkrankte, verletzte oder gesperrte Spieler verzichten. „Das darf aber nie eine Ausrede sein“, räumte Coach Tore Wächter ein. Auch Gästetrainer Coskun Yamak war nicht zu beneiden. Seine etatmäßige Innenverteidigung mit Malte Kallenbach und Sebastian Henke war wegen Krankheit ausgefallen.
Allen Widrigkeiten zum Trotz erwischten die Gastgeber in den ersten zehn Minuten einen sehr dominanten Start und konnten nach schöner Hereingabe von außen und anschließendem Rückpass auf Melf Siemund (14.), der den Ball unter die Latte hämmerte, früh in Führung gehen.
Doch die Antwort der sehr selbstbewusst und ballsicher auftretenden Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Nur 120 Sekunden nach dem Führungstreffer erreichte ein langer Ball von Matteo Morawe Lucas Sylla, der das Spielgerät geschickt mit dem Körper abschirmte, um dann quer zu legen auf Badreddin Hamze, der noch einen Haken schlägt und dann gefoult wird. Den fälligen Strafstoß verwandelt Nick Rixen (16.) zum Ausgleich.

„Da haben wir uns wie eine Schülermannschaft angestellt“, ging TSB-Coach Tore Wächter mit seinem Team hart ins Gericht, das in der Folge auch immer mehr den Faden verliert und nicht konzentriert genug zu Werke geht. Ohne weitere Höhepunkte bleibt es in einer fehlerbehafteten Partie bis zur Pause beim 1:1.
Nach einer deutlichen Halbzeitansprache kam der TSB deutlich schwungvoller und dominanter aus der Pause zurück, ohne dabei jedoch den großen Glanz zu versprühen. Dabei hatten die Gastgeber durchaus Pech mit zwei Lattentreffern von Nicolas Holtze und dem zur zweiten Hälfte eingewechselten Benett Kwame. Auch einem Treffer von Tobias Zuth wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung verweigert. Aber ansonsten verrichteten die Gäste gute Defensivarbeit und ließen wenig anbrennen.
Aber insgesamt war es zu dünn, was der TSB gegen stets gefährliche Gäste zeigte, die in der Schlussphase den Lucky Punch verpassten, als Malte Andres nach einem Fehlpass etwas überhastet neben das Tor des ansonsten sehr präsenten Rico Nommensen schoss.

Trainer Tore Wächter (TSB Flensburg):
„Das Endergebnis ist verdient. Kronshagen war sehr gut organisiert und hat sehr konsequent gespielt. Wir müssen das alles richtig einordnen. In der Hinrunde hatten wir ähnliche Spiele, die wir am Ende knapp gewonnen haben. Wir haben natürlich noch ein Polster. Kronshagen ist keine Laufkundschaft. Das ist alles kein Selbstläufer. Wir müssen mehr fokussiert sein. Es gibt aber auch Positives, das wir aus dem Spiel mitnehmen. Heute kamen mit Lasse Schablin in der Abwehr und mit Gonzalez Miranda, der als Sechser ein belebendes Element war, zwei A-Jugendliche zum Einsatz, die ihre Sache gut gemacht haben. Juri Schlingmann hat das erste Mal in der Verteidigung gespielt.“
Trainer Coskun Yamak (TSV Kronshagen):
„Wir sind sehr froh, einen Punkt aus Flensburg mitgenommen zu haben. Wir sind die erste Mannschaft, die dem TSB einen Punkt abgenommen hat.“
Stimme als Audio
Coskun Yamak (Trainer TSV Kronshagen)TSB Flensburg: Nommensen – Schlingmann, Thomsen, Schäpler – Carstens (70. Miranda), Stuewe – Stephan (81. Schablin), Neumann (65. Wojnarowski), Holtze – Zuth, Siemund (46. Kwame).
Trainer: Tore Wächter.
TSV Kronshagen: Bock – Morawe, Wethgrube, Rixen, Wallenstein, Franke – Boz (70. Andres), Hamze (89. Abdula), Sylla, Möller – Cumur (76. Reikat).
Trainer: Coskun Yamak.
Schiedsrichter: Krischan Kropp (Rödemisser SV).
Assistenten: Yannick Jacobs und Kevin Jacoben.
Zuschauer: 140 auf dem Rasenplatz an der Eckener Straße in Flensburg.
Tore: 1:0 Melf Siemund (14.), 1:1 Nick Rixen (16., Foulelfmeter).