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"Glotze aus, Stadion an!"

Faninitiative will mehr Zuschauer für Amateurspiele gewinnen +++ Traditionsvereine kämpfen mit Pay-TV-Anstoßzeiten +++ Fanszenen von bereits 32 Clubs machen mit

„Support your local team!“ - auf diese Forderung könnte man die Kampagne "Glotze aus, Stadion an!" verkürzen. Ausgehend von einem Göttinger Fanclub, haben sich inzwischen zahlreiche Anhängerschaften von unterklassigen Vereine zusammengefunden, um wieder mehr Publikum in die häufig traditionsreichen Arenen der Amteurligen zu ziehen.

Die Zuschauerzahlen in den unteren Ligen sind meist überschaubar. Selbst bei Regionalligapartien versammeln sich häufig nur ein paar hundert Anhänger der beiden beteiligten Clubs. Traditionsreiche Spielstätten genauso wie kleine Schmuckkästchen sind zum Teil gähnend leer. An diesem Missstand will die Fan-Initiative "Glotze aus, Stadion an!" (GaSa) etwas ändern. Das vereinsübergreifende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, den Fußballfans die Attraktivität des Amateurfußballs wieder näher zu bringen.

In Konkurrenz mit den Profiligen, deren Anstoßzeiten inzwischen auf Wunsch der TV-Sender über das gesamte Wochenende verteilt sind, hat es der Amateurfußball nicht leicht. Den "Amateurspielsonntag" gibt es nicht mehr. Zeitlupen, grafische Analysen und nicht zuletzt sportlich attraktiver Fußball sind die unbestreitbaren Pluspunkte der Ligen 1 bis 3. Doch dass der wahre Sport "auf dem Acker" in den Amateurligen stattfindet, da sind sich die Initiatoren der Kampagne sicher. In den unteren Ligen wird ehrlich gekämpft und nicht um Millionen geschachert. Der Support der Fans ist ganz dicht dran am Spiel und nicht auf kleine, eingezäunte Sektoren in sonst reinen Sitzplatzarenen beschränkt. Statt Sponsorenspielchen gibt es in der Halbzeitpause Bratwurst, Bier und Fachsimpelei.

Über die Grenzen des eigenen Clubs hinaus wollen die Unterstützer von GaSa eine Öffentlichkeit schaffen, um für den allwöchentlichen Stadionbesuch jedes einzelnen Fußballfans zu werben und zwar unabhängig davon, welches Amateurteam angefeuert wird. Bereits an den ersten Spieltagen der neuen Saison gab es zahlreiche Aktionen in den Stadien. Doch sogar bei diesen Aktionen war der Zuschauerschwund bei starker TV-Konkurrenz spürbar, wie sich zum Beispiel im Bericht über die Aktion von Fans des FK Pirmasens am vergangenen Freitag nachlesen lässt.

Neben der Aufklärungsarbeit und Werbung für den Amateurfußball bietet GaSa den unterstützenden Fangruppen eine Plattform, um ihre Aktionen, Choreos, Banner publik zu machen. Die aktuellen Aktionen werden im Blog der Kampagne unter gasa.blogsport.de gesammelt und online präsentiert. Betreut wird der Blog von den "Gründern" der Initiative, der "Supporters Crew 05" - ein Fanclub des I. SC Göttingen 05. Gleichzeitig laufen in Göttingen die Fäden von allen beteiligten Fanszenen zusammen, und es werden Infos ausgetauscht und gemeinsame Aktionen geplant. Es entsteht ein großes Netzwerk von Fanszenen unterklassiger Vereine, das jeden einzelnen Unterstützer gegen den schier übermächtigen "Gegner" Profifußball stärkt.

Letztendlich soll durch die Kampagne "Glotze aus, Stadion an!" der lokale Fußball und seine traditionsreichen Clubs im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden. Bereits in den ersten zwei Monaten hat die Initiative hier viel Arbeit geleistet und es bleibt spannend. Je mehr Fanszenen sich dem Projekt anschließen, desto weiter wird die Message getragen.


Weitere Unterstützer in der Oberliga Hamburg: Die Fans des HSV Barmbek-Uhlenhorst. F.: BUsenfreunde

Aufrufe: 14.8.2013, 08:30 Uhr
Jan GerdesAutor

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