In Wülfrath stehen personelle Änderungen bevor.
In Wülfrath stehen personelle Änderungen bevor. – Foto: Heiko van der Velden

1. FC Wülfrath verteilt die Aufgaben neu

Vorsitzender Michael Massenberg betraut das zukünftige neue Trainerduo auch mit den Aufgaben der Sportlichen Leitung.

Für die Fußballer des 1. FC Wülfrath ist die Luft in der Landesliga, Gruppe 3, dünn. 15 Partien hat das Schlusslicht bereits absolviert, dabei gerade einmal sechs der 45 möglichen Punkte eingefahren. Zu wenig, um ernsthaft noch einen Gedanken an den Klassenerhalt zu verschwenden, oder? „Solange der Abstieg rechnerisch noch nicht feststeht, werden wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen“, erklärt Michael Massenberg. Dabei sieht der Vorsitzende des 1. FCW die Lage durchaus nüchtern, denn elf Zähler trennen die Wülfrather vom Rettung bringenden Rang zehn, den derzeit der SC Reusrath einnimmt. Und letztlich bleiben den Wülfrathern unter der Regie des Übergangstrainerduos Leo Petereit und Sebastian Herweg nur noch elf Partien für die Aufholjagd.

Unabhängig von der Abstiegsfrage hat der Verein jetzt schon die Weichen für die neue Saison gestellt. Dann sollen an der Seitenlinie Joscha Weber und Philipp Schmidt Regie führen. Das neue Trainergespann steht derzeit noch bei der SSVg Velbert unter Vertrag und betreut dort die U23 in der Bezirksliga. Eine Klasse, in der sich die Wülfrather vermutlich in der nächsten Spielzeit beweisen müssen. Der 28-jährige Weber ist am Erbacher Berg kein Unbekannter, denn in der Saison 2018/19 trug der Defensivspezialist für zwei Spiele das FCW-Trikot, ehe er in die Velberter Reserve wechselte und das Team ab 2019 zunächst als Spielertrainer betreute, bis er 2020 seine aktive Karriere beendete.

Philipp Schmidt kann derweil als Aktiver auf höherklassige Erfahrung verweisen. Der Angreifer war in der Regionalliga unter anderem für den FC Kray und Rot-Weiß Oberhausen unterwegs, ehe er beim Oberligisten SSVg Velbert anheuerte und mit dem Klub den Aufstieg in die Regionalliga schaffte. Seit 2021 arbeitet der 33-Jährige fest als Trainer. Zusammen mit Weber übernahm er für die SSVg-Zweite zudem Manageraufgaben. Das ebenete nun den Weg in die Kalkstadt, denn FCW-Chef Massenberg will sein Personal neu aufstellen.

Massenberg tritt kürzer

Seit 27 Jahren ist Massenberg im Amt, lenkt nicht nur als Vorsitzender die Geschicke des Vereins, sondern war bislang auch als Sportlicher Leiter in Aktion. „Gemeinsam mit dem Trainer haben wir überlegt, welche Spieler wir haben müssen. Dann habe ich die Gespräche geführt und die Leute verpflichtet“, erzählt der 73-Jährige und fügt hinzu: „Jetzt will ich mich von der Aufgabe zurückziehen.“ Vielmehr sollen jetzt Joscha Weber und Philipp Schmitz in Personalunion als Trainer und Sportliche Leitung arbeiten. „Sie bekommen für die Saison 2023/24 einen Etat zur Verfügung gestellt, der auch im Abstiegsfall nicht gekürzt wird, und können sich ihre Mannschaft zusammenstellen“, kündigt Massenberg an und führt selbstkritisch weiter aus: „Aus der Kaderplanung bin ich raus, auch wenn ich es, glaube ich, nicht schlecht gemacht habe. In den letzten zwei, drei Jahren war es aber etwas holprig. Mir fehlt inzwischen die Vernetzung und der Kontakt zu Spielern und anderen Mannschaften.“

In Zukunft will Michael Massenberg die Aufgaben auf viele Schultern legen. Er selbst will sich auf Marketingaufgaben und die wichtige Sponsorenakquise konzentrieren, Weber und Schmidt beackern den rein sportlichen Bereich, und als Bindeglied zwischen Trainerteam, Mannschaft und Vorstand ist Massenbergs Tochter Michaela als Teammanagerin auserkoren. „Sie weiß, wie der 1. FCW tickt und kennt meine Philosophie – sie ist sehr gut im Bilde und weiß, wovon sie spricht“, erläutert Vater Massenberg.

Traum von Oberliga

Maßnahmen, mit denen die Wülfrather Herrenmannschaft, die einst in der Niederrheinliga spielte, wieder auf Kurs kommen soll. „Wir wollen Gas geben, um wieder den Erfolg zu haben, den wir anstreben“, sagt Michael Massenberg. Seine Vision? „Mein persönliches Ziel ist es, doch noch mal die Oberliga anzustreben. Man darf träumen, es ist aber nicht einfach, im Fußball etwas zu planen. Langfristig möchten wir junge ehrgeizige Spieler im Kader haben, die sich entwickeln und lernen wollen, natürlich gepaart mit erfahrenen Fußballer, die führen.“

Die Rahmenbedingungen in Wülfrath nennt Massenberg gut: „Wir haben keine finanziellen Sorgen, verfügen über eine tolle Anlage mit einem Rasen- und zwei Kunstrasenplätzen sowie hervorragenden Kabinen.“ Dazu stimmt ihn die regionale Verbundenheit des zukünftigen Trainerteams, zu dem er neben den Neuen Joscha Weber und Philipp Schmidt auch Leo Petereit und Sebastian Herweg zählt, optimistisch. „Die Vernetzung vor Ort war mir schon wichtig. Joscha Weber und Philipp Schmidt ergänzen sich gut und üben aus Überzeugung das Amt des Trainers und Sportlichen Leiters in Personalunion aus.“

In den nächsten Wochen liegt das Augenmerk aber zunächst auf der laufenden Saison. „Wir werden die Spiele nicht abschenken, sondern den letzten Funken Hoffnung hochhalten“, erklärt Massenberg und unterstreicht seinen größten Wunsch: „Wir wollen noch den einen oder anderen Punkt holen. Ob es reicht, wird sich zeigen. Es wird schwer, aber wir wollen wieder mal positive sportliche Schlagzeilen schreiben.“ Nicht mehr von der Partie sind dabei Jannik Weber, Engincan Yildiz und Louis Schlösser. Stürmer Weber (33) will aus beruflichen Gründen seinen Trainingsaufwand reduzieren und wechselte in der Winterpause zum Bezirksligisten TSV Auderhöhe. Angreifer Yildiz (22) zieht es zum Landesligisten Schwarz-Weiß 06 Düsseldorf. Und Mittelfeldmann Louis Schlösser (22), der in Wülfrath gar nicht zum Einsatz kam, versucht sein Glück nun beim Bezirksliga-Spitzenreiter ASV Mettmann.

Aufrufe: 024.1.2023, 13:00 Uhr
RP / Birgit SickerAutor